23. März 2018, 21:48 Uhr

Bouclé trifft Tattoos

23. März 2018, 21:48 Uhr
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Aus der Redaktion
Klassischer purer Chic à la Coco zeigen die Schülerinnen in Alsfeld. (Foto: pm)

Den Chic, die Eleganz und die Klassik französischer Laufstege brachten die Mode- und Maßschneiderinnen der Max-Eyth-Schule auf den Catwalk ihrer Aula und bezauberten ein großes Publikum, das zweimal an diesem Tag die Schule füllte. »Eine Hommage an Coco Chanel« kündigte Schulleiter Friedhelm Walther an.

Die Moderation der Modenschau übernahmen dann Sophie Isabeau Reuber, Margarethe Werner und Sarah Bönsel, die viele Informationen über das Schaffen Coco Chanels und ihre Ausbildung an der Max-Eyth-Schule parat hatten. Die erste Laufgruppe legte den ersten Schwerpunkt der Show auf die klassischen Chanel-Stoffe Tweed (ursprünglich ein traditioneller Herrenstoff), Jersey, das es der Modeschöpferin ermöglichte, eine sportlichere Linie zu entwerfen, und Bouclé, ein Gewebe aus unregelmäßigen, bunt gewebten Garnen, das fast zum Inbegriff des Stils von Coco Chanel geworden ist.

Die jungen Kreativen der Max-Eyth-Schule interpretieren die Klassiker neu: Sie trauten sich, den lässigen Chic Coco Chanels mit derben Boots zu kombinieren oder die Farbwahl ihren sichtbaren Tattoos anzupassen – die ganz besondere Übertragung eines Stils von einem Jahrtausend zum nächsten. Selbst entworfen, genäht und präsentiert waren die Kreationen so individuell wie ihre Trägerinnen.

Entsprechend stolz und selbstbewusst schritten sie über den Laufsteg, dessen Begrenzung mit frischem Grün ganz offensichtlich von den großen Lagerfeld-Schauen inspiriert war. Passende Accessoires wie eine goldene Clutch ergänzten die Looks perfekt, typisch französische Zutaten wie eine Baskenmütze huldigten wie nebenbei dem Land der Mode. Dazu der unvermeidliche rote Lippenstift – die perfekte Inszenierung des Stils von Coco Chanel. Aus dem Off war französisches Stimmengewirr zu hören, neue französische Musik der Künstlerin Zaz leitete die Läufe ein. Wie etwa von dem unvergänglichen »Diamonds are a girl’s best friends«, zu dem die Damen des ersten Lehrjahrs fröhlich, fast übermütig, zeigten, was eine Schluppenbluse ist.

Das kleine Schwarze

Unter dem Stichwort »masculinité« fasste die nächste Laufgruppe Chanels Aufbruch in die modische Emanzipation zusammen. Die Auszubildenden zeigten Variationen im Bereich Hosen. Die nächste Gruppe widmete sich der Bluse. Hier spielten die Designerinnen mit Stoffen und Mustern, zeigten glänzende Teile und präsentierten teils gewagte Kombinationen aus Strenge und Verspieltheit. Manche der gezeigten Stücke offenbarten ihr »Oh là là« erst beim Umdrehen: Spitze auf dem Rücken oder ganz rückenfrei.

Natürlich hatte sie ihren ganz eigenen Auftritt: die klassische Chanel-Jacke aus dem typischen Bouclé, präsentiert vom 3. Ausbildungsjahr. Die Damen hatten sich wie ihre jüngeren Kolleginnen nicht nur außergewöhnliche Stücke geschneidert, sondern für ihre Präsentation auch eine eindrucksvolle Choreografie ausgedacht. Dennoch überließen sie die Bühne den Jacken, deren Eindruck durch keine weitere Auffälligkeit in Sachen Hosen, Röcke oder Accessoires geschmälert wurde. Den Abschluss machte – wie könnte es anders sein – der Chanel-Klassiker schlechthin: Das berühmte kleine Schwarze, das diese Gruppe mitunter als große Robe oder Hosenanzug interpretierte, als Zweiteiler, Jumpsuit oder schulterfrei. So waren sie sich bis zum letzten Modell treu geblieben: Inspiriert von der großen Coco Chanel hatten die Mode- und Maßschneiderinnen gezeigt, wie man Stil individuell umsetzt und Klassiker in das Jahr 2018 überträgt.



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