09. Oktober 2017, 19:58 Uhr

Wenn im Alltag plötzlich alles zu viel wird

09. Oktober 2017, 19:58 Uhr

Alsfeld (pm). Dienstagvormittag 9 Uhr in der Beratungsstelle des Diakonischen Werks in Alsfeld. Eine Frau kommt durch die Tür. An der Hand zieht sie einen zweijährigen Jungen hinter sich her. Sichtlich gestresst, fragt sie, ob sie richtig sei bei der Kurberatung. Ina Wenz lädt ein, erst einmal Platz zu nehmen, das Kind kann in der Spielecke bauen, malen oder puzzeln.

Auf Nachfrage schildert Frau M. ihre derzeitige Situation. Sie hat drei Kinder. Der Große, acht Jahre alt, gehe in die dritte Klasse. Oft berichten seine Lehrer, dass er nicht ruhig sitzen bleibt und dass er Streit mit Mitschülern hat. Deswegen sei sie im Moment dabei, zu klären, ob er ADHS hat. Die Tochter ist fünf, sie geht vormittags in den Kindergarten. Oft hat sie Bronchitis und muss Medikamente nehmen. Der Kleine ist noch bei ihr zu Hause, er hängt sehr an ihr.

Sie komme am Vormittag kaum zu etwas. Im Moment schafft sie es nicht, ihren geplanten Tagesablauf umzusetzen. Manchmal gibt es mittags statt einer warmen Mahlzeit Brot, weil sie es nach dem Putzen und einkaufen nicht mehr geschafft hat, zu kochen, da ihre Tochter um 12 Uhr aus dem Kindergarten abgeholt werden muss. Nach dem Mittagessen geht der Kleine schlafen und der Große kommt aus der Schule und isst zu Mittag.

Abends noch die Hausarbeit

Nachdem die Küche wieder sauber ist, bringt sie die Tochter manchmal zu einer Freundin, wenn sie einen Termin mit ihrem großen Sohn hat. Der Kleine ist immer dabei. Ihre Mutter passt auf die Kinder auf, wenn sie an zwei Nachmittagen in der Woche zur Arbeit geht. Sie hat einen Minijob, bei dem sie Regale bestückt. Oft sind es schwere Dinge, die ins Regal geräumt werden müssen. Sie leidet schon seit Längerem an Rückenschmerzen und bekommt ab und an Massagen verschrieben. Seit ein paar Wochen hat sie immer wieder Kopfschmerzen, sodass sie Schmerztabletten nimmt. Oft schafft sie es morgens kaum aus dem Bett. Die Nächte sind kurz, da sie bis spät abends versucht, liegen gebliebene Hausarbeit zu erledigen und der Kleine nicht gut schläft und mehrmals nach ihr ruft. Auch das Einschlafen dauert lange, da sie sich oft über alles Gedanken macht. Die Wochenenden sind etwas besser. Da ist auch ihr Mann zu Hause. Unter der Woche ist er auf Montage.

Er muss dann zwar viel am Haus machen, aber wenigstens abends kann sie sich mit ihm austauschen. Er findet es gut, dass sie eine Kur machen möchte, da er merkt, dass sie sehr angespannt ist und die Kinder manchmal anschreit. Von der Möglichkeit einer Kur habe sie von einer Freundin gehört. Am liebsten würde sie an die Nordsee. So oder ähnlich verlaufen erste Beratungsgespräche mit Müttern, Vätern oder Pflegenden. In dem ersten Gespräch wird geklärt, ob und welche Kur infrage kommt. Die dafür jeweils notwendigen Antragsunterlagen werden ausgehändigt und das weitere Vorgehen besprochen. Im nächsten Schritt wird ein Termin zur Antragsstellung vereinbart und eine Kurklinik ausgewählt.

Nach der Kur besteht die Möglichkeit für ein oder mehrere weitere Nachsorgegespräche mit der Beraterin oder dem Berater in den Beratungsstellen des Diakonischen Werks in Lauterbach und Alsfeld.

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