18. Januar 2018, 20:17 Uhr

Sturmtief

Bäume, Lkw und Kran umgeweht

Sturmtief Friederike hat seit Mittwoch im Kreis für gesperrte Straßen und geschlossene Schulen gesorgt. Der Orkan ist abgeflaut, geblieben ist die Gefahr in Wäldern durch herabfallende Äste.
18. Januar 2018, 20:17 Uhr
Erste Vorboten von Sturmtief Friederike sorgen bereits am Mittwochabend in der Gemeinde Feldatal bei Schneetreiben für einen Feuerwehreinsatz auf der Landesstraße zwischen Groß-Felda und der Bundesstraße 49. (Foto: pwr)

Umgeworfene Bäume, Lastwagen und Riesenkräne, die Palette der Schäden durch das Sturmtief Friederike zwischen Mittwochabend und Donnerstagnachmittag ist breitgefächert. Insbesondere wegen der umgeworfenen Bäume mussten Landstraße gesperrt werden. Weil nach den glatten Straßen am Mittwochabend die Angst bestanden hatte, der öffentliche Personennahverkehr auf den Straßen in den Hochlagen des Kreises könnte zum Erliegen kommen, war der Unterricht an einigen Schulen abgesagt worden. Nach Abziehen des Sturmes warnen die Forstbehörden davor, dass auch Tage später noch lose Äste aus den Bäumen auf Waldwege fallen können. Besonders betroffen von Windschäden sind der Altkreis Alsfeld und der Raum Schotten. Bis zum frühen Abend war nach Erkenntnissen der Polizei kein Mensch verletzt worden.

In der Gemeinde Feldatal hatte es bereits am Mittwoch Abend einen Feuerwehreinsatz gegeben. Auf der Landesstraße zwischen Groß-Felda und der Bundesstraße 49 stürzte ein etwa zehn Meter hoher Baum quer über die Fahrbahn. Der Verkehr kam im Schneefall zum Erliegen. Mit einer Motorkettensäge rückten Feldatals Feuerwehrleute den Autofahrern zur Hilfe. Für die Anfahrt mussten am Feuerwehrfahrzeug Schneeketten angelegt werden. Binnen weniger Minuten wurde das Straßenhindernis von den Einsatzkräften zerstückelt und von der Fahrbahn geräumt. »Vielen Dank für Eure Hilfe! Gut, dass es Euch gibt!«, dankte eine Autofahrerin den freiwilligen Feuerwehrleuten noch vor Ort.

Viele Waldwege unpassierbar

Im Forstamtsbereich Romrod musste am Donnerstag gegen 15 Uhr die Kreisstraße 125 am Abzweig von der Bundesstraße 49 wegen umgestürzter Bäume voll gesperrt werden. Vor dem Ortseingang Romrod wurden zudem zwei starke Alleebäume vom Sturm entwurzelt – fielen aber nicht auf die B 49. Fast sämtliche Waldwege sind derzeit wegen umgestürzter Bäume nicht passierbar. Die Aufräumarbeiten entlang der Waldwege werden sich in die nächste Woche hinein- ziehen. Das Forstamt Romrod bittet daher über das Wochenende und auch darüber hinaus wegen des umfangreichen Gefahrenpotentials von Waldspaziergängen Abstand zu nehmen. Auch die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, von dem Sturm betroffen waren Lastwagen deren hohe Aufbauten eine gute Angriffsfläche für den Wind boten. So kippten am Donnerstag Nachmittag zwei Lkw aufgrund Sturmböen auf der B 254 zwischen Brauerschwend und Reuters um. Andere Lkw-Fahrer wurden aufgefordert ihre Fahrzeuganhänger an der Leitplanke festbinden, um sie vor dem Umstürzen zu bewahren. Die Abschleppdienste hatten wegen der havarierten Lkw viel zu tun.

Zu einem Millionenschaden kam es laut ersten Angaben am Donnerstag im Kirtorfer Stadtteil Wahlen. Auf einer Baustelle für einen Energiepark mit Windkraftanlagen stürzte ein 180-Meter-Baukran um. Nach noch unbestätigten Angaben wehte Sturm Friederike mit Geschwindigkeiten von über 150 Stundenkilometern über die Baustelle. In der Folge stürzte der Kran auf voller Länge um und beschädigte Bauteile für Windräder. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr der Stadt Kirtorf war zunächst im Einsatz, um auslaufendes Öl aus dem Kran aufzunehmen. Wie ein Feuerwehrsprecher schilderte, wurde dazu Bindemittel eingesetzt. In der Folge wurde die Unfallstelle wegen der Gefahr von umherfliegenden Trümmerteilen weiträumig abgesperrt.

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