22. November 2017, 20:32 Uhr

Dekanat hat Sitz in Alsfeld

22. November 2017, 20:32 Uhr
Wichtige Entscheidungen hatten die Synoden der beiden Dekanate zu treffen. Dabei waren sich die Vertreter weitgehend einig. (Foto: pm)

Die beiden evangelischen Dekanate Alsfeld und Vogelsberg werden zum 1. Januar 2019 fusionieren (die AAZ berichtete mehrfach). Welchen Namen das neue Dekanat tragen und wo es seinen zukünftigen Sitz haben wird, das waren die entscheidenden Fragen, die jetzt bei der ersten gemeinsamen Synode der beiden Dekanate am vergangenen Samstag im Dorfgemeinschaftshaus in Maar geklärt und entschieden wurden.

Schon im vorausgehenden Gottesdienst war die Fusion das Thema eines Anspiels und der anschließenden Predigt. Pfarrerin Andrea Wiemer aus Freiensteinau und Pfarrer Jürgen Seng aus Hartershausen spielten eine Unterhaltung des Kurfürsten von Sachsen mit seiner Frau Anna.

Sie wollten dem Reformator Luther nacheifern und im gesamten Herrschaftsgebiet Apfelbäumchen pflanzen, ganz nach dem Motto »Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen«.

Damit sollte im Volk sowohl die Obstzucht gefördert werden, aber auch die bedacht werden, die kein eigenes Land besitzen.

Das Kind braucht einen Namen

Pfarrerin Luise Berroth stellte in ihrer Predigt dann den Zusammenhang mit der Fusion her und erklärte, dass sie die Fusion als zwei große Gärten verstehe, die zusammengelegt würden. Dafür brauche man zwar gute Gärtner und Planer,. Sie glaube aber daran, dass dadurch auch die Vielfalt gesteigert werden kann und sie freut sich schon auf viele neue Apfelsorten. Kurfürst Augusts Zitat aus dem Anspiel »Bei so vielen Bäumen kann die Welt gar nicht untergehen«, wünscht sich Berroth auch für das neue Dekanat: »Bei so vielen engagierten Menschen kann die Kirche gar nicht untergehen.« In der anschließenden Tagung der beiden Synoden konnten die Vorsitzenden der Dekanatssynodalvorstände Christa Wachter 49 Synodale aus dem evangelischen Dekanat Vogelsberg und Sylvia Bräuning 63 Synodale aus dem evangelischen Dekanat Alsfeld begrüßen.

Vor den wichtigen Wahlen, die für diesen Abend auf der Tagesordnung standen, berichteten Dekanin Luise Berroth und Dekan Jürgen Sauer aus der Arbeit der Steuerungsgruppe der Fusion und die nächsten Meilensteine.

So stehen als nächste Schritte die Ausschreibung des Dekaneamts, die Begleitung der Handlungsfelder im Austausch und der Konzeptentwicklung und nach der Fusion die Wahl des neuen Dekans und des neuen Dekanatssynodalvorstands an.

»Für den Vorschlag eines Namens gelten drei Kriterien«, erklärte Vorsitzende Christa Wachter als Einleitung der Wahl des Namens für das zukünftige Dekanat. So müssen die Elemente evangelisch, Dekanat und ein regionaler Bezug vorkommen. Das schloss spontane Vorschläge der Synodalen wie »Wirklich weit weg« und »Weitblick« direkt aus. Letztendlich wurde nach kurzer Diskussion der Vorschlag »Evangelisches Dekanat Vogelsberg« mit fünf Gegenstimmen aus dem Dekanat Alsfeld und einer Gegenstimme aus dem Dekanat Vogelsberg angenommen. Für den Sitz des neuen Dekanats war hingegen weit mehr Aufwand erforderlich. Eine extra gegründete Arbeitsgruppe stellte in einer Präsentation vor, wie sie sich mehr als ein Jahr mit dem Thema beschäftigten. Dazu wurden Mitarbeiter zur ihren Präferenzen befragt, die Sitze anderer Dekanate besichtigt und über 20 Gebäude in der Region kritisch begutachtet.

Präsentieren konnte die Arbeitsgruppe bei der gemeinsamen Tagung drei Favoriten und schlug den Synodalen dann das Gebäude der VR-Bank in Alsfeld als neuen Sitz des zukünftigen Dekanats vor. Die Alternativen, das alte Pfarrhaus in Alsfeld und das Oberhessische Holzwerk in Lauterbach, waren aus unterschiedlichen Gründen, wie mangelnde Parkplätze, zu viel oder zu wenig Fläche und Zustand der Gebäude, vorher rausgefallen.

Sitz in Gebäude der VR-Bank

Die Synodalen überzeugten die Argumente, nachhaltig zu denken, indem vorhandene Gebäude genutzt und kein Neubau angestrebt wird, die gute Erreichbarkeit des ausgewählten Gebäudes und der sehr gute Zustand des Gebäudes, sodass einem Umzug nichts im Weg steht. Mit zwei Gegenstimmen aus dem Dekanat Alsfeld stimmte eine große Mehrheit der beiden Synoden für das Gebäude in der Löbergasse.

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