08. Juni 2018, 21:45 Uhr

Ein »liebenswürdiger Sturkopf«

Die neue Ära Görig beginnt mit Blumen. Mit etwas Natur für das Büro gratulierten Vertreter des Kreisjugend- parlaments dem Landrat zur Einführung in seine neue sechsjährige Amtszeit. Der kündigte an, dass er in den kommenden Jahren etwas gelassener agieren will.
08. Juni 2018, 21:45 Uhr
Amtseinführung von Landrat Manfred Görig: Für das Kreisjugendparlament überreichen Anna Mariella Nuhn, Karina Tschuljakow und Jonas Hauptvogel Blumen. (Foto: jol)

Mit einer kleinen Zeremonie trat am Freitag Landrat Manfred Görig seine neue sechsjährige Amtszeit an. Dabei lobte sein Stellvertreter Dr. Jens Mischak die gute Zusammenarbeit mit dem »liebenswerten Sturkopf«. Eine Büropflanze überreichten die jüngsten Besucher der Kreistagssitzung in der Lauterbacher Sparkassen-Aula, die Vertreterinnen und der Vertreter des Kreisjugendparlaments. Karina Tschuljakow dankte dem Landrat für seine Unterstützung der Jugendlichen. Sie hoffte, er werde mehr Zeit für Ausflüge in die Natur finden, als Vorgeschmack soll die Büropflanze dienen.

Die Verpflichtung Görigs auf weitere sechs Jahre im Amt nahm Kreistagsvorsitzender Dr. Hans Heuser vor. Dabei verwies er auf das sehr gute Wahlergebnis vom September vergangenen Jahres, als Görig 79 Prozent der Wähler hinter sich vereinte.

Dr. Jens Mischak überreichte die Ernennungsurkunde für die neue Amtszeit, die am 10. Juni beginnt. Dabei wies der 1. Kreisbeigeordnete auf eine zweijährige gute Zusammenarbeit für die Große Koalition hin. Görig habe sich als »liebenswürdiger Sturkopf« erwiesen. Wenn eine Entscheidung nach harten Ringen getroffen wurde, habe er sie auch umgesetzt, sein Markenzeichen sei die Verlässlichkeit. Görig wiederum dankte in seiner Replik vor allem den Mitarbeitern, ohne die zum Beispiel der Flüchtlingsansturm der Vorjahre nicht hätte bewältigt werden können. Er lobte die Amtsleiter besonders für ihr loyales Engagement. Immerhin habe man viel gemeinsam bewältigt, so die Sanierung des Haushalts.

Weitere große Themen der sechs Jahre im Amt waren ihm die Sicherung des Krankenhauses Alsfeld, Breitbandausbau, Schulsanierungen und der Bereich Ärzteversorgung. In den nächsten Jahren stünden mit der Image-Kampagne für die Region, Straßensanierungen und Pflegestützpunkt neue Themen im Raum. Dazu kommen Unwägbarkeiten, wie der Landrat nachdenklich anmerkte. So sei nicht absehbar, welche Folgen die zunehmende Digitalisierung auf Schulen, Unternehmen und Verwaltungen habe. Für sich persönlich habe er sich mehr Gelassenheit vorgenommen, kündigte Görig an.

Die positive Entwicklung des Haushalts stellte Görig gleich zu Beginn der Kreistagssitzung vor. So habe der Jahresabschluss 2017 ergeben, dass der Vogelsbergkreis ein positives Jahresergebnis von 8,5 Millionen Euro erzielt. Im Laufe des Jahres habe man eine Verbesserung von 8,4 Millionen Euro erzielt. Die Folge seien um rund 14 Mio. Euro gesunkene Kassenkredite. Sie sanken im Vorjahr von knapp 95 auf 81 Mio. Euro, wie der Landrat weiter berichtete.

Gute Kassenlage

Damit habe der Kreis nun über drei Jahre hinweg einen ausgeglichenen Haushalt, das sei die Voraussetzung, sich aus der »Schutzschirm«-Vereinbarung mit dem Land zu verabschieden. Dafür muss laut Görig aber noch der durch das Rechnungsprüfungsamt geprüfte Jahresabschluss abgewartet werden. Im laufenden Jahr zeichnet sich eine um 3,3 Millionen Euro verbesserte Kassenlage ab. Grund hierfür sind höhere Einnahmen aus der Kreisumlage und den Schlüsselzuweisungen vom Land, wie Görig erläuterte. Allerdings steigen die Kosten im Jugendbereich um rund 1 Mio. Euro.

Dr. Jens Mischak verwies in seinem Bericht auf einen »stark umworbenen Bodenmarkt«. So kauften auch nicht-landwirtschaftliche Unternehmer Äcker und Wiesen auf. Positiv sei, dass sich die Anzahl der Betriebe nicht verringert hat, die Agrarförderung beantragt haben. Es gebe 1436 landwirtschaftliche Antragsteller, nur drei weniger als im Vorjahr. Mischak verwies auf die Neuauflage der Broschüre über die Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte.

Der Vogelsbergkreis hat über das Sozialministerium einen Förderantrag für vier Gemeindeschwestern 2.0 gestellt. Laut Mischak zeichnet sich ab, dass nur eine Gemeindeschwester gefördert wird.

Eine Debatte gab es über den Schulentwicklungsplan (die Allgemeine berichtete), der gegen die Stimmen von Linken und Grünen sowie einem SPD-Abgeordneten beschlossen wurde. Positiv würdigten die Redner, dass Grundschulen in allen Gemeinden gesichert werden. Knackpunkt war die Zukunft von Förderstufe und Hauptschule in Angersbach sowie der Förderstufe an der Gerhart-Hauptmann-Schule Alsfeld. Deren Auslaufen beschloss die große Mehrheit, weil eine Schule ohne Schüler sinnlos sei.

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