23. Juni 2018, 12:20 Uhr

Geoportal

Mit ein paar Klicks zum Grundstück

Nicht kleckern, klotzen. So wirbt der Vogelsbergkreis auf dem neuen Geoportal im Internet: »Wer Wachstum will, braucht mindestens drei Dinge: Klugheit, Kapital und Platz. Davon haben wir reichlich.«
23. Juni 2018, 12:20 Uhr
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Von Dieter Graulich
Der symbolische Startknopf für das Geoportal wird gedrückt: oben eine Karte mit Bebauungsplänen in der Region. (Fotos: www.geoportal-vogelsberg.de/au)

Die Freischaltung des Geoportals Vogelsberg ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Digitalisierung, sagte Landrat Manfred Görig im Bürgerhaus Romrod. Digitalisierung sei in aller Munde und dem Vogelsbergkreis mit dem Geoportal eine praktische und brauchbare Umsetzung gelungen.

Alle Städte und Gemeinden haben sich am Projekt beteiligt und dies sei eine großartige Leistung. Der Vogelsbergkreis nehme mit der Verwirklichung des Geoportals eine Vorreiterrolle in Hessen ein. Görig gab einen Rückblick auf Meilensteine des Projektes, das am 12. Juni 2012 in der Stadtverwaltung Lauterbach begonnen hatte.

Das Amt für Bodenmanagement Fulda informierte damals über die Möglichkeiten einer Geodateninfrastruktur (GDI) und die Vorgaben. Eine Richtlinie der Europäischen Union verpflichtet im Kern alle Stellen der öffentlichen Verwaltung, die bei ihnen digital vorhandenen Geodaten über standardisierte Dienste bereitzustellen.

Im Jahre 2013 wurde dann der »Runde Tisch« gegründet. Mit dem Kauf der Geobasisdaten für 278 000 Euro wurde der erste Schritt getan und der Vertrag mit der Kreisverwaltung folgte. Die Arbeit erleichterte ein Bewilligungsbescheid über 100 000 Euro. Udo Biefang, vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, wies darauf hin, dass die hessische Landesregierung schon in 2003, also einige Jahre vor dem Inkrafttreten der europäischen Richtlinie, den Aufbau einer Geodateninfrastruktur mit dem Ziel der Nutzungsmöglichkeiten der in verteilten Quellen und ohne einheitlichen Standards geführten Geodaten der Landesverwaltung gefordert habe.

»Die Geodaten sind wertvolle Ressource der Informationsgesellschaft«. Der finanzielle Beitrag des Landes in Höhe von 100 000 Euro sei gut angelegtes Geld. Kommunen und Kreisverwaltung haben das Projekt mit 35 000 Euro unterstützt.

Amtsleiterin Barbara Bachner vom Amt für Bodenmanagement Fulda betonte, es sei gesetzlicher Auftrag ihrer Behörde, mit den Daten des Liegenschaftskatasters und der Landvermessung flächendeckend aktuelle und qualifizierte Daten für Fachinformationssysteme und Fachanwendungen zur Verfügung zu stellen. Handlungsfelder wie Naherholung und Tourismus oder Regionale Wirtschaft mit Projekten wie Standortmarketing oder Vermarktung regionaler Produkte sowie erneuerbare Energien und insbesondere Ortsinnenentwicklung seien Themen, die vom Amt für Bodenmanagement Fulda beratend unterstützt werden können.

Sascha Spielberger (Freiensteinau) hob in seinem Grußwort stellvertretend für die Bürgermeister des Vogelsbergkreises hervor, dass die Geodaten wichtig für die kommunale Zusammenarbeit sind. Als Beispiele nannte er die Bauleitplanung, Hochwasserschutz und anderen Schutzgebieten.

Erster Kreisbeigeordneter Jens Mischak dankte allen Beteiligten für ihr Engagement, denn es sei ein Portal in großartiger Gemeinschaftsarbeit entstanden, das als positives Beispiel für viele weitere Landkreise in Hessen und deutschlandweit gelten solle. Es werde die Attraktivität der Region steigern und ein weiterer Weg zu mehr politischer Transparenz sein.

Das Geoportal wurde von Christiane Müller (Amt für Bodenmanagement Fulda) und Udo Harzer (GDI Vogelsberg) vorgestellt. Informationen zur bearbeitenden Firma brain-SCC GmbH gab es von Prof. Dr. Ronny Weinkauf.

Die Moderation hatte Wolfgang Keil vom Amt für Bodenmanagement Fulda.



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