25. März 2018, 18:42 Uhr

Weniger Rinder im Kreis

25. März 2018, 18:42 Uhr
Milchkühe im Stall von Klaus Rockel in Sickendorf. (Foto: jol)

Was vor 8000 Jahren als Arbeitstier begann, das nebenbei Milch, Fleisch und Häute lieferte, ist längst zum lukrativen Industriezweig geworden: Ob schwarzbuntes oder rotbuntes Holsteinrind oder Fleckvieh – Rinder sind die wichtigste Einkommensquelle für die deutsche Landwirtschaft. 12,3 Millionen Milchkühe, Mastrinder, Zuchttiere, Mutterkühe oder Kälbchen stehen momentan in den Ställen und auf der Weide von Flensburg bis Berchtesgaden, rund rund 226 000 weniger als vor fünf Jahren. Im Vogelsbergkreis geht die Rinderhaltung ebenfalls zurück: aktuell werden 52 995 Tiere gehalten, 300 weniger als fünf Jahre zuvor.

Ökonomisch gesehen sind Rinder die wichtigsten Nutztiere der Landwirtschaft. Etwa die Hälfte aller Landwirte in Deutschland hält Rinder, um Milch, Fleisch oder beides zu erzeugen. Während die Zahl der Rinderhalter sinkt, steigen die Herdengrößen. Laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) leben über zwei Drittel der Rinder in Betrieben, die mindestens 100 Tiere halten.

Doch vor allem Milchbauern stehen unter Druck. Um am Weltmarkt wettbewerbsfähig zu sein, schaffte die EU-Kommission 2015 die Milchquote ab. Kleinbäuerliche Erzeuger kämpfen seither ums Überleben. Der Milchmarkt ist gesättigt, der Milchpreis niedrig und die Kosten für Strom, Futter, Maschinen und Arbeitskräfte steigen. Viele Milchbauern geben deshalb auf.

Und wie hat sich unter den Wettbewerbsbedingungen der hiesige Tierbestand in den vergangenen fünf Jahren verändert? Ende November gab es im Vogelsbergkreis 17 758 Milchkühe und damit 150 weniger als Jahr 2012. Während einige Landwirte ausschließlich auf Zuchtvieh, Milchvieh, Masttiere oder Mutterkühe setzten, fahren andere zweigleisig und koppeln Milcherzeugung und Fleischproduktion. Die Milchkühe machen im Kreis rund 33,5 Prozent des gesamten Rinderbestands aus (2012: 33,6 Prozent).

Im Vogelsbergkreis veränderte sich der Rinderbestand in den vergangenen fünf Jahren folgendermaßen: Im Jahr 2012 registrierten die Statistiker hier noch 53 295 Rinder (Milchkühe: 17 908). Zwölf Monate später waren es 54 539 Rinder (Milchkühe: 18 393). Im Jahr darauf registriert die Statistik 55 574 Rinder (Milchkühe: 18 713), zum Stichtag 2015 waren es 54 909 Rinder (Milchkühe: 18 583), zum Stichtag 2016 dann 53 733 Rinder (Milchkühe: 17 906) und im letzten November nun 52 995 Rinder (Milchkühe: 17 758).

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