24. November 2017, 12:00 Uhr

Konzert

Grandiose Farben des Jazz

Einen grandiosen Konzertabend erlebten die knapp 100 Besucher im Homberger Familienzentrum. Das Angebot reichte von Swing bis Walzer.
24. November 2017, 12:00 Uhr
Das Michele-Alberti-Trio mit Gästen begeistert die Konzertbesucher mit rasant und virtuos gespielten Klassikern. (Foto: chi)

Mit »Colours of Jazz« trat das Michele-Alberti-Trio zu seinem bereits 5. jährlichen Herbstkonzert auf und begeisterte das Publikum mit einem »Rundgang durch Balladen, Walzer und Swing«.

Die Stücke waren ausgesprochen abwechslungsreich arrangiert – so folgte auf das luftig-leichte Eröffnungsstück »Nightingale« und dem ebenso sanften 30er Jahre Jazzstandard »I love you« von Cole Porter mit dem »Reunion–Blues« ein rasant und virtuos gespielter Klassiker. Oliver Reitz, seit drei Jahren fester Bestandteil des Trios, sorgte mit Drumsticks, Besen und Hingabe gut gelaunt für den richtigen Rhythmus am Schlagzeug und Michele Alberti ließ seine Finger virtuos und meisterhaft, scheinbar leicht über die Tasten des Flügels tanzen.

Beim Blues »Bags Groove« zeigte das musikalische Multitalent Marius Fietz in einem leidenschaftlich gespielten Solo sein ganzes Können am Kontrabass.

In der verjazzten Arie »Dein ist mein ganzes Herz« aus Lehárs Operette »Das Land des Lächelns« steigerten die Musiker die Spielgeschwindigkeit fast bis an die Grenze des Möglichen – ein rasanter Genuß – gefolgt von dem entspannt angekündigten, aber auch temporeich gespielten Corcovado. Mit dem Gentle Waltz von Oscar Peterson folgte sanft das Lieblingslied des Initiators des Abends und Pianisten Michele Alberti bevor der erste Gastmusiker auftrat: Hans Kreuzingers Spiel am Saxophon begleitete Duke Ellingtons »Poutin« meisterhaft und intensiv. Mit dem Klassiker »Take the A-Train« endete der erste Teil des Programms.

Doris Rosskopf singt doch

Seine beeindruckende Fingerfertigkeit zeigte Michele Alberti dann zu Beginn des zweiten Teils mit einem Medley aus verschiedensten Jazzklassikern. Am Kontrabass begleitetet im zweiten Set der »dienstälteste Bassist« – Micha Georg, der bereits seit vier Jahre verlässlich mit auf der Jazz-Bühne steht. Hatte man die Woche noch gebangt, ob ein Auftritt wegen Krankheit überhaupt möglich sein, gab es kurz vor dem Konzert Entwarnung und Doris Rosskopf gab mit »Autumn Leaves« ihr eindrucksvolles Debüt als Jazz-Sängerin.

Es folgte mit unter anderem »Triste« und »L.O.V.E.« ein musikalisches »Ratatouille« aus den unterschiedlich gemixten Stilrichtungen – teilweise erneut begleitet mit dem Raum füllenden Klang des Saxophons und dem Gesang von Doris Rosskopf. Mit Duke Ellingtons »Satin Doll« als Zugabe endete dieses durch abwechslungsreich arrangierte Jazzinterpretationen klassischer Musikstücke der unterschiedlichsten Stilrichtungen rundum gelungene Konzert und wirkte bei vielen Gästen noch lange nach.

Michele Albertis Wunsch, dem Jazz hier in der Region mehr Gehör zu verschaffen und ihn populärer zu machen – so wie es Beate Goßfelder-Michel bereits in der Begrüßung angekündigt hatte – dürfte an diesem Abend sicherlich in Erfüllung gegangen sein.

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