23. Mai 2018, 19:55 Uhr

Schaden in sechsstelliger Höhe

Das Unwetter mit Starkregen hat am Dienstag in den Gemeinden Feldatal und Mücke einen Sachschaden in sechsstelliger Höhe verursacht. »Das ist eine vorsichtige erste Schätzung«, sagte ein Polizeisprecher. Die Straßen waren am nächsten Tag wieder sauber. In den Kellern ging das Aufräumen und Saubermachen weiter.
23. Mai 2018, 19:55 Uhr
Im Keller der Familie Kömpf stand das Wasser bis zu 1,70 Meter hoch. Ein Tank ist umgekippt, das ganze Haus riecht nach Öl. Lebensmittel, Waschmaschine, Trockner und weitere Dinge sind ruiniert. (Foto: sf)

Rund 170 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes befanden sich besonders in den Dörfern Ober-Ohmen und Ermenrod im Einsatz. Dort wurden insgesamt 36 Einsatzstellen gezählt. Bis gegen 3 Uhr in der Nacht waren die Feuerwehrleute in Ober-Ohmen gefordert. Besonders aufwendig gestaltete sich der Einsatz um einen havarierten Öltank. Hier mussten unter anderem ein Gefahrgutgerätewagen der Feuerwehr der Stadt Homberg und das Spezialfahrzeug einer Fachfirma anrücken, um ausgetretenes Heizöl aus dem Keller eines Wohnhauses abzusaugen. Zu insgesamt sechs weiteren Unwettereinsätzen kam es in Ruppertenrod, Wettsaasen und Merlau.

In Ermenrod wurden die Keller von vier Wohnhäusern und ein Kuhstall durch Feuerwehrleute leer gepumpt. Besonders betroffen waren der Plattenweg und die Groß-Feldaer Straße. Wie Gemeindebrandinspektor Rüdiger Klaus berichtete, musste zum Räumen von Durchlässen und Brücken ein Bagger eingesetzt werden. »Das Wasser staute sich durch Geröll und Holz«, so Klaus.

Die Landesstraße zwischen Ermenrod und Groß-Felda musste für Stunden voll gesperrt werden, dort war der Zeilbach über die Ufer getreten. In der Gemeinde Feldatal waren insgesamt 50 Feuerwehrleute aus Ermenrod, Groß-Felda, Kestrich, Stumpertenrod, Windhausen und Zeilbach bis etwa 22 Uhr im Einsatz, zur Sicherstellung des Brandschutzes stand die Einsatzabteilung aus Köddingen in Bereitschaft.

DRK gibt Eintopf aus

Das Deutsche Rote Kreuz war mit seinen Bereitschaften aus Atzenhain und Mücke nach Ober-Ohmen zur Hilfe geeilt. Die Helfer richteten im Dorfgemeinschaftshaus eine Betreuungsstelle ein und versorgten dort insbesondere die Einsatzkräfte der Feuerwehr. »Es wurden rund 100 Portionen Eintopf ausgegeben«, erzählten die Leiter Lea Göbel und Frank Schäfer. Teilweise wurde die Verpflegung auch in die Einsatzabschnitte der Überflutungen gebracht.

Von den insgesamt 170 Feuerwehrleuten und DRK-Helfern wurden schätzungsweise 1000 ehrenamtliche Einsatzstunden geleistet. Landrat Manfred Görig sprach den Einsatzkräften Dank für ihre Hilfe aus. »Gerade bei Unwetterlagen, die kurz hintereinander auftreten, erweist sich die herausragende Einsatzbereitschaft und die hohe Fachlichkeit unserer Feuerwehren und der ehrenamtlichen Helfer des DRK«, meinte Görig. Auf Anfrage führte der Landkreis seine Unterstützung für die Einsatzleitungen der jeweiligen Feuerwehren nach Bedarf an, beispielsweise durch die Leitstelle, den Einsatzleitwagen (ELW 2) und die fachliche Unterstützung der Kreisbrandinspektoren sowie Kreisbrandmeister.

So war zum Beispiel der stellvertretende Kreisbrandinspektor Hubert Helm am Mittwoch in Ermenrod und Ober-Ohmen vor Ort. Wie Kreispressesprecher Erich Ruhl-Bady mitteilte, stellt das Land dem Vogelsbergkreis unterschiedliche Einsatzfahrzeuge zur Verfügung, unter anderem ein in Nieder-Ohmen stationierter Gerätewagen für Logistik und Hochwasserschutz.

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