18. April 2018, 20:16 Uhr

Mit Schwung ins Wochenende

18. April 2018, 20:16 Uhr
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Von Hannelore Diegel
Das Blechbläserensemble »Brass ON« unter der Leitung von EKHN-Landesposaunenwart Albert Wanner (6. v. r.) bietet in der Appenröder Kirche ein ganz besonderes Klangerlebnis. (Foto: eva)

Homberg-Appenrod (eva). Sie spielen auf Trompeten, Posaunen, Tuben und Schlagzeug, und wo sie auftreten, werden sie mit Beifallsstürmen belohnt: das Blechbläserensemble »Brass ON«. Die Mitglieder des Ensembles sind Musiker aus den Posaunenchören der Bezirke Oberhessen und Nord-Nassau. Sie geben Konzerte in den Kirchen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) oder spielen zu besonderen Anlässen auf. Das Ensemble besteht aus Bläsern, die es sich zum Ziel gesetzt haben, alte und neue Musik für Blechbläser – das eine oder andere Stück auch mal etwas anders aufbereitet und aufgepeppt – dem Publikum vorzustellen. Sie kündigen »fantastische Blechmusik« an, und was sie versprechen, halten sie auch. Davon konnten sich am Sonntag Besucher in der Kirche überzeugen. Unter dem Konzertmotto »Zurücklehnen und das Wochenende musikalisch ausklingen lassen« bot das Ensemble ein ganz besonderes Klangerlebnis, zu dem Pfarrer Alexander Starck die Gäste willkommen hieß.

Brahms trifft auf Queen

Den musikalischen Auftakt bildeten »Blues March« von Raymond Premru, »Die Ankunft der Königin von Saba«, eine der bekanntesten Symphonien aus Händels Oratorium »Salomo«, und im Anschluss »Wo ist ein so herrlich Volk«, ein Zyklus von drei Motetten aus »Fest und Gedenksprüche« Op. 109 von Johannes Brahms. Mit »einem großen Sprung in der Musikgeschichte«, so die Ankündigung, ging es mit der Musik eines von Disney animierten Kinderfilms »How to train your Dragon« von John Powell in das Jahr 2010, bevor mit Chris Hazells Musik »Kraken« (Another Cat) ein Abstecher in die Szenerie englischen Landlebens vollzogen wurde.

Nach einer kurzen Pause, während der vom Posaunenchor Maulbach an dem lauen Frühlingsabend vor der Kirche Getränke angeboten wurden, begann der zweite Konzertteil mit »Echos of Harlem« und »Chrysler Building«, mit denen der britische Komponist Jim Parker Stimmungsbilder bei einem Besuch im New Yorker Stadtteil Harlem eingefangen hat. »Musik ist was ganz Tolles, begleitet einen in allen Situationen, Musik kann ausdrücken, was mit Worten nicht mehr ausgedrückt werden kann«, so lautete die Ankündigung zu »Der Herr segne und behüte uns« von John Rutter. Das darauffolgende Stück »Children of Sanchez« des US-Amerikanischen Komponisten und Jazz-Flügelhornisten Chuck Mangione, ist das Titelstück des gleichnamigen Albums und außerdem Soundtrack des ebenso lautenden Films von 1978. Mangione erhielt für diesen Titel einen Grammy für »Beste Pop-Instrumental-Performance«. Gespielt wurden ferner »Mr. Jums« von Chris Hazel, »Cantina Band«, ein von John Williams 1977 komponiertes Stück aus der Filmreihe Star Wars, und der Rocksong »Bohemian Rhapsody« von Queen.

Stehende Ovationen und Bravorufe gab es am Ende des Konzertes. Keine Frage, dass das begeisterte Publikum die Musiker nicht ohne eine Zugabe entließ. Und die erhielten sie mit »16 Tons«, dem sozialkritischen Country-Folk-Song, der das Leben in US-amerikanischen Kohlegruben in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts beschreibt, sowie dem »Abendsegen« aus Humperdincks Oper »Hänsel und Gretel«.

Es war ein rundum gelungenes Programm mit einem Klangerlebnis und einer Auswahl von Musikstücken, wie man es nur selten zu hören bekommt, gespielt von Musikern, die an diesem Abend voller Spielfreude dem begeisterten Publikum ihr Können unter Beweis stellten.



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