Ulrichstein-Bobenhausen (sf). Kürzlich fand die Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Bobenhausen statt. Vorsitzender Klaus Schwab begrüßte die Teilnehmer. Rechner Martin Liehr gab einen Einblick in die Finanzen, die recht erfreulich sind. Lediglich der Bestand des Wildschadenskontos macht einige Sorgen, da der Betrag fast aufgebraucht ist, ohne dass die aktuellen Grünlandschäden reguliert sind. Hier werden vermutlich die Gemeinschaftskasse und der Jagdpächter zustrecken müssen.

Der Vorsitzende berichtete von einem etwas problematischen Geschäftsjahr. Erfreulich sei, dass Jagdpächter Hans-Jürgen Lütter wieder zehn Jahre das Revier betreut. Ein wesentlicher Punkt stellte der Wegebau dar, der aufgrund von Haushaltsproblemen der Stadt und der damit einhergehenden nicht gesicherten Beteiligung der Stadt nicht im vorgesehenen und dringend notwendigen Rahmen vorgenommen werden konnte.

Herbert Möser wurde das für seine Vorstandstätigkeit und seine viele ehrenamtliche Arbeit der Landesehrenbrief verliehen. Der Vorsitzende sprach das Thema Kitzrettung kritisch an. Solche Maßnahmen durch externe Beteiligte bedürften der ausdrücklichen Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten. Das Problem mit freilaufenden Hunden hat sich nach Eingreifen der Behörden in einem Einzelfall geringfügig entspannt. Trotzdem bestehen weiter erhebliche Probleme. »Wahrscheinlich wurden im vergangenen Jahr vier Verkehrsunfälle mit Wildbeteiligung dadurch ausgelöst, dass vorher Hunde die Tiere aufgescheucht und auf die Fahrbahn gehetzt hatten.« Hier wurde erneut an den Vertreter der Gemeinde appelliert, entsprechende Gefahrenabwehrmaßnahmen zu ergreifen.

Goldschakal macht sich rar

Weil Reviere so eng zusammenarbeiten, dass faktisch keine Jagdgrenzen existieren, führe das zu einer deutlichen Steigerung des Erfolges bei der Schwarzwildbejagung. Aber selbst dies kann nicht verhindern, dass deutliche Schäden entstehen. Die Schäden im Getreide- und Kartoffelanbau wurden über die Wildschadenskasse beglichen. Der Jagdpächter spendierte für den Schaden im Mais dem betroffenen Landwirt ein Wildschwein.

Die Grünlandschäden müssen noch reguliert werden. Der Vorsitzende wies nochmals auf die bestehenden Meldefristen für eingetretene Wildschäden und die Verpflichtung der Betroffenen auf eigenständige Abwehr-maßnahmen hin. Die Benutzung des Maschinenparks wurde neu geregelt. 3000 Euro werden für Wegebaumaßnahmen vorgemerkt und weitere 2500 Euro stehen zur Wildschadenbewältigung zur Verfügung. Für die Anschaffung eines Wiesenhobels wurden 6000 Euro bereitgestellt. Jagdpächter Lütter ging auf die Problematik mit Waschbären und frei laufenden Hunden ein. Der Silberreiher sei noch da. Der Goldschakal wurde letztmalig im Spätherbst gesehen.

Lütter bekannte sich zur Verpflichtung, im Rahmen der Frühjahrsmahd Kitzrettung zu betreiben, bittet aber darum, diese Maßnahme nicht nur auf Kitze, sondern auf alle Wirbeltiere auszudehnen. Eindeutig untersagt er aber ihm nicht bekannten Personen, solche Aktionen vorzunehmen. Die Jagdstrecke betrug 28 Rehe, 33 Wildschweine plus noch mal 17 in den Monaten Februar und März sowie 55 Waschbären. Er wies auf die Gefahren durch die Afrikanische Schweinepest hin, leider sei der Versuch der Wildschweinjagd sogar torpediert worden. Bürgermeister Schneider hofft, dass beim Feldwegebau eine einvernehmliche Verfahrensweise beschlossen werden kann. Er bleibt dabei, dass eine Gefahrenverordnung für das Führen von Hunden an der derzeitigen Situation nichts Entscheidendes verändern werde.

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