19. Juni 2018, 12:00 Uhr

Blühwiesen

Wandern zu Zauber-Orakelkräutern

»Alles so schön bunt hier«, sang Nina Hagen. Allerdings meinte die Punk-Diva TV-Programme. Für die Natur sind bunte und blühende Wiesen ein Muss - so auch bei der Bergmähwiesen-Meisterschaft.
19. Juni 2018, 12:00 Uhr
Attraktion nicht nur für die kleinen Besucher: ein Gatter mit Burenziegen. (Foto: au)

Die Bergmähwiesen-Meisterschaften sind aus Sicht von Wirtschaftsdezernent Dr. Jens Mischak ein sehr effektives Instrument der Öffentlichkeitsarbeit, mit dem Ziel das Bewusstsein und die Wertschätzung für die Bewirtschaftung artenreicher Grünlandbestände und zugleich landwirtschaftlich guter Nutzung zu fördern. Er eröffnete am Sonntagmittag das 5. Bergmähwiesenfest »Am Traiges« in Eichelhain. Mehrere Hundert Besucher waren gekommen um, neben dem Fest selbst, die Siegerehrung der Meisterschaft zu erleben.

Dr. Mischak erklärte zur Bedeutung der Bergmähwiese, sie hätten eine wunderbare Vielfalt an Blumen, Kräutern und Gräsern. Dort lebten seltene Vögel und eine Vielzahl an Schmetterlingen, Heuschrecken und andere Insekten. Auf 25 Quadratmetern Referenzfläche kämen bis zu 70 Pflanzenarten vor. Dies mache die Bergmähwiese zu einem der wertvollsten Naturräume in Mitteleuropa. Die Bauern leisteten mit ihrer Arbeit Landschaftspflege zum Erhalt der Bergmähwiesen, erzielten aber auf diese Weise nur geringes Einkommen. Geringe bis keine Düngung, nur ein bis zweimal mähen sei den modernen Ansprüchen der Landwirtschaft wenig effizient. Mit der Broschüre Vogelsberger Entdeckungen sei ein Leitfaden entstanden, um die »Vermarktung regionaler Produkte« voranzutreiben.

24 Anmeldungen

Mit einem ersten Produkt von der Bergmähwiese, dem Imker-Projekt »Vogelsberger Blütenhonig« erfolgte bei dem Fest der Startschuss für dessen Vertrieb in zahlreichen Hessischen Rewe-Märkte. Dr. Mischak wies bei der Siegerehrung der Bergmähwiesen-Meisterschaften darauf hin, dass 24 Anmeldungen aus den Kommunen Grebenhain, Herbstein, Lautertal, Schotten und Ulrichstein eingegangen seien. Nach Kartierung der Flächen und der Bewertung wurden zwölf Flächen von der Jury als Sieger ausgewählt.

Grußworte sprachen MdL Kurt Wiegel, Jutta Katz vom Umwelt- und Landwirtschaftsministerium, sowie die Vertreter von »Nähe ist gut«. Sie wiesen auf den hohen Erhaltungswert der Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte alten Bergmähwiesen hin. Ziel der zahlreichen Aktionen sei nicht nur den Naturraum zu schützen, sondern auch die Bewirtschafter zu unterstützen.

Für gerechten Lohn an Bauern

Karl-Heinz Zobich vom NABU-Vogelsberg und Volker Lein, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, wiesen auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Bewirtschaftern eines frühen und der eines späten Mähzeitpunktes hin. Sie wünschten sich allerdings keine Almosen sondern einen gerechten Lohn für die Bewirtschaftung der Bergmähwiesen.

Mit Eichelhain habe man eine gute Wahl für die Ausrichtung des Festes getroffen, denn dort seien sehr gute Bergmähwiesen, meinte Bürgermeister Heiko Stock. Der beitrag war eine seiner letzten Amtshandlungen, denn in wenige Tage scheidet er aus seinem Amt aus.

Nach dem offiziellen Teil starteten die Teilnehmer zu einem Rundgang, bei dem an verschiedenen Stationen Informationen über Schafe und Ziegen, Rinderweidegang, sowie den gesamten Komplex Bergmähwiesen einschließlich Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg angeboten wurde. Auf das Problem der Wasserentnahme aus dem Vogelsberg für den Ballungsraum Rhein-Main, machte die Schutzgemeinschaft Vogelsberg aufmerksam.

Auf dem Festplatz »Am Traiges« gab es einen Markt mit typischen Vogelsberger Produkten, Essen und Trinken. Außerdem konnten die Kinder auf Eseln reiten möglich.

Ab 12.30 Uhr starteten geführte Wanderungen, Dauer rund eine halbe Stunde, mit den Themen: Botanik, Kräuter und Ornithologie sowie die Vorstellung der Gewässer-Renaturierung am Eisenbach mit Vorstellung durch Bürgermeister Stock und dem Team des Naturschutzgroßprojektes. Gute Resonanz hatte auch die Familienwanderung zu Zauber-Orakelkräutern.

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