Vogelsbergkreis

Eigenheim weiter beliebt

Auf dem Bau herrscht Hochkonjunktur. So wurden vergangenes Jahr im Kreis 193 neue Wohneinheiten gebaut, mehr als in den Vorjahren. Weil für viele das Eigenheim immer noch der große Traum ist, wollen etliche Kommunen Neubaugebiete ausweisen. Auf der anderen Seite stehen alte Gebäude leer. Mangelware sind an vielen Orten kleine und seniorengerechte Wohnungen.
26. Februar 2018, 18:34 Uhr
Redaktion
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Bauarbeiter hatten im vergangenen Jahr alle Hände voll zu tun: Die Branche brummt. So wurden im Landkreis 193 neue Wohnungen gebaut – 21 Prozent mehr als im Vorjahr, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt dieser Tage mitteilte.

Ein Blick auf die Statistik zeigt den Aufwärtstrend. So gab es zum Jahreswechsel 2016/2017 laut Fortschreibung der amtlichen Statistik noch insgesamt 51 536 Einheiten jeder Art und Größe. Das war »nur« ein Wohnungsplus gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent.

In ganz Hessen kletterte der gesamte Wohnungsbestand in Wohn- und Nichtwohngebäuden gegenüber dem Vorjahr um rund 18 426 Wohnungen (plus 0,6 Prozent) und sorgte für einen neuen Spitzenwert von drei Millionen Wohnungen.

Problem Leerstand

Auf den Vogelsbergkreis entfielen 51 536 Wohneinheiten, angefangen von der Ein-Zimmer-Bude bis hin zur großen Villa. Zuletzt erhöhte sich der hiesige Bestand um 193 Wohnungen, davor waren es 178 Wohnungen. Vier Jahre zuvor (2012) hatte die Zahl noch bei insgesamt 51 006 Wohnungen gelegen. Deutschlandweit wächst die Wohnungszahl kontinuierlich, der Leerstand allerdings auch. Rund zwei Millionen leer stehende Wohnungen sind es deutschlandweit, schätzt das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, betroffen sind vor allem ländliche Regionen. Der Neubau kommt nicht hinterher.

Zwar nimmt der Wohnungsbestand ständig zu, aber nicht überall in dem Maße wie nötig. Von Januar bis Ende 2016 kletterte der Wohnungsbestand bundesweit um knapp 260 000 Wohnungen auf rund 41,7 Millionen Wohneinheiten. Das ist nicht genug. Fachleute schätzen, dass es bundesweit rund 400 000 jährlich sein müssten.

Gut geschnitten, hell, in toller Lage, mit Balkon oder Garten – so wünschen sich viele ihre Traumwohnung. Welche der 51 536 vorhandenen Wohnungen im Vogelsbergkreis diesem Ideal nahe kommen, wird statistisch nicht erfasst. Der größte Traum vieler ist und bleibt aber auch und vor allem auf dem Land das Eigenfamilienhaus: 23 890 davon gibt es mittlerweile im Kreis.

Preiswerter dürfte das Wohnen demgegenüber in einem der 2485 Mehrfamilienhäuser sein. Hierunter fallen alle Wohngebäude mit drei und mehr Wohnungen. Begehrt sind zudem große Wohnungen mit fünf Räumen (einschließlich Küche) und mehr. Davon gab es im Vogelsbergkreis zum Jahreswechsel 2016/2017 insgesamt 32 257, ein Anteil von rund 62,6 Prozent an allen vorhandenen Wohnungen.

Weitere 9881 Wohnungen (19,2 Prozent) verfügten über vier Räume, 6658 Wohnungen (12,9 Prozent) waren Dreiraumwohnungen, 2172 (4,2 Prozent) verfügten über zwei Räume und 568 über einen Raum (1,1 Prozent).

Rund 91,7 m² groß ist derzeit die bundesweite Durchschnittswohnung (einschließlich Wohnungen in Wohnheimen), macht 46,5 m² pro Kopf, geht aus der Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestands des Statistischen Bundesamtes weiter hervor. Im Jahr 2000 lag die Pro-Kopf-Wohnfläche bundesweit noch bei 39,5 m².

Befeuert wird der Wohnungsmangel durch den Trend zu kleineren Haushalten, eine alternde Gesellschaft sowie dem Wunsch der Menschen nach möglichst viel Platz und Gestaltungsfreiheit.

Während der Anteil der Ein- und Zweipersonenhaushalte vor 20 Jahren noch bei knapp zwei Dritteln lag, machen diese heute bereits rund drei Viertel aller privaten Haushalte aus. Aber es kommt Bewegung in das Geschehen: Aufstockungen und das Lockern der Auflagen für Gebäudehöhen werden diskutiert, um die Situation zu entspannen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,395845

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