02. Juli 2018, 21:50 Uhr

Mehr Mieteinnahmen als Zinsüberschuss

02. Juli 2018, 21:50 Uhr
Nach den Wahlen präsentieren sich (v.l.) Vorstandsmitglied Günter Benda, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Wolfgang Hartmann und die Aufsichtsratsmitglieder Roland Georg und Erich Eckstein mit Vorstandsmitglied Stefan Wiederspahn. (Foto: au)

Feldatal-Groß-Felda (au). »Das Jahr 2017 war wieder ein bewegtes Jahr, das abermals durch die extreme Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank gekennzeichnet war. Dennoch konnte sich die Volksbank dank guter Einnahmen aus Vermietung weiter am Markt behaupten«. Das waren die Erkenntnisse aus den Worten der Vorstandsmitglieder Stefan Wiederspahn und Günter Benda am Freitagabend im Rahmen der Generalversammlung für das Jahr 2017 in der Feldahalle in Groß-Felda.

Vorstandsmitglied Benda erläuterte zunächst, dass sich die Bilanzsumme um fünf Millionen Euro (10,2 Prozent), auf nunmehr 54 Millionen Euro erhöht habe. Das Kreditgeschäft wurde um 600 000 Euro auf jetzt 20,4 Millionen Euro ausgeweitet, und die Kundeneinlagen seien um 550 000 Euro auf 27,3 Millionen Euro gestiegen. Benda erwähnte weiterhin, dass die Bonität des gesamten Kreditgeschäftes außerordentlich gut sei und diese weit über dem Durchschnitt vergleichbarer Banken liege. Die Ertragslage der Bank sei aufgrund der Niedrigzinspolitik der europäischen Zentralbank allerdings weiterhin angespannt. Diese Problematik teile man aber mit vielen anderen Instituten, informierte Benda.

Selbstständigkeit gestärkt

Um die Selbstständigkeit der Volksbank zu erhalten, sei die geschäftspolitische Entscheidung, verstärkt in gute vermietete Immobilien in besten Lagen zu investieren, eine zukunftsweisende Entscheidung mit großer Bedeutung gewesen, denn die Mietrenditen seien im Vergleich zu »normalen« Geldanlagen deutlich attraktiver, betonte Benda. Die Investitionen in Immobilien konzentrierten sich auf das attraktive Rhein-Main-Gebiet. Die Mieteinnahmen, inzwischen höher als der Zinsüberschuss, bildeten somit auf Dauer den Grundstock für den Erhalt der Selbstständigkeit der Bank. Das Eigenkapital sei 2017 deutlich auf nunmehr 4,3 Millionen Euro gesteigert worden.

Bei einem Bilanzgewinn von rund 49 000 Euro schlug er der Versammlung eine Auszahlung von drei Prozent Dividende vor. 10 000 Euro sollen in die Rücklage überführt und der verbleibende Rest auf die neue Rechnung vorgetragen werden.

Vorstandsmitglied Stefan Wiederspahn ging in seinen Ausführungen zunächst auf den zehnten Jahrestag der Finanzmarktkrise 2008 (Lehman-Pleite) ein und erläuterte intensiv die Auswirkungen auf Staat und Politik. Das »To Big To Fail«-Problem sei dabei seit 2008 aufgrund der zunehmenden Konzentrationen im Bankensektor eher noch schlimmer geworden. Wiederspahn ging dann besonders auf kleinere deutsche Genossenschaftsbanken in Zusammenhang mit der europäischen Politik, der Digitalisierung sowie der überbordenden Regulation der Aufsichtsbehörden ein. Dabei stellte er die Grundprinzipien des Genossenschaftsgedankens in den Vordergrund. Gerade die Volks- und Raiffeisenbanken hätten mit ihrem Geschäftsmodell die Finanzkrise gut überstanden, ohne jemals staatliche Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Die Anzahl der Mitglieder sei seit Ausbruch der Finanzkrise um 14 Prozent auf jetzt mehr als 19 Millionen gestiegen.

Genossenschaftsbanken hätten eine enge Kundenbindung vor Ort. »Bei uns wird nicht gezockt, die Mitarbeiter sprechen kein »bankchinesisch«, sondern konzentrieren sich ganz einfach auf die Bedürfnisse der Unternehmen und der Menschen vor Ort«, betonte Wiederspahn die Philosophie des örtlichen Geldinstitutes.

Nach dem Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden, Dr. Wolfgang Hartmann, dem Bericht zu den Ergebnissen der gesetzlichen Prüfung wurde der Jahresabschluss einstimmig festgestellt. Ebenso wurde der Verwendung des Jahresüberschusses zugestimmt und Vorstand und Aufsichtsrat entlastet.

Abschließend wählte die Versammlung das turnusgemäß ausscheidende Aufsichtsratsmitglied Erich Eckstein einstimmig für weitere drei Jahre in den Aufsichtsrat, und erstmalig wurde Roland Georg in den Aufsichtsrat berufen.

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