04. Mai 2018, 05:00 Uhr

Unfallursache

Bleifuß bleibt Hauptproblem Pedelecs und E-Bikes

Bei Unfällen sind 2017 auf den Straßen im Vogelsberg zehn Menschen gestorben. Das zeigt die Bilanz, die das Polizeipräsidium Osthessen jetzt vorgestellt hat.
04. Mai 2018, 05:00 Uhr
Bei diesem schweren Unfallbei Homberg gab es sechs Verletzte. (Foto: Archiv)

Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Vogelsbergkreis insgesamt 2558 Verkehrsunfälle, das waren fast zwölf Prozent mehr als im Jahr davor. 432 Menschen wurden dabei verletzt. Zehn Verkehrstote liegen zwar im langjährigen Vergleich im Durchschnitt, waren aber der höchste Wert im ganzen Polizeipräsidium Osthessen, das noch die beiden Landkreise Fulda und Hersfeld-Rotenburg umfasst.

Häufigste Ursache für die Crashs waren Unachtsamkeit und zu schnelles Fahren. Deutlich mehr ältere Fahrer waren an Unfällen beteiligt (plus 30 Prozent bei den 65- bis 74-Jährigen). Die Polizei will in dieser Altersgruppe jetzt vermerkt Präventionsprojekt starten. Unfallschwerpunkte waren im vergangenen Jahr die sogenannte Hartmann-Kreuzung in Alsfeld und der Abzweig der Landesstraße von Ilbeshausen Richtung Hoherodskopf.

43 Prozent sind Wildunfälle

Mittlerweile sind 43 Prozent aller Unfälle im Kreis Wildunfälle. Ihre Zahl stieg um 20 Prozent auf 1109. Das hat vor allem zwei Gründe: nämlich die sehr hohe Zahl von Wildschweinen, die öfter über die Straße laufen, aber auch zu schnelles Fahren in Gebieten, wo Schilder auf den Wildwechsel hinweisen. Schon ab 70 Kilometern pro Stunde hat man in der Regel keine Chance mehr, mit dem Auto auszuweichen, wenn ein Fuchs oder ein Reh über die Straße rennt.

Versuche, die Tiere mit Reflektoren vom Überqueren der Straße abzuhalten, sind nicht sehr erfolgreich. Es gibt Überlegungen, Autofahrer über eine App vor Wildbegegnungen zu warnen. Der Bau von Zäunen sei zu teuer. Es bleiben noch Geschwindigkeitsbeschränkungen, aber an die bereits vorhandenen hält sich schon jetzt kaum jemand. Und die Polizei hat weder die Mittel und das Personal für weitreichende Kontrollen, heißt es.

Neuer »ProViDa-«Streifenwagen

Dem verstärkten Aufkommen von Rasern und Dränglern besonders auf den Autobahnen will die Polizei unter anderem mit einem modernen »ProViDa-«Streifenwagen versuchen zu begegnen. Hier werden die Verkehrssünder auf Kamera aufgezeichnet und können ihr Verhalten hinterher auf Video anschauen. Denn die Polizei versucht, an die Einsicht der Fahrer zu appellieren, notfalls gibt es Punkte in Flensburg oder Fahrverbote. Die Zahl der Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss ging zurück. Bei 42 Unfällen im Altkreis Alsfeld waren Rauschmittel im Spiel, wobei hier auffällt, dass sich die meisten davon in Mücke ereigneten. Zu viel Alkohol im Blut hatten 40 Verkehrsteilnehmer, die erwischt wurden, 39 hatten Drogen konsumiert. Freitags passieren übrigens die meisten Unfälle, weil sich dann der abendliche Pendler- mit dem Wochenendverkehr trifft. Fast jeder fünfte Unfall im Gebiet des Präsidiums Osthessen ereignete sich auf der Autobahn. Hier wurde noch einmal ausdrücklich darauf verwiesen, wie wichtig es ist, eine Rettungsgasse zu bilden.

Die Zahl der betroffenen Motorradfahrer ging zurück, ein Zweiradfahrer starb in Folge eines Unfalls. Immer noch sind hier die beliebten Strecken im Raum Schotten ein Brennpunkt, weil hier gerade an schönen Tagen sehr viele Zweiradfahrer unterwegs sind. Dabei verunglücken Männer fast fünfmal häufiger beim Motorradfahren als Frauen. Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten stieg um 18 Prozent auf 512. Die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr bei 39 Prozent. Bei vielen der Unfälle handelte es sich um die typischen »Parkplatzrempler.«

Sogenannte Pedelecs und E-Bikes werden als Fortbewegungsmittel gefragter. Wie fast überall sind sie immer häufiger auf Radwegen oder Straßen anzutreffen. Infolgedessen wurden 2017 mehr Unfälle mit Pedelecs registriert, die sich aber mit 18 im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Osthessen noch in einem sehr niedrigen Bereich bewegen. Das E-Bike ist laut Polizei bisher eher selten anzutreffen. Deshalb gab es im vergangenen Jahr nur einen einzigen Unfall, mit einer schwer verletzten Person allerdings. (ks)

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