20. Februar 2018, 20:56 Uhr

Kleine Welten auf Beton

20. Februar 2018, 20:56 Uhr
Beispiel für farbenfrohe Flechten auf einem Betonpfosten. (Foto: pm)

Mücke-Wettsaasen (pm). So manchen erstaunten Blick ernteten die Teilnehmer einer Exkursion zum Thema Flechten und Moose, als sie die unscheinbaren »Flecken« auf dem Asphalt buchstäblich unter die Lupe nahmen. Lothar Kalok, Experte für Moose, Flechten und Pilze des NABU Wettsaasen, erläuterte kürzlich Merkmale und Unterschiede der interessanten winzigen Gewächse. Bei den Moosen handelt es sich um kleine Pflanzen, wogegen Flechten aus einer Symbiose aus Pilzen und Algen bestehen. Bei den Flechten sind die verschiedenen Erscheinungsformen namengebend. Es gibt die schorfartig wachsenden Krustenflechten, Laub- oder Blattflechten zeigen einen blattartigen Wuchs, während die Strauchflechten wie kleine Büsche aufrecht stehend oder von Bäumen herabhängend wachsen. Da Flechten keine Wurzeln haben, richten sie auf dem besiedelten Untergrund keinen Schaden an. Sie sind allerdings dadurch auf Feuchtigkeits- und Nährstoffzufuhr aus der Luft angewiesen. Das macht sie zu Indikatoren für Luftverschmutzung, weil sie bei erhöhten Schadstoffen in der Umgebung nicht gedeihen können.

Durch ihre Anspruchslosigkeit gedeihen Flechten auch in den extremsten Lebensräumen, sie kommen im Hochgebirge vor, auf blankem Fels sind sie ebenso zu finden wie in Wüsten, Mooren und Permafrostgebieten.

Nach den aufschlussreichen Erläuterungen durch Lothar Kalok wurden die Lupen gezückt und ein Brückengeländer sowie der Asphalt genau inspiziert. Mit bloßem Auge sah so mancher Fleck aus wie ein Klecks Zement, ein Rostfleck oder ein zertretener Kaugummi. In der Vergrößerung öffnete sich den zum Teil sehr fachkundigen Teilnehmern ein Blick wie in eine fremde Welt. Wunderschöne Formen und Farben gab es zu sehen, ineinanderfließend oder scharf abgegrenzt, mit Punkten durchsetzt oder behaart.

Moose auf Bäumen und Altholz

Weite Wege brauchten die Teilnehmer dieser Veranstaltung nicht zurücklegen, schon nach wenigen Schritten in eine Seitenstraße fanden sich weitere farbenprächtige Exemplare auf den unterschiedlichsten Untergründen. Nicht nur auf dem Basalt der Brücke und dem Asphalt der Straße fühlen sich die kleinen Überlebenskünstler wohl, sie wachsen genauso gern auf Betonpfosten, Leitplanken und natürlich auf Bäumen und Altholz. Dort fanden sich einige sehr hübsche Moose. Auch sie nehmen ihre Nährstoffe aus der Luft und dem Regenwasser auf. Bei ihnen gibt es Arten, die auf Mauern und Steinen wachsen. Diese Arten haben oft silbrig glänzende Glashaare, die einerseits Tau aufnehmen, andererseits vor zu hoher Sonneneinstrahlung schützen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Bäume
  • Moose
  • Vogelsberg
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos