24. April 2018, 12:00 Uhr

Fit für Afghanistan

Georgische Soldaten gehen in die Luft

Im Vogelsberg bereiten sich georgische Soldaten auf den Einsatz im seit Jahrzehnten umkämpften Land vor. Geschult werden sie vom Jägerbataillon 1 Schwarzenborn im Transport mit Hubschraubern.
24. April 2018, 12:00 Uhr

»Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.« Mit diesem Spruch wurde 2002 der damalige Bundesverteidigungsminister Peter Struck bekannt. Jetzt kann man hinzufügen: Auch an Schwalm und Lauter. Denn das Jägerbataillon 1 bildet derzeit eine 140 Mann starke Kompanie georgischer Soldaten für die Schnelle Eingreiftruppe (Quick Reaction Force – QRF) im Norden Afghanistans aus.

Im Mittelpunkt der sechs Monate dauernden Ausbildung stehen deutsche Fahrzeuge und Waffensysteme wie zum Beispiel das Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) Dingo. Das ist ein gepanzertes luftverladbares Radfahrzeug für Patrouillen- und Spähfahrten, das mit einer fernbedienbaren Waffenstation FLW 100 des deutschen Rüstungsunternehmens Krauss-Maffei Wegmann ausgestattet ist. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Lufttransportausbildung, denn das Jägerbataillon 1 ist im Verbund mit den Heeresfliegerkräften eine der wenigen zu luftgestützten Operationen besonders befähigten Verbände der Kampftruppen des Heeres.

Verwundete bergen

Die Einsatzvorbereitungen der Georgier werden von der 2. Kompanie des Jägerbataillons geleistet, in der vergangenen Woche stand die Lufttransportausbildung auf dem Programm. Dazu erfolgte zunächst an den Hubschraubern CH 53 und Bell UH-1 D Einweisung, Auf- und Absitzen, Verladen von Fahrzeugen (Wolf) und der Verwundetentransport. Nach dem theoretischen Teil stand der Einheit am Mittwoch und Donnerstag ein Transporthubschrauber vom Typ NH 90 zur Verfügung. Die einzelnen Gruppen wurden aus einem Verfügungsraum in ihre Einsatzräume bei Sickendorf, Heblos, Wallenrod und Meiches geflogen und dort auch später wieder aufgenommen.

Bei Interviews mit den georgischen Soldaten sowohl in Schwarzenborn als auch bei der Luftverladeübung war zu hören, dass die Soldaten sehr zufrieden mit der Ausbildung sind. »Wir bekommen alles sehr gut und ausführlich erklärt«, sagten gleichlautend mehrere Soldaten und ein Zugführer.

Begeisterung beim Rugby-Spiel

Auch das Betreuungsprogramm wie wöchentliche Einkaufsfahrten nach Neukirchen und Ziegenhain sowie Besichtigungen in Marburg, Fulda, Frankfurt und Kassel wurden gut angenommen. Einer der Höhepunkte waren die Fahrt nach Offenbach zum Rugby-Länderspiel Deutschland – Georgien. Auf dem Programm steht außerdem eine zweitägige Fahrt nach Berlin, die Teilnahme am Motocross-Hessencup in Schrecksbach und am Hessentag.

In der Knüllkaserne selbst steht ein mehrköpfiges Betreuungsteam bereit. Billard- tische, Tischfußballspiele, Tischtennisplatten und PCs mit Spielekonsolen stehen in einem gesonderten Gebäude zur Verfügung. Für eine gute Verständigung zwischen den Ausbildern und den georgischen Soldaten sorgen 15 bis 20 Sprachmittler.

Die Ausbildung endet mit einer Abschlussübung am Gefechtsübungszentrum in Letzlingen (Sachsen-Anhalt). Danach geht es für zwei Wochen zurück nach Georgien, und anschließend erfolgt die Verlegung nach Masar-i-Scharif im Norden des Einsatzlandes Afghanistan. Die Soldaten waren das 8. Kontingent der georgischen Schnellen Einsatzgruppe, die Kontingente 11 und 12 werden wieder in Schwarzenborn ausgebildet.

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