13. Juni 2018, 20:01 Uhr

Vom Schulbuch zur Tablet-App

13. Juni 2018, 20:01 Uhr

Tablets im Klassenzimmer, Check für Kreisstraßen, Pflege-Beratung und effektiver Rettungsdienst – mit einem bunten Strauß an Themen beschäftigte sich der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung. So lehnte die große Mehrheit einen Antrag der Grünen ab, eine eigene Initiative zur Ausstattung von Schulklassen mit Handcomputern zu starten. Dr. Udo Ornik (Grüne) begründete ihn damit, dass beim laufenden Pilotprojekt die Eltern 350 Euro für iPads zahlen müssen. Deshalb solle der Kreis dafür sorgen, das auch finanzschwache Familien teilnehmen können. Zudem wollen die Grünen direkte Verhandlungen mit Schulbuchverlagen wegen der Apps.

Das wies Landrat Manfred Görig zurück, weil die vier Klassen in Alsfeld, Homberg und Lauterbach, die ab Sommer mit iPads arbeiten, das in freiwilligen Projekten der Schulen machen. Der »Knackpunkt« sei, dass es in Wiesbaden keine Entscheidungen gibt, wie man den Unterricht von Schulbuch auf Tablet-App umstellt. Görig sieht eher die Gefahr, dass der Kreis Aufgaben des Landes übernimmt, deshalb solle es bei den eigenständigen Schulprojekten bleiben. Zudem gebe es keinen Hinweise darauf, dass Schüler aus finanziellen Gründen nicht teilnehmen können.

Mario Döweling (FDP) sagte, dass ein Konzept für mehr Tablet-Klassen daran scheitert, dass einige Schulen nur schlechte Internet-Anbindung haben. Matthias Weitzel (SPD) sicherte zu, dass der Kreis die Schulen unterstützt. Aber das Grünen-Programm sei zu viel für den Kreis. Michael Riese (Linke) kritisierte, dass sich das Land aus der Entwicklung modernen Unterrichts zurückzieht. Deutschland liege europaweit bei digitaler Infrastruktur hinten.

Pflegestützpunkt in Alsfeld

Nach längerer Debatte beschlossen wurde ein Antrag der Koalition aus SPD und CDU, wonach der Zustand der Kreisstraßen erfasst wird. Der kostet rund 60 000 Euro und soll in eine Prioritätenliste zur Straßensanierung münden. Das begründete Michael Ruhl (CDU) damit, dass die 305 Kilometer Kreisstraßen wichtig für Busverkehr, Pendler und Unternehmen seien. Der Kreis müsse mehr ausgeben, um die Substanz zu erhalten und später höhere Kosten zu vermeiden.

Dr. Ornik (Grüne) erinnerte an einen Zustandsbericht von Hessen Mobil, ein neuer Report sei unnötig. Riese (Linke) bemängelte, es werde nur der Individualverkehr unterstützt. Friedel Kopp (FW) sprach von einem Schaufensterantrag, weil konkrete Zahlen fehlen. Lothar Bott (FW) ergänzte, für das Geld könne man 500 Meter Straße sanieren. Stephan Paule (CDU) wies das zurück, man müsse erst wissen, wie der Zustand ist, bevor man Straßen erneuert.

Ebenfalls mit großer Zustimmung beschloss der Kreistag, einen Pflegestützpunkt in Alsfeld einzurichten. Das ist ein Beratungsbüro für Angehörige, das Rat zur Pflegeleistungen bietet. Bislang gibt es die neutrale Beratungsstelle nur in Lauterbach. Ebenfalls im Ausschuss vorgestellt wird auch das Konzept für den Rettungsdienst im Vogelsberg. Der ist neu vergeben worden, nun sollen DRK und Johanniter über ihre Maßnahmen im Ausschuss informieren.

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