01. Mai 2018, 19:25 Uhr

Ohne Schlüssel geht es nicht

01. Mai 2018, 19:25 Uhr

Gemünden (rs). Wie werden zukünftig die Straßensanierungen bezahlt, und unter welchen Bedingungen kann man Grünschnitt auf den zentralen Sammelplätzen der Kommunen abgeben? Unter anderem diese Fragestellungen dürften dazu geführt haben, dass sich bei der letzten Gemeindevertretersitzung im Dorfgemeinschaftshaus von Burg-Gemünden rund 40 Bürger einfanden. Das mündete in dem Lob des Bürgermeisters, dass die Zuschauer nicht nur wegen eines sie speziell betreffenden Themas gekommen waren, sondern zum Großteil bis zum Sitzungsende dageblieben sind.

Die Diskussion zur Problematik Grünschnittablieferung auf der örtlichen Deponie eröffnete Tobias Reitz (BGG). Er schilderte dazu, dass die Bürger die Entsorgung einerseits schon bezahlt hätten, andererseits bei Vergabe der Arbeiten an Firmen aber doppelt zur Kasse gebeten würden. Zudem sollten kleine örtliche Gewerbetreibende aus dem Bereich der Gartenpflege weiterhin individuellen Zugang zu den Lagerplätzen behalten dürfen. Bürgermeister Lothar Bott zeigte sich dankbar für den BGG-Vorstoß, denn alle Kommunen seien von der angestrebten Neuregelung des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Vogelsbergkreis (ZAV) betroffen.

Zur Erinnerung: Der ZAV will bei den Zwischenlagerplätzen neue Schlösser einbauen, und Schlüssel sollen dann weder die Kommunen noch die Gartenbaubetriebe bekommen. Hintergrund ist, dass der Verband bei Ortsterminen den Eindruck gewonnen hat, dass einige Plätze unbeaufsichtigt offenbar über einen längeren Zeitraum zugänglich waren, und es dann zu ungeordneten Ablagerungen kam. Bürgermeister Lothar Bott sicherte zu, die Problematik in der ZAV-Verbandsversammlung (dort ist er als FW-Vertreter einer von 40 Mitgliedern) erneut vorzutragen. Von der UBL regte Klaus-Dieter Jensen an, dass Gewerbetreibende auf von der Gemeinde absehbar einzurichtenden Zwischenlagerplätzen ablagern dürfen sollten. Die Gemeindevertreter sprachen sich sowohl für das Ansinnen der BGG als auch die Anregung aus, dass ein künftiger gemeindeeigener Zwischenlagerplatz auch den Gewerbetreibenden zugänglich gemacht werden sollte. Sollte sich keine Einigung ergeben, regte Walter Momberger (BGG) spaßhaft an, im Falle des Grünschnitt-Notstandes diesen in Lauterbach vor der ZAV-Geschäftsstelle abzuladen. Damit lehnte er sich an einen Vorschlag von Landrat Manfred Görig an, der davon gesprochen habe, tote Waschbären der Landesregierung zukommen zu lassen.

Abwasser-Anschluss an Mücke

Das Thema Abwasserreinigung war in den vergangenen Monaten mehrfach durchgesprochen worden, jetzt berichtete der Bürgermeister von Gesprächen mit Vertretern des Abwasserverbandes Ohm-Seenbach, dem Mücke und Grünberg angehören. In der Diskussion ist eine Druckleitung von der alten Kläranlage Nieder-Gemünden zur Kläranlage Nieder-Ohmen/Königsaasen. Laut Einschätzung von Bott besteht nach einem Austausch des Haupt- und Finanzausschusses mit dem vormaligen Mücker Bürgermeister Matthias Weitzel und der Geschäftsführerin des Abwasserverbandes Ohm-Seenbach Sabine Bork keine Chance, dass Gemünden als drittes Mitglied aufgenommen wird. Gemünden hätte dann einen hohen Beitrag einzahlen müssen; ohne allerdings absehbare Vorteile daraus zu haben. Deshalb bestehe die Frage, ob man mit dem Abwasserverband verhandeln solle, unter welchen Regeln man zusammenarbeiten kann. Hintergrund der Gespräche ist, dass die Genehmigung für die Kläranlage Nieder-Gemünden demnächst ausläuft. Tobias Reitz (BGG) hielt Verhandlungen mit dem Abwasserverband für sinnvoll, weil eine eigene neue Kläranlage wenig Sinn mache, wie ein Gutachten gezeigt habe. Walter Momberger (BGG) zeigte sich pessimistisch, dass in die Abwasserreinigung mal Ruhe rein komme, weil der Gesetzgeber immer neue Hürden zur Reinigung einbaue. Ansonsten stimme man dem vom Ausschuss vorgeschlagenen Weg zu, mit dem Abwasserverband in Verhandlungen einzutreten. So wird nach einstimmigem Beschluss verfahren.

Zur geplanten Ausweisung des Wanderweges »Hohler Grund« bei Ehringshausen gab es viel Lob von den Fraktionen, das zeige, was man mit Geduld und Engagement erreichen könne. »Jörg Diegel und Dunja Werneburg haben mit ihrer Gruppe was auf die Beine gestellt«, konstatierte der Bürgermeister. Fast 40 000 Euro werden für die Zertifizierung in den Haushalt eingestellt, dazu gibt es einen Zuschuss von rund 25 000 Euro.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bürger
  • Gemünden
  • Gewerbetreibende
  • Kläranlagen
  • Lothar Bott
  • Matthias Weitzel
  • Vogelsberg
  • Rolf Schwickert
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.