07. August 2018, 08:00 Uhr

Schulbeginn

895 junge Vogelsberger starten ins Abenteuer Schule

Nach sechs heißen Wochen beginnt heute das neue Schuljahr. Schafft mein Kind den Weg alleine? Müssen Schüler in der Grundschule per Handy erreichbar sein? Gibt es hitzefrei?
07. August 2018, 08:00 Uhr
Die Aufregung ist groß, an den meisten Grundschulen starten heute die Erstklässler in einen neuen Lebensabschnitt. Der wird erst einmal mit Schultüte, Brezel und schönen Festen versüßt. (Foto: dpa)

Elterntaxi: Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, haben dafür sicher gute Gründe. Dennoch wollen Experten dies nicht als Plädoyer für das Elterntaxi verstanden wissen. Vor Schulen herrscht oft eine schwierige Verkehrssituation, wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen. Es kommt wieder zu Konflikte und manchmal auch zu Unfällen oder Beinahme-Unfällen. Nach Einschätzung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) kommt der Verzicht auf das Elterntaxi nicht nur der Gesundheit der Kinder, sondern auch der Sicherheit zugute. Eltern sollten noch vor der Einschulung mit ihren Kindern den Schulweg üben, empfiehlt VBE-Landesvorsitzender Stefan Wesselmann. »Auf dem Schulweg erzählen Kinder einander viel, sie verabreden sich und entdecken die Umgebung anders. Zudem berge das »morgendliche Auto-Gedränge« vor den Schulen Gefahren.

Handynutzung: Das vergangene Woche in Frankreich beschlossene Handyverbot an Schulen hat auch hier die Diskussion ums Mobiltelefon und dessen Nutzung angestoßen. »In Hessen entscheiden Schulen eigenständig«, sagt Dirk Fredl, Sprecher des Staatlichen Schulamts. Ob und in welcher Form Handys an Schulen genutzt werden dürfen, werde von der Schulkonferenz entschieden, in der Lehrer, Eltern und Schüler vertreten sind. Während diese Frage bei den französischen Nachbarn von der Regierung entschieden worden sei, »entscheidet bei uns die schulische Hausordnung über das Ausmaß der Handynutzung«, so Fredl.

Hitzefrei: Früher war die Sache einfach: Zeigte das Thermometer um 11 Uhr 25 Grad im Schatten, gab es hitzefrei. Heute regelt ein Erlass, wie an Schulen bei großer Hitze zu verfahren ist, erläutert Fredl. In Zeiten von Unterrichtsgarantie und Ganztag sei es nicht so einfach, Schüler bei hochsommerlichen Temperaturen nach Hause zu schicken. »Wenn die Schulleitung feststellt, dass der Unterricht durch hohe Temperaturen beeinträchtigt wird, gibt es die Möglichkeit, Unterricht an anderen Lernorten anzubieten, im Freien oder im Schatten«. Auch ein Verzicht auf Hausaufgaben komme in Betracht. Unter besonderen Umständen könne der Unterricht nach der fünften Stunde beendet werden. Da viele Eltern auf die Betreuungsangebote angewiesen seien, müssten diese eingehalten werden, bekräftigt Fredl.

Lehrerversorgung: An allen Schulen läuft der Unterricht, ohne dass es zu Ausfällen kommt. Mit dieser Prognose hat Fredl die Situation im Schulamtsbezirk Gießen/Vogelsberg in der letzten Ferienwoche beschrieben. Dass die Lehrerversorgung sich im neuen Schuljahr »weiterhin auf hohem Niveau« bewegt, hat auch Kultusminister Alexander Lorz im Elternbrief zu Beginn des neuen Schuljahrs bekräftigt. Der Minister verweist auf 700 neu geschaffene Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte, die Grundschulen und weiterführenden Schulen zugutekommen. Im Schulamtsbezirk erhalten 51 Grundschulen und 32 weiterführende Schulen sogenannte »UBUS«-Stellen, ein Teil dieser Stellen an den Grundschulen sei bereits besetzt, »an den weiterführenden Schulen läuft die Ausschreibung«, sagt Fredl.

Zahlen: Im Vogelsbergkreis werden in diesem Jahr 895 Erstklässler eingeschult, teilt die Kreis-Pressestelle mit.



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