07. Juni 2018, 22:29 Uhr

Mitten im Grün lockt die Kunst

Blütenpracht, grüne Idylle und drei Ausstellungen - die offene Gartenpforte am Samstag und Sonntag bietet in Stumpertenrod diesmal mehr künstlerische Anteile. Bilder, Gartenfiguren aus Ton und Skulpturen aus alten Hölzern sind zu erleben.
07. Juni 2018, 22:29 Uhr

Feldatal ist dieses Jahr ein Zentrum der hessenweiten Gartenausstellung »Tag der offenen Gartenpforte« Gleich drei Familien werden am Wochenende ihren grünen Rückzugsraum für Besucher öffnen. In Groß-Felda sind Anne und Rolf Dieter Nern, in Windhausen Familie Lienemeyer-Russell sowie in Stumpertenrod Anette Seyer-Klein und Peter Klein dabei.

Eine Besonderheit in Stumpertenrod ist der angelagerte Kunstbereich. So stellt Anette Seyer-Klein in der Scheune eigene Bilder aus, darunter sind Motive von Sehenswürdigkeiten aus Hessen, die für eine Tageszeitung entstanden sind.

Zudem sind Bäume in vielen Variationen auf Leinwand gebannt. Uschi Bulin drapiert im sehenswerten Garten der Kleins ihre Gartenkeramiken. Das sind wetterfeste Figuren aus Ton als Ergänzung zu Blumen und Stauden. Vorwiegend südlich anmutende Frauen mit bunten Kleidern hat Bulin festgehalten.

Schräg gegenüber hat der Bildhauer Dr. Siegfried Modra sein Depot geöffnet. In sieben kleineren Räumen eines kleinen Fachwerkhauses sind Holzskulpturen mit Geschichte zu erleben. Darunter sind mehrere Exponate aus Mooreiche, eine Spezialität des Künstlers.

Das sind Überreste von Bäumen, die im Moor gewachsen sind und nach dem Umstürzen in der sauren Umgebung des Morasts konserviert wurden. Charakteristisch ist hier die dunkle Verfärbung der Holzstücke, die oft Risse und scharfe Linien aufweisen. Der Bildhauer hat die Motive herausgearbeitet, die dem Charakter des Stücks entsprechen.

So verweist er auf eine überlebensgroße Skulptur mit Frauengesicht, die er »Die Fremde« genannt hat. Mit ihrem ungewöhnlichen Gesichtsausdruck und einer Schlange als Gürtel »erscheint sie uns auf den ersten Blick fremd«, so Modra. Der Betrachter kann sich aussuchen, ob er eher irritiert oder fasziniert ist. Brusthoch ist das Gegenstück »Der Teufel«, der ebenfalls fremd erscheint. »Wenn wir einen Fremden sehen, unterstellen wir ihm oft etwas Beunruhigendes,« sagt Modra, »übersehen dabei aber, dass wir für den anderen auch fremd sind«.

Der Künstler zeigt zudem Abschnitte einer alten Wasserleitung aus Holz und 400 Jahre alte Stücke, die aus einem untergegangenen Schiff geborgen wurden.

Er hat unversteinertes fossiles Holz konserviert und bearbeitet. Daraus wurden Werke wie »Fürsorge«, denn die meisten Arbeiten Modras kreisen um menschliche Regungen. Eine Besonderheit sind zwei Flachplastiken, die er zum Abtasten durch Blinde geschaffen hat. Kleinere Entwürfe zeigen, was er mit den nächsten Fundstücken schaffen möchte.

Wer sich ausruhen möchte, der kann im Garten von Anette Seyer-Klein sowie bei den Familien Nern und Lienemeyer-Russell kleine Erfrischungen genießen.

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