08. Mai 2018, 21:43 Uhr

Mit Diebesgut von Polizei geschnappt

08. Mai 2018, 21:43 Uhr

Die Brandserie hat Alsfeld erschüttert, nun steht der mutmaßliche Täter vor Gericht. Im Januar, August und September vergangenen Jahres soll ein 31-Jähriger aus Alsfeld fünf Einbrüche in Gartenhütten begangen haben, dabei soll er vier Brände gelegt haben, der Sachschaden wird auf rund 55 000 Euro geschätzt. Auf frischer Tat wurde der 31-Jährige nicht ertappt, deshalb kamen zum Verhandlungsauftakt am Schöffengericht Alsfeld am Dienstag zwölf Zeugen zu Wort. Das Verfahren wird Ende Mai fortgesetzt.

Die Anklage legt dem jungen Mann Diebstähle und Brandstiftungen zur Last. So soll er in der Nacht zum 24. Januar 2017 zwei Hütten der Kleingartenanlage an der Karl-Metz-Straße geknackt haben. Dabei verschwanden ein Fernseher und Elektrowerkzeuge. Beide Hütten wurden angezündet, der Sachschaden liegt bei rund 35 000 Euro. In der Nacht zum 27. August soll der 31-Jährige Feuer in einer Gartenhütte gelegt haben, in die Tage zuvor eingebrochen worden war. Sachschaden: rund 7000 Euro.

Drei weitere Einbrüche in der Nacht zum 5. September 2017 werden ihm zur Last gelegt. Diesmal waren Hütten im Kleingartengebiet am Fulder Tor dran. Gestohlen wurden Deko-Artikel, Fernglas, Bierflaschen und kleinere Dinge. Eine Gartenhütte wurde angezündet, dabei auch zwei angrenzende Hüttchen durch das Feuer beschädigt.

Der Angeklagte berichtete über seinen Werdegang, dass er seit Jahren heroinabhängig ist. Er ist in Lettland aufgewachsen, sagte er mit Hilfe einer Dolmetscherin, und geriet dort wegen eines Rauschgiftdelikts in Haft. Nach einer Therapie und Rückfällen zog er 2016 zu Verwandten nach Alsfeld. Er habe als Hilfsarbeiter an verschiedenen Orten gearbeitet, aber wieder eine Clique im Rauschgiftmilieu kennengelernt.

Seine Beteiligung an den Einbrüchen und Brandstiftungen stellte er deutlich anders dar als in der Anklageschrift formuliert. So habe er die Einbrüche im Januar 2017 nicht verübt. Er habe nur für die drei Täter die Beute abgeholt. Von den Tätern kenne er nur die Vornamen, darunter »Gescha« und »Patrik«. In der Nähe des Tatorts wurde ein Handschuh mit DNA-Spuren des 31-Jährigen gefunden. Den hätten wohl seine Kumpel mitgenommen, sagte er.

Auch bei den Einbrüchen im September am Fulder Tor sei er nur am Rande beteiligt gewesen, sagte der 31-Jährige. Er sei nur zu seinen drei Kumpel an einer Hütte gekommen und habe die Sachen mitgenommen. Er habe nicht eingebrochen und Feuer gelegt. Er könne sich nicht gut erinnern, weil er unter Drogen gestanden habe.

Allerdings ist der 31-Jährige kurz nach dem Feueralarm rund 300 Meter vom Tatort entfernt von der Polizei aufgegriffen worden. Die beiden Beamten berichteten, er habe am Fahrrad zwei große Taschen mit Diebesgut aus den drei Hütten mitgeführt. Er hielt eine Flasche Bier, die wahrscheinlich aus einer der Hütten stammte. Den Polizisten sagte er, er habe sie an der Tankstelle gekauft.

Bei einer Hausdurchsuchung hat die Polizei weiteres Diebesgut gefunden. Mehrere Bestohlene berichteten vor Gericht über die Verluste in ihren Hütten.

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