17. Juni 2018, 22:33 Uhr

Hubschrauber gegen Waldbrände

Große Waldflächen brennen, dadurch kommt es zu Verkehrsunfällen, Kinder werden vermisst. Das kann in den trockenen Sommern jederzeit passieren. Bei der bislang größten Übung dazu waren 150 Personen beteiligt, ferner Hubschrauber und zwei Wasserwerfer der Polizei.
17. Juni 2018, 22:33 Uhr
Bei der bislang größten Waldbrandübung im Kreisgebiet nimmt ein Hubschrauber mit einem 700 Liter fassenden Behälter Löschwasser aus einem Teich auf. (Foto: au)

Bereits Anfang Februar wurde mit einem Stab von 150 Personen in die Planung der bisher größten Waldbrandübung im Kreisgebiet eingestiegen. Als Übungsgebiet wurde eine 38 Quadratkilometer große zusammenhängende Waldfläche rund um den »Auerberg« in Grebenau-Schwarz ausgewiesen, weil die Vegetation mit zahlreichen Kiefern und Fichtenbeständen eine gute Ausgangslage bot. Für die Großübung wurden vier technische Einsatzleitungen in Alsfeld, Grebenau, Schwalmtal und Lauterbach gebildet. Sie hatten dann über die über Funk einlaufenden Meldungen über Schadensfälle und andere Ereignisse zu entscheiden und die in Bereitschaftsräumen wartenden Einsatzkräfte einzuteilen.

Kreis-Mülldeponie brennt

Die vorgesehen Aufgaben waren sehr vielfältig. Angefangen von einem Waldbrand auf einer Fläche von elf Hektar, der aufgrund starken Windes drohte sich weiter auszubreiten, standen weitere kleinere Waldbrände an den verschiedensten Stellen des Übungsgebietes auf dem Programm. Für eine wirkungsvolle Brandbekämpfung wurde auch die Bildung von Brandschneisen geübt. Dabei würden bereits vorhandene Rückegassen aufgehackt, damit das Feuer nicht weiterlaufen konnte. Wurden die angenommenen Waldbrände meist mit Rauchkörpern dargestellt, so gab es rechts der Straße zwischen Eulersdorf und Eifa auch ein Echtfeuer. Auf einem Lagerplatz brannten Reisig und auch etwas dickere Stämme. Dort kamen Einsatzkräfte aus Herbstein, Herbstein-Stockhausen und Grebenhain-Crainfeld zum Einsatz.

Zudem gab es einen Vollbrand auf der Mülldeponie des Vogelsbergkreises. Auf der Fahrt dorthin, kamen die Einsatzkräfte auch an einem im Graben liegenden Pkw vorbei, in dem zwei Übungspuppen lagen. Ein kurzer Stopp, die Verunglückten wurden versorgt sowie geborgen, und weiter ging es zur angenommenen Brandstelle. Der Unfall allerdings sollte erst zu einem einen späteren Zeitpunkt von einer anderen Einheit erledigt werden, aber das wussten die Einsatzkräfte nicht.

Die gesamte Brandbekämpfung wurde von den Feuerwehreinsatzkräften aus allen Teilen des Vogelsbergkreises vorgenommen. Zur Unterstützung waren jedoch außerdem Polizeihubschrauber mit 700 Liter Wasser fassenden Transportbehälter sowie zwei Wasserwerfer der Polizei aus Mühlheim im Einsatz. Für das Füllen der Wasserbehälter stand der Knechtbachteich, ein altes Nasslager der Riedesel bei Reuters und ein 30 000 Liter Wasser fassender Faltbehälter des Landes Hessen zur Verfügung. Weitere Löschwasserentnahmestellen waren: der Löschwasserbrunnen Eifa, das Schwimmbad Schwarz, der Wolfszähkteich und zahlreiche Faltbehälter.

Das Szenario vier sah eine Personensuche nach mehreren Kindern vor. Dabei war auch das DRK gefragt, das eine Kinderbetreuung organisieren musste. Eine am 20 Meter hohen Bahndamm abgestürzte Person mit einem Beinbruch musste zudem versorgt, gerettet und abtransportiert werden.

Gleich mehrere Pkw-Unfälle waren zu bewältigen. Ursache waren zum Beispiel verrauchte Straßen oder Unachtsamkeit. Bei einer verunglückten Forstmaschine gab es einen verletzten Maschinenführer und auslaufendes Öl. Zudem sah das Übungsszenario noch einen Flugzeugabsturz vor, bei dem das Kleinflugzeug gesucht und dann die Personen geborgen werden mussten.

Die Übung wurde von externen Beobachtern aus den benachbarten Kreisen begleitet. Als besonderes Highlight dokumentierte die Polizeiakademie Hessen mit zwei Filmteams die Übung. Sie waren dazu zusätzlich mit einem Hubschrauber in der Luft. Der Film soll am 3. November 2018 allen Übungsbeteiligten vorgestellt werden. Die Übungsleitung oblag Michael Jahnel von der unteren Katastrophenschutzbehörde des Vogelsbergkreises. Er begleitete auch die Ehrengäste und Pressevertreter auf deren Rundreise durch das Übungsgebiet.

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