06. Februar 2018, 12:00 Uhr

Landwirtschaft

Gutes vor der Haustür

Sie sind stolz auf tolle Lebensmittel und ihren Beitrag, die Kulturlandschaft im Vogelsberg mitzustalten. Die Landwirte werben jetzt für regionale Arbeit und regionale Produkte.
06. Februar 2018, 12:00 Uhr
Im Milchbetrieb von Klaus Rockel stellt der Kreisbauernverband sein frisches Image-Plakat vor mit (v. l.) Klaus Löffler, Klaus Rockel, Volker Lein, Hans Siebert, Andreas Kornmann und Stefanie Eggers. (Foto: jol)

Die Klage ist alt unter Landwirten: Das Image ihres Berufsstands wird zu oft geprägt von Gülle-Skandalen, Debatten um Massentierhaltung und Glyphosat. Dabei übersehen viele Menschen, dass die kleinen Vogelsberger Familienbetriebe unter ganz anderen Bedingungen arbeiten als ihre Standeskollegen im Oldenburger Land oder Brandenburg. Mit einem Image-Plakat machen die Aktiven des Kreisbauernverbands Vogelsberg (KBV) nun auf ihre Leistungen aufmerksam. 10 000 Jahre Pflege einer schönen Kulturlandschaft und die Erzeugung regionaler Lebensmittel stehen dabei im Mittelpunkt. Mit der frechen Überschrift »Sie sind übers Jagen und Sammeln hinaus?« machen sie neugierig auf den kurzen Text, der auf den Erhalt der Landschaft und die Erzeugung gesunder Lebensmittel hinweist. Die Plakate werden an die hiesigen Bauern verteilt, um an den Höfen ausgehängt zu werden. Zudem, so hieß es bei einem Pressegespräch mit dem Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit, will man an auf digitalen Plattformen, an Wanderwegen und an Info-Stellen für Touristen damit präsent sein. Zur Präsentation des Image-Plakats war der Arbeitskreis in den Milchviehbetrieb Klaus Rockel in Sickendorf gekommen.

»Ohne Landwirte gäbe es nicht die Kulturlandschaft mit Wiesen und Hecken,« sagt KBV-Vorsitzender Volker Lein. Über die Plakate sollen Besucher der Region neugierig darauf gemacht werden, mehr über Landwirtschaft zu erfahren. »Ich würde mich freuen, wenn jemand bei meinem Stall hält und mich über meine Arbeit fragt,« ergänzt Andreas Kornmann. Er betreibt eine Ferkel-Aufzucht bei Romrod-Zell. Mit der Kampagne will man den Menschen »bewusstmachen, was sie Gutes vor der Haustür haben«. Die Image-Kampagne des Verbands läuft unabhängig von der aktuellen Lage in der Branche. Die ist »momentan ganz gut«, sagt Lein, der einen Milchviehbetrieb in Homberg-Bleidenrod hat. Die Milchpreise liegen zur Zeit bei 35 bis 37 Cent pro Kilogramm. »Der Preis ist im Trend etwas zurück gegangen, er lag schon zwei Cent höher,« fügt Klaus Löffler aus Grebenhain an.

Sorgen bereitet den Schweinemästern die afrikanische Schweinepest, die in Europa grassiert. Andreas Kornmann meint, »es ist wichtig, dass keine Einschleppung nach Hessen erfolgt«. Dabei hat er vor allem die Autobahnen im Blick, auf denen Menschen mit Proviant aus anderen Ländern unterwegs sind. Wenn Wildschweine infizierte Lebensmittel fressen, können sie erkranken. »Auf Menschen ist die Krankheit nicht übertragbar, aber für Schweine fatal,« sagt Kornmann. Wenn in einer Region afrikanische Schweinepest auftritt, wird der Bereich unter Quarantäne gestellt - dafür reicht schon ein erkranktes Wildschwein. Tiere aus einem Betrieb mit einem infizierten Schwein werden allesamt getötet. Bei Quarantäne kann man kein Schweinefleisch exportieren, der Preis sackt wegen des regionalen Überangebots schnell ab. Um das zu vermeiden, werden Betreiber von Rastplätzen an der Autobahn angesprochen, intensiver auf Sauberkeit zu achten. Schweinehalter sorgen mit stärkerer Desinfektion vor.

Immer ein Thema unter Landwirten ist das Wetter, das gilt gerade bei einem so ungewöhnlich milden Winter. Denn eine Frostperiode ist für Acker und Wiese ausgesprochen positiv, wie die Landwirte sagen. »Frost ist extrem wichtig für den Boden«, er lockert die Oberfläche auf, sagte Klaus Rockel. Manche Feldfrucht braucht Frost, um später zu gedeihen. Zudem sind die Güllelager vieler Betriebe weitgehend voll, berichtet Lein, nach einer Frostperiode wäre es gut, im Februar und März die Wiesen zu düngen.

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