10. Mai 2018, 22:27 Uhr

Kampf um Geld aus Brüssel

10. Mai 2018, 22:27 Uhr

Vogelsbergkreis (pm). Für Städtepartnerschaften gibt es Zuschüsse aus europäischen Töpfen. Fördermittel aus Brüssel zu erhalten ist schwierig, bei einem gut formulierten Antrag aber möglich. Das ist das Ergebnis eines Treffens der überparteilichen Europa-Union mit den Vertretern von Vogelsberger Verschwisterungsvereinen und Partnerschaftskomitees in Schotten.

»Ein Verschwisterungskomitee, das mit seinem Förderantrag bei der Europäische Union Erfolg haben will, braucht fast immer professionelle Unterstützung«, sagte Europa-Union-Kreisvorsitzender Stephan Paule (Bürgermeister Alsfeld). Deshalb hatte der Verband die Zuschuss-Expertin Anna Noddeland, Leiterin des Instituts für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ), zu dem Treffen eingeladen. Das IPZ unterstützt Partnerschaftsvereine, Kommunen und Schulen in der Planung und Durchführung ihrer internationalen Arbeit. Die Europäische Union verfügt über eine Vielzahl an Fördertöpfen, aus denen Verschwisterungen bezuschusst werden könnten. Am wichtigsten ist das Programm »Bürgerbegegnungen«. An dem Programm müssen mindestens 25 internationale Teilnehmer beteiligt sein, der Zuschuss liegt bei 5000 bis 25 000 Euro.

Mindestens 16 Teilnehmer nötig

»Eine Begegnung, die gefördert werden soll, muss klare thematische Schwerpunkte haben – etwa kommunaler Umweltschutz, lokale Wirtschaftsförderung oder die Projekte für die Integration von Flüchtlingen«, sagte Noddeland. »Ein gutes Programm enthält interkulturelles Lernen, das Kennenlernen von Land und Leuten, den Vergleich von Kulturen und Sitten sowie das Sprachenlernen«, erklärte die IPZ-Leiterin. Bürger müssten die Möglichkeit haben, sich in das Programm einzubringen.

Für Schul- und Jugendbegegnungen ist der Fördertopf Erasmus plus wichtig. 16 bis 60 junge Leute aus mindestens zwei Ländern sollten an dem Treffen teilnehmen. Wichtig sei, dass das Programm eine intensive Beschäftigung mit der EU enthalte.

»Wenn man Geld aus Brüssel haben will, ist das immer mit harten Kämpfen verbunden. Wir in Schotten waren aber bisher immer erfolgreich«, bilanzierte Hans Otto Zimmermann, langjähriger Bürgermeister und Ehrenvorsitzender des Verschwisterungsvereins Schotten. Zu dem Treffen kamen Vertreter der Verschwisterungsvereine aus Alsfeld, Schotten und Herbstein, die ebenso wie der kreisweite Freundschaftskreis Derbyshire Dales als eingetragener Verein organisiert sind. Präsent waren auch die Partnerschaftskomitees aus Freiensteinau, Maar und Antrifttal, die als lose Vereinigungen ohne rechtlichen Rahmen für die Verschwisterung eintreten.

Europa-Union-Kreisvorsitzender Stephan Paule stellte die Bedeutung der Städtepartnerschaften für die europäische Integration heraus. »Verschwisterungen sind ein einzigartiges Erfolgsmodell. Bei keiner anderen Einrichtung kommen so viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammen. An Begegnungen bei Städtepartnerschaften nehmen Menschen aller Generationen und aller Schichten teil«, lobte Paule.

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