Vogelsbergkreis

Orgel trifft Posaune

Mücke-Nieder-Ohmen (sf). Posaune und Orgel ist eine nicht allzu häufig anzutreffende Paarung. Dass sich beide Instrumente bestens ergänzen, sich in den Klangfarben nahestehen und dennoch gut kontrastieren können, zeigten kürzlich zwei versierte Musiker, Vater und Sohn Hermann und Martin Wilhelmi, in der evangelischen Kirche zu Nieder-Ohmen. Helmut Langohr vom Evangelischen Posaunenchor Nieder-Ohmen begrüßte die beiden Solisten. Das Konzert war der Auftakt der Veranstaltungen zum 50-jährigen Bestehen des Posaunenchores Nieder-Ohmen.
10. April 2018, 21:35 Uhr
Jutta Schuett-Frank
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Vater und Sohn Hermann und Martin Wilhelmi gestalten in der evangelischen Kirche ein Konzert mit Orgel und Posaune. (Foto: sf)

Mücke-Nieder-Ohmen (sf). Posaune und Orgel ist eine nicht allzu häufig anzutreffende Paarung. Dass sich beide Instrumente bestens ergänzen, sich in den Klangfarben nahestehen und dennoch gut kontrastieren können, zeigten kürzlich zwei versierte Musiker, Vater und Sohn Hermann und Martin Wilhelmi, in der evangelischen Kirche zu Nieder-Ohmen. Helmut Langohr vom Evangelischen Posaunenchor Nieder-Ohmen begrüßte die beiden Solisten. Das Konzert war der Auftakt der Veranstaltungen zum 50-jährigen Bestehen des Posaunenchores Nieder-Ohmen.

Martin Wilhelmi wurde an der Posaune von Kurt Förster ausgebildet, spielte in mehreren Universitätsorchestern und tritt inzwischen in Auswahlensembles und solistisch auf. Er studiert seit Kurzem an der Musikhochschule Karlsruhe bei Prof. Werner Schrietter. Hermann Wilhelmi, sein Vater, spielt regelmäßig Konzerte am Klavier und an der Orgel und gewann 2014 den ersten Preis beim Orgelwettbewerb der EKHN.

Das Programm spannte einen großen Bogen des Musikgenusses. Die Werke, beispielsweise von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Léon Boëllmann, Charles Gounod sowie Herfried Mencke waren eine klangvolle Symbiose von Posaune und Orgel. Aber auch ausdrucksstarke Osterchoräle wie »Erstanden ist der heil’ge Christ«, »Erschienen ist der herrlich Tag« oder »In dir ist Freude« wurden von der Orgel interpretiert.

Die Musik der Empfindsamkeit aus dem 18. Jahrhundert war zu hören, aus jener galanten Periode zwischen barocker Kunstfertigkeit und gesetzter klassischer Musik, die vor allem individuelle Gefühle in Musik ausdrückte. Klangvoll und jubelnd endete das Konzert mit einer Suite Jazzique von Johannes Matthias Michel, und es folgte ein frenetischer Applaus der Konzertbesucher. Keiner der Konzertbesucher dürfte wohl an diesem frühlingshaften Frühabend ohne einen subjektiven innerlichen Jubel die Kirche verlassen haben. Jeder war von dem Farbklang der majestätischen Orgel und der klangvollen Posaune ergriffen. Nieder-Ohmens Pfarrer Nils Schellhaas war von dem Konzert ebenfalls sichtlich berührt und sprach abschließend den Abendsegen.

Weitere Termine sind am Samstag, dem 25. August, um 19 Uhr auf dem Rathausvorplatz mit einem Open-Air-Konzert mit den Gruppen »Lebendig« aus Gießen und der Gruppe »Gos Pop«, am Sonntag, dem 4. November, findet um 13 Uhr ein Festgottesdienst statt und am 10. November gibt es um 19 Uhr ein Konzert des Posaunenchores mit Richard Robley und seiner Band.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,415252

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