17. April 2018, 19:16 Uhr

Von Braunkehlchen bis Wolf

17. April 2018, 19:16 Uhr
Der Vorstand des NABU-Kreisverbandes mit Thomas Ondra, Karl-Heinz Zobich, Thomas Steinke, Burkhard Horst, Axel Rockel, Carmen Schramm, Dr. Martin Jatho und Tilman Oeppert (von links). (Foto: au)

Sehr umfangreiche Informationen erhielten die Mitglieder des NABU-Kreisverbandes im Rahmen der Jahreshauptversammlung in Ulrichstein. Vorsitzender Karl-Heinz Zobich (Homberg-Schadenbach) zog eine äußerst positive Bilanz für 2016 und 2017. Als beispielhaft für die Zusammenarbeit von Behörden und Verbänden nannte er das Wiesenbrüterprojekt Crainfeld. Die Gemeinde Grebenhain habe zwar intensiv Hecken entfernt, das finde nicht immer Zustimmung, aber für die Braunkehlchen sei das gut, weil sie sich vor Beutegreifern fürchten, die sich in den Hecken verstecken. Es gebe in ganz Hessen nur noch zwei bedeutsame Populationen von Braunkehlchen, eine im Westerwald und die in der Lüderaue bei Crainfeld. Selbst die Rhön sei weitgehend frei von Braunkehlchen.

»Mitglieder der NABU-Gruppen und einzelne Naturschützer retten jedes Jahr mit hohem körperlichem Einsatz Amphibien vor dem Tod auf Straßen. Um die Maßnahmen besser zu koordinieren und von den Behörden Verbesserungen zu verlangen, haben wir das Netzwerk Amphibienschutz Vogelsberg gegründet«, sagte Zobich weiter.

Als Forderungen nennt der Kreisvorsitzende, Wartung und Reparatur von fest installierten Leitanlagen, Neuanlage von Unterquerungen auf stark befahrenen Straßen, die mit mobilen Zäunen ergänzt werden, Totalsperrungen, wo eine Umfahrung für Autofahrer zumutbar ist und andere Wanderwege nicht zusätzlich belastet werden. Dazu seien Polizeikontrollen erforderlich – oder das Umfahren der Sperren unmöglich machen. Weiter seien Tempo-30-Zonen mit Geschwindigkeitskontrollen notwendig.

In seinem weiteren Bericht ging Zobich auf das Naturschutzgroßprojekt und hier besonders auf die Renaturierung des Hochmoores im Naturschutzgebiet Breungeshainer Heide am Hoherodskopf ein. »Wir haben uns Spezialisten aus Bayern geholt, die viel Erfahrung mit Renaturierung haben. Wir haben Erfahrungen unter anderen in der Rhön, in Litauen und in Brandenburg gesammelt«. Weitere Punkte seines Berichtes waren Probleme bei der Ausweisung von sogenannten Kernflächen im Rahmen der Biodiversitätsstrategie, die Arbeiten am Ober-Mooser Teich, die Abholzung von Erlen im Bachbereich sowie das Thema Wolf.

Aus der Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz berichtete Leiter Thomas Steinke und für die Arbeitsgemeinschaft Avifauna stellte Leiter Axel Rockel den Bericht vor. Ausführlich ging er auf das Rotmilanprojekt ein. Über das Ausbildungs-Zentrum für Naturschutz im Vogelsbergkreis (AZN) informierte Leiter Dr. Martin Jatho. Bei den Wahlen wurde Vorsitzender Karl-Heinz Zobich wiedergewählt. Dessen Stellvertretung haben Dr. Martin Jatho und Manfred Theiß. Rechner bleibt Burkhard Horst und Schriftführerin Carmen Schramm. Für die Pressearbeit ist Dieter Graulich zuständig. Als Beisitzer bestätigte die Hauptversammlung Thomas Steinke, Axel Rockel, Tilman Oeppert und Thomas Ondra. Als Kassenprüfer wurden Edgar Schramm und Lars Simbelkamp gewählt.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Amphibien
  • Entwaldung
  • Erlen
  • Hauptversammlungen
  • Instandhaltung
  • Karl Heinz
  • Naturschutzgebiete
  • Naturschützer
  • Vogelsberg
  • Vorsitzende von Organisationen und Einrichtungen
  • Wanderwege
  • Vogelsbergkreis
  • Dieter Graulich
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos