22. Mai 2018, 21:37 Uhr

Hochwasser

Unwetter im Vogelsberg: Die Bilanz in Wort und Bildern

»Ober-Ohmen ist abgesoffen«, meldete ein Feuerwehrmann am Dienstagabend. Und wirklich: Die Wassermassen waren überall. Betroffen vom Starkregen war auch ein anderer Teile des Kreises.
22. Mai 2018, 21:37 Uhr
Feuerwehrleute im Pumpeinsatz in Feldatal-Ermenrod. Keller liefen mit Wasser voll.

Bis zu einen Meter hoch unter Wasser standen am frühen Dienstagabend die Dörfer Ober-Ohmen und Ermenrod im Vogelsbergkreis. Mehr als 150 Feuerwehrleute rückten zur Hilfe aus, um überflutete Wohnhäuser und Straßen vom Wasser zu befreien. In Ober-Ohmen rettete die Feuerwehr eine Seniorin aus ihrer überfluteten Wohnung. »Das Wasser stand ihr sprichwörtlich bis zum Hals«, so Mückes Gemeindebrandinspektor Martin Schlosser.

 
Fotostrecke: Unwetter im Vogelsbergkreis

In Ermenrod musste die Bundesstraße 49 wegen einer Schlammüberflutung gesperrt werden. »Wir wurden erst wegen eines vollgelaufenen Kellers zur Hilfe gerufen und bei unserem Eintreffen stand dann Ermenrod unter Wasser«, sagte Feldatals Gemeindebrandinspektor Rüdiger Klaus. Auch betroffen war Ruppertenrod, hier musste die Feuerwehr einige Keller leerpumpen.

Für die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Mücke wurde aufgrund der Überflutungen in Ober-Ohmen Vollalarm ausgelöst, es rückten alle zwölf Einsatzabteilungen mit Feuerwehrleuten aus Atzenhain, Bernsfeld, Flensungen, Groß-Eichen, Höckersdorf, Ilsdorf, Merlau, Nieder-Ohmen, Ober-Ohmen, Ruppertenrod, Sellnrod und Wettsaasen zur Hilfe an. Die Zufahrt gestaltete sich aufgrund von überfluteten Landesstraßen aber schwierig, auf der Straße zwischen Ober-Ohmen und Ruppertenrod schwammen zeitweise mehrere Fässer. Diese waren von einem Produktionsgelände weggeschwemmt worden. Kurzzeitig waren die Schweine eines Bauernhofs in der Ohmstraße vom Ertrinken bedroht, sie konnten jedoch durch Wasserbarrieren geschützt werden.

Der Straßenzug der Schillerstraße wurde komplett überflutet. Im Gasthaus am Römer schwammen die Bierfässer im Keller, hier pumpte die Feuerwehr mit einer Tragkraftspritze zeitweise Hunderte Liter Wasser pro Minute ab. In einem Wohnhaus wurde ein Öltank beschädigt, sodass Heizöl ausfloss. Hier rückte die Feuerwehr der Stadt Homberg (Ohm) mit einem Gerätewagen-Gefahrgut zur Hilfe an.

Zur Koordination der vielen Einsatzstellen wurde am örtlichen Feuerwehrhaus ein Einsatzleitwagen eingesetzt. »Bei dem Unwetter der vergangenen Woche waren wir noch verschont geblieben...«, sagte Gemeindebrandinspektor Schlosser vor Ort. Die Bundesstraße 49 konnte am späteren Abend wieder freigegeben werden. Angaben über Sachschäden liegen noch nicht vor.

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