28. Februar 2018, 12:00 Uhr

Bauplätze

Welcher Ziegel aufs neue Dach darf

In Flensungen und Groß-Eichen sollen 46 neue Bauplätze entstehen. Im Ausschuss wurde darüber diskutiert, welche Ziegel auf die Häuser dürfen.
28. Februar 2018, 12:00 Uhr
Idyllische Lage für 32 Neubauten am Waldrand zwischen dem Flensunger Hof (r.) und der Bundesstraße nach Stockhausen. (Foto: rs)

Dörfer im Vogelsberg – das verband man in den vergangenen Jahren mit Bevölkerungsrückgang sowie leerstehenden und verfallenden Gebäuden. Mittlerweile ist eine Trendumkehr zu verzeichnen – nicht in allen Orten, aber in denen, die eine ausreichende Infrastruktur bieten.

In diesem Sinne befasste sich dieser Tage der Bauausschuss mit dem Ausweisen von Baugebieten in Flensungen und Groß-Eichen. In Sellnrod wird ebenfalls Neubaufläche gewünscht.

Zwischen Flensunger Hof und der Bundesstraße in Richtung Stockhausen sollen auf rund 2,5 Hektar 32 Bauplätze entstehen. Die durchschnittliche Grundstücksgröße soll etwa 650 Quadratmeter betragen, die Gemeinde ist bereits Eigentümer der Flächen. Angeschlossen werden soll das Neubaugebiet durch Verlängerung der Straße »Am Mittelpunkt«. Unter anderem weil das Plangebiet an vorhandene Siedlungsfläche anschließt, kann das Verfahren in beschleunigter Form abgewickelt werden, wie Bürgermeister Matthias Weitzel informierte.

Das bedeutet, dass betroffene Behörden nur einmal statt zweimal eingebunden werden und eine förmliche Umweltprüfung und eine naturschutzfachlicher Ausgleich nicht nötig sind. Diese Passagen rief Kritik der Grünen hervor. Ihr Sprecher Peter Schäfer wollte zudem Änderungen, dass Dachbegrünungen und Solarenergieanlagen nicht nur anzustreben und zulässig sein sollen, sondern vorzusehen seien. Allerdings fand der Vorstoß keinen weiteren Befürworter.

Keine reflektierenden Dachziegel

Einen anderen Kritikansatz hatte CDU-Sprecher Dr. Hans Heuser, der bei den baulichen Vorgaben den Rahmen bei der Dachziegelfarbe und dem Ausschluss stark reflektierender Ziegel zu eng gesteckt sah. Das beschleunigte Verfahren sei sinnvoll, damit nicht der Plan erst fertig ist, bis die Nachfrage wieder abgeebbt ist. Weitzel sagte zu den Ziegeln aus eigener Erfahrung, er habe eine reflektierende Dacheindeckung und je nach Sonneneinstrahlung ärgere sich der Nachbar. SPD-Vertreter Bernd Stock, der im seitherigen Wohngebiet am Flensunger Hof wohnt, bemängelte die Verkehrsführung. Es sei kein Stellplatz vorgesehen, die Straßen seien eng, Müllwagen würden Probleme bekommen. Dem hielt der Bürgermeister entgegen, man habe derzeit nur eine Grobplanung, und wenn man breite Straßen hat, gebe es weniger Platz zum Bauen. Zudem sei nur Anliegerverkehr zu erwarten und die Wendehämmer seien mit 20 und 22 Metern Durchmesser für große Fahrzeuge ausreichend. Weitzel wandte sich auch gegen die Anregung von Stock, statt einer Sackgasse eine Durchfahrmöglichkeit zu bieten. Denn dann werde Besuchern des Flensunger Hofes die Möglichkeit zum Durchfahren und Parken eröffnet. Insgesamt bekam die Vorlage fünf Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen.

Der Bebauungsplan Am Graben II für Groß-Eichen mit 14 Bauplätzen wird ebenfalls nach dem beschleunigten Verfahren abgewickelt. Auch in diesem Fall wurde eine Änderungsanregung der Grünen mehrheitlich abschlägig beschieden, der Vorlage stimmten fünf Personen bei zwei Enthaltungen zu.

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