04. Februar 2018, 12:00 Uhr

Albert-Schweitzer-Schule

»Elisabethanisches Zeitalter« endet

Nach 20 Jahren als Direktorin der Albert-Schweitzer-Schule geht Elisabeth Hillebrand in Ruhestand. Der Anfang an der Schule war nicht leicht für sie, der Abschied jetzt hingegen phänomenal.
04. Februar 2018, 12:00 Uhr
Verabschiedung der langjährigen Schulleiterin: Unter stehendem Beifall verlässt Elisabeth Hillebrand ein letztes Mal die Aula. (Foto: pm)

Jahrelang stand Elisabeth Hillebrand an der Spitze der Albert-Schweitzer-Schule. Nun ging mit einer großen Verabschiedung in der Aula des Schulstandorts in der Schillerstraße das »elisabethanische Zeitalter«, wie es in einem Redebeitrag des Schulleitungsteams hieß, zu Ende. Ein Abschied mit viel Humor und guten Wünschen, mit offen gezeigter Wertschätzung und mit ehrlich gemeinter Bekundung von Respekt und Anerkennung.

In ihrer Begrüßung freute sich die unkonventionelle Schulleiterin über alle, die sie zum Abschied noch einmal in ihrer alten Wirkungsstätte beehrten. Diese offene, zugewandte Art war ein Motiv, das sich später durch alle Reden zog, eine der offensichtlichsten Eigenschaften einer Frau, die, wie es der ehemalige Schulamtsleiter Christoph Fellner von Feldegg ausdrückte, nach vielen anfänglichen Steinen, die man ihr in den Weg gelegt hatte, stets ihre Zielgruppe von sich überzeugen konnte: die Schüler.

Diese sagten sowohl musikalisch als auch mit kleinen Abschiedsworten Lebewohl. »Wir lieben Ihre coole Art, Ihre offene Tür und Ihr Verständnis für uns. Es ist schade, dass Sie gehen.« »Ihr werdet mit sehr fehlen«, antworte Hillebrand ergriffen. Später spielten noch das Schulorchester und die Big Band auf, und auch die Vertreter der SV, Marie Decker, Emilia Zulauf und Diyar Ilhan, bedankten sich bei ihrer Schulleiterin für das Engagement.

Das erste Wort nach der Begrüßung hatte Volker Karger, stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamtes. »Schule ist das, was man draus macht« und »Wer aufhört besser zu werden, ist nicht mehr gut«, zitierte er die scheidende Schulleiterin, und lobte sie, die sie an ihrer Schule stets mit Leben gefüllt hat, wie zahlreiche Beispiele der Schulentwicklung und auch der Reaktion auf Veränderung von außen belegten. So habe sie sich ganz besonders für die ASS als Schule im ländlichen Raum starkgemacht, sie habe das Ganztagsangebot eingeführt, vielfältigste AG-Angebote präsentiert und eine Vorreiterrolle bei der Einführung der interaktiven Whiteboards eingenommen.

Am Anfang viele Hürden

Landrat Manfred Görig würdigte ihre Verdienste in einer sehr persönlichen Ansprache. Auch er wies auf die anfänglichen Schwierigkeiten hin, die die Schulleiterin – als erste Frau nach 140 Jahren auf dieser Position – bewältigen musste.

»Nach 20 Jahren geht eine Ära zu Ende«, so der Landrat, der die scheidende Schulleiterin für ihre Kreativität, ihren hohen Anspruch und die Öffnung der Schule nach außen lobte. Sie sei immer am Puls der Zeit geblieben, so der Redner, und verlasse eine sehr gut aufgestellte Schule.

Bürgermeister Stephan Paule zitierte ein Bild aus Hillebrands Amtseinführung: Sie sei die Kapitänin auf einem Flaggschiff, hatte es damals geheißen. Innovationskraft und Modernität hätten ihre Amtszeit geprägt und der Schule zu Strahlkraft weit über Alsfelds Grenzen hinaus verholfen.

Nach den Vertretern des SV sprach Dieter Welker für den Förderverein. Er ging auf die Rolle der Frau in der Gesellschaft ein und stellte die These auf, dass Hillebrand angesichts der dauerhaften Diskriminierung von Frauen den folgerichtigen Weg als Pädagogin ergriffen habe.

Humorvoll und locker

Viele Worte waren beispielhaft für den lockeren, sehr humorvollen und sehr persönlichen Umgang, den die Schulleiterin mit vielen Menschen aus ihrem Umfeld pflegte, auch wenn sie, wie sie später unverhohlen zugab, sehr pragmatisch und manchmal auch fordernd ist. Nichtsdestotrotz zollten ihr alle Weggefährten Wertschätzung und Respekt, so auch Christoph Fellner von Feldegg. Grundmaxime ihres Handelns sei stets die Frage gewesen: »Was nützt es den Schülern?« Hillebrands Vorgänger Konrad Rüssel hatte zahlreiche gute Tipps für einen gelungenen Un-Ruhestand parat. Als Abordnung der Max-Eyth-Schule, aber auch in ganz persönlicher Mission, brachten Stephanie Ebert und Christoph Mogel der Geehrten ein Ständchen dar, bevor der Personalratsvorsitzende Daniel Wolf sich im Namen des Kollegiums bei der scheidenden Schulleiterin bedankte. Christian Bolduan und Thomas Weidemann präsentierten ihre Schulleiterin in einer Reihe mit großen Elisabethen der Weltgeschichte.

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