21. Februar 2018, 22:17 Uhr

Gute Aussichten im Tourismus

Bekannte Wanderwege wie die Schächerbachtour, Fachwerkstädtchen, ein Wurstseminar und Whiskyverkostung sowie Rodeln im Winter und im Sommer neben einem Klettergarten in den Baumwipfeln und im Tal ein Vulkaneum: Die Gründe sind vielfältig, warum Touristen in dem Vogelsbergkreis kommen. Und es werden immer mehr. Bei den 2017er Übernachtungszahlen liegen nur drei hessische Städte vor dem Kreis auf dem Vulkan.
21. Februar 2018, 22:17 Uhr

Mit Spannung sind sie erwartet worden: die neuen Zahlen der Übernachtungsstatistik vom Statistischen Landesamt für den Tourismus in Hessen. Und es gibt Grund zum Jubeln, denn landesweit steht der Tourismus so gut da, wie noch nie. Rund 15,3 Millionen Gäste empfingen im Jahr 2017 die hessischen Beherbergungsbetriebe mit zehn oder mehr Betten und die Campingplätze mit mindestens zehn Stellplätzen. Das ist ein Plus von 5,1 Prozent bei den Gästeankünften im Vergleich zum Jahr 2016 sowie ein Plus von 4,6 Prozent bei den Übernachtungen.

Sogar noch über dem Landesdurchschnitt liegen die Zahlen für den Vogelsbergkreis. »Wir freuen uns, dass wir mit der Übernachtungszahlen wieder das Niveau der absoluten Hochzeiten Anfang der 1990er Jahre erreichen«, berichtet Roger Merk, Geschäftsführer der Region Vogelsberg Touristik GmbH, mit einem äußerst zufrieden Blick auf die Zahlen. Denn damals, vor über einem Vierteljahrhundert, kurz nach dem Mauerfall, erlebte die Region einen wahren Urlaubsboom, der dann in den folgenden Jahren allerdings wieder zurückging. »Unsere Schärfung des Profils der Vulkanregion Vogelsberg, die bessere Zielgruppenansprache und unsere Konzentration auf Themenschwerpunkte trägt langsam Früchte und erhöht den Bekanntheitsgrad der Urlaubsregion«, bilanziert Geschäftsführer Merk die erfolgreichen Bemühungen seiner Touristik-GmbH.

Konkret sind es 7,9 Prozent mehr Übernachtungen und 9,6 Prozent mehr Ankünfte im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr im Vogelsbergkreis gewesen. Damit liegt der ländliche Kreis immerhin auf Platz 4 hinter Großstädten wie Offenbach, Kassel und Frankfurt und deutlich vor ähnlich großen, ländlichen Tourismuszielen im Hessenland.

Was lockt die Touristen in den Vogelsbergkreis? Das sind ganz verschiedene Angebote. Die Gastronomen und Hoteliers richten ihre Offerten oft in Anlehnung an weitere eigene berufliche Qualifikationen oder denen ihrer Mitarbeiter aus, vermitteln mehr und mehr auch die Freizeitangebote anderer Unternehmen in der Region. Denn eines ist inzwischen klar geworden: Das Tourismusgeschäft im Vogelsbergkreis ist nichts für Einzelkämpfer. Der Urlauber kommt dann, wenn er aus einer breiten Angebotspalette das für ihn Passende aussuchen kann.

Wurstseminare meist ausgebucht

Dabei muss es nicht immer so ausgefallen sein, wie bei Hans Schmidt vom »Jägerhof« in Lauterbach-Maar. Denn der Metzgermeister und Fleischsommelier erzählt bei den Wurstseminaren auf sehr unterhaltsame Art und Weise, wie es früher bei einer Hausschlachtung war, worauf es beim wirklichen traditionellen Fleischerhandwerk ankommt und zeigt, wie man nach entsprechender Fortbildung in Maar auch zu Hause selber wursten kann. Und geboten wird nicht nur einfach ein Wurstseminar, sondern es wird beispielsweise unterschieden in solche für Bratwürste oder Lammfleisch. Eigentlich sind bei Hans Schmidt bereits alle Wurstseminartermine für 2018 ausgebucht, aber wenn mal jemand abspringt, kann man nachrücken. Zum guten Essen gehört ein Schnaps, und deshalb arbeitet Schmidt mit der Schlitzer Destillerie zusammen, bietet dort nach dem Wursten am Vormittag nachmittags eine Schnapsverkostung an oder eine Planwagenfahrt, oder den Besuch der Hutfabrik Wegener in Lauterbach. Seit zwölf Jahren bietet er zudem immer im Oktober zusammen mit Horst Bittner und seinem Team von der Lauterbacher Tabak- und Whiskystube das Whisky-Tasting. Und zur Entspannung im Urlaub gibt es Grill- und Backofenfeste im »Eulenfang«. An den Wochenenden sind die normalen Urlauber in Maar, unter der Woche ist das Haus mit fast 30 Zimmern gut durch Seminarteilnehmer ausgelastet. So sehr, dass Schmidt an Berufskollegen weitervermitteln muss. Im vergangenen Jahr hatte er ein Plus von rund 1000 Übernachtungen.

Natur, gepflegte Wanderwege und Besonderheiten wie die Amöneburg und die Stadt Marburg sind Gründe, um sich bei Friedhelm Dickel in Homberg-Nieder-Ofleiden einzuquartieren. Vor nicht einmal einem Jahr hat er neben einem neuen Café ein Hotel mit rund 20 Betten in Zimmern aller Größen gebaut. Wie Hans Schmidt verzeichnet auch Dickel unter der Woche Gäste aus beruflichen Gründen, an Wochenenden kommen dann die Familien. Nach einer Internet-Recherche haben seine Gäste meist eine sehr konkrete Vorstellung, wie sie den Kurzurlaub im Ohmtal verbringen möchten. Knapp ein Jahr nach der Eröffnung zeigt sich der Neu-Hotellier »sehr zufrieden«. (Foto: Christina Marx)

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