10. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Baugebiete

Wieder Lust auf Landleben

Gemeinden wollen Zukunft und hoffen auf Familien, um den Trend »älter und weniger« zu drehen. In Kirtorf, Homberg und Mücke sind deshalb Neubaugebiete Trumpf - mit unterschiedlichen Konzepten.
10. Dezember 2017, 05:00 Uhr
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Von Joachim Legatis
Bauland in Kirtorf fehlt: Angrenzend an die Gebäude am Rabenbornsweg sollen jetzt 14 Bauplätze entstehen. (Foto: jol)

Auf dieses grüne Licht für ein Neubaugebiet ist Ulrich Künz überaus stolz, denn es zeigt, dass mit Beharrlichkeit auch bürokratische Hemmnisse überwindbar sind. Kirtorfs Bürgermeister freut sich wie ein Schneekönig über das Schreiben des Umweltministeriums, wonach der Stadt Kirtorf ein Neubaugebiet zugestanden wird. Denn 14 Areale sollen im Bereich Rabenbornsweg hinter dem Sportplatz ausgewiesen werden. Das ist für Künz ein Erfolg, weil Kirtorf in der IKEK-Förderung ist.

Das Land stellt Geld zur Verfügung, das gerade für einen neuen Marktplatz und einen Ärztehaus-Komplex genutzt wird. Damit verbunden ist ein Verzicht der Stadtplanung auf ein Neubaugebiet. Denn das Land hat die Vorgabe gemacht, erst die alten Fachwerkhäuser in den Ortskernen zu sanieren, bevor auch nur daran gedacht werden kann, jungfräuliche Wiesen mit Eigenheimen zu bepflanzen. Da hat Kirtorf offenkundig seine Hausaufgaben gemacht, wie Künz mit Hinweis auf ein Schreiben des Ministeriums erläutert. Denn weil in der Kernstadt so große Anstrengungen zum Schließen der Bestandslücken unternommen wurden, wird das Baugebiet Heselweg mit 14 Bauplätzen genehmigt. Ausdrücklich gelobt wird die »aktive Innenentwicklungspolitik« der Kommune. Ein Seitenhieb ist allerdings der Hinweis, dass Kirtorf nicht junge Familien aus Nachbarkommunen abwerben solle.

Großer Bedarf in Mücke

Das könnte auf Homberg gemünzt sein, obwohl die Ohmstadt eine ganze Reihe an Bauplätzen vorrätig hat. So befasste sich vor einigen Monaten der Bauausschuss mit der Frage, weshalb die Stadt auf 17 Bauplätzen in Nieder-Ofleiden sitzenbleibt, obwohl das Baugebiet für Menschen mit Arbeitsplatz in Stadtallendorf überaus attraktiv ist. In der Diskussion fand man übrigens keine schlüssige Begründung für diesen Umstand. Denn der Preis liegt im üblichen Rahmen, bemängelt wurde lediglich die nicht optimale Erreichbarkeit des Baugebiets. Letztlich war man im Ausschuss unschlüssig, wie man die Plätze besser vermarkten kann. In Homberg gibt es übrigens weniger Restriktionen beim Ausweisen, weil die Ohmstadt nicht im IKEK-Förderprogramm ist. Weil das Land keine Fördermittel ausschüttet, kann es auch nicht vorschreiben, wie sich die Kommune entwickelt.

Von steigendem Bedarf an Bauland gehen die Gemeindevertreter in Mücke aus, wie die Debatte um Neubaugebiete rund um die Bürgermeisterwahl gezeigt hat. So plant die Gemeinde bereits für das nächste Jahr Bauplätze in Flensungen und Groß-Eichen. Die CDU will auch ein Neubaugebiet in Sellnrod. Doch dafür soll nun erst einmal geklärt werden, ob die anvisierten Flächen als Bauland zur Verfügung stehen würden. In einer Ausschuss-Debatte wurde aber deutlich, dass die Mücker Gemeindevertreter von einer spürbar angezogenen Nachfrage nach Bauplätzen in jüngerer Zeit ausgehen. So hieß es, dass sieben ernsthafte Bau-Interessenten in Sellnrod bereit stünden. Zudem gebe es auch in Merlau und Atzenhain Bedarf an Bauplätzen.



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