05. Oktober 2017, 19:40 Uhr

Langsames Wachstum ist wichtig

05. Oktober 2017, 19:40 Uhr
Der Frauenkreis trägt mit personeller Unterstützung aus Ulrichstein beim Mundartgottesdienst ein Lied vor. (Foto: au)

Ulrichstein-Feldkrücken (au). Kein Blumenschmuck und keine Erntedankgaben waren am Sonntagnachmittag in der Kirche zu sehen, aber eine ganze Menge Samentütchen lagen vor dem Altar verstreut und wurden von den zahlreich anwesenden Kindern eingesammelt. Von Kirchenvorsteher Ingo Appel und Stephanie Faust wurde dann festgestellt, dass mit den verschiedenen Sämereien eigentlich alles da sei, was man für ein Erntedankfest brauche. Es sei zwar sehr klein, so dass man fast nichts sehe. So sei es auch im März gewesen, aber zum Glück seien im Laufe des Sommers aus den vielen verschiedenen Samenkörnern große und schöne Früchte und Blumen gewachsen.

Auf Gemeinschaft kommt es an

Die Kinder holten dann alle Erntegaben und schmückten die Kirche richtig festlich. Im Mittelpunkt des von Ingo und Marion Appel, Heidi Rühl, Elvira Faust, Anke Schleuning, Monika Rühl und Stephanie Faust gestalteten Gottesdienstes stand dann das Wachstum insgesamt. Im Garten und auf dem Feld sieht man lange nichts von dem, was man gesät habe, und auch Freundschaft und Liebe entsteht nicht in fünf Minuten, war zu hören. In einigen Geschichten wurde dies verdeutlicht. So wurde in China ein Bauer ungeduldig, weil das Korn nicht schnell genug wuchs. Nachts ging er deshalb aufs Feld und zog an den Pflänzchen, dass sie größer werden sollten. Die Pflanzen verwelkten jedoch, weil er die Wurzeln aus dem Boden gezogen hatte. Das Wachstum wurde auch an der Aktion »Baumpflanzung« bei der Sendung »Dolles Dorf« verdeutlicht. Dabei seien am Riedelwäldchen lauter kleine Bäumchen gepflanzt worden, und es dauere jetzt eine lange Zeit, bis daraus ein großer Wald werde.

Zusammengewachsen sei in Feldkrücken auch eine Gemeinschaft, die an Weihnachten ein Krippenspiel aufführe, obwohl eigentlich niemand Zeit habe, und auch der Frauenkreis sei nicht untergegangen, sondern gemeinschaftlich wieder gewachsen. Auch die Kinder des Dorfes kämen regelmäßig zum Kindergottesdienst, und damit wachse auch Gottes Reich immer weiter.

Die musikalische Umrahmung hatte der Frauenkreis Feldkrücken unter Leitung von Annette Keil und Nicole Jost an der Orgel. Zum Abschluss wurde von allen »Wir pflügen und wir streuen, den Samen auf das Land« von Matthias Claudius aus dem Jahre 1783 gesungen. Der gesamte Gottesdienst, einschließlich Liturgie und Ankündigungen, wurde in Mundart gehalten. Zu Beginn des Gottesdienstes gratulierte Kirchenvorsteher Ingo Appel Pfarrer i. R. Manfred Hofmann, der an diesem Tag seinen 66. Geburtstag feierte. Als Geburtstagsgeschenk erhielt er eine Tüte mit Samen von Blumen, die in seiner 41-jährigen Amtszeit in Feldkrücken gewachsen waren. Eine Samentüte gab es auch für Pfarrer Dr. Peter Möser, der derzeit die Vertretung hat.

Im Anschluss an den gut besuchten Gottesdienst gab es in der Kirche Kaffee und Kuchen.

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