05. Oktober 2017, 19:42 Uhr

Heute wird Kirmesbaum aufgestellt

05. Oktober 2017, 19:42 Uhr
Avatar_neutral
Von Herbert Schott

Feldatal-Groß-Felda (hso). Die Kirmes in Groß-Felda knüpft an viele alte Traditionen an, an die man sich zum Teil in den letzten Jahren erst wieder erinnerte und sie dann wieder aufleben ließ. Die erste Kirchweih, so der eigentlich historische Begriff, fand in Groß-Felda im Jahre 1148 statt. Damals wurde in Groß-Felda eine der ersten Steinkirchen im Vogelsbergkreis eingeweiht. Nach der Weihung, der damals noch katholischen Kirche, von einem Bischof aus Mainz und dem Festgottesdienst schloss sich dann ein Volksfest an und fortan wurde jedes Jahr ein Volksfest mit Gottesdienst zum Gedenken der Kircheneinweihung abgehalten. In den vergangenen Jahrhunderten war die Kirmes immer wieder Änderungen unterworfen. Bräuche, Rituale veränderten sich oder kamen hinzu, aber bis zum heutigen Tag feiert man Kirmes in Groß-Felda. Aber in der heutigen Zeit ist es schwieriger für die Veranstalter geworden, die Besucher für diese Traditionsveranstaltung zu begeistern. Rückläufige Besucherzahlen waren auch der Grund, dass man sich nach der letzten Kirmes in 2016 Gedanken machte, ob es immer nur ein »weiter so« geben könne.

Im Gespräch mit David Wagner von der Freien Jugendinitiativ Groß-Felda (FJI), einer der Mitveranstalter, berichtet dieser, dass sich zu Beginn des Jahres ein Kirmesausschuss aus Mitgliedern der FJI und dem TV/VfR bildete um die Kirmes in Groß-Felda zu retten und auch umzugestalten. 15 bis 20 Mal habe man sich getroffen um neue Ideen zu sammeln, auszutauschen und schließlich ein neues Konzept aufzustellen. Schlussendlich war man sich einig. Als erstes wurde die Kirmes auf Anfang Oktober vorverlegt, da man mit dem Termin im November immer wieder mit anderen Veranstaltungen im Kreis konkurrieren musste. So lädt man nun für dieses Wochenende zur 869. Annakatharina-Kirmes ein. Woher der Name stammt, konnte niemand sagen, aber vielleicht gibt es ja aufmerksame Leser, die weiterhelfen können. Mit neuen Ideen wolle man der Kirmes nun frischen Wind verleihen und mit einem veränderten Programm durchstarten, so der FJI-Vorsitzende David Schneider. Dabei solle jeder Besucher auf seine Kosten kommen.

Biergarten vor der Feldahalle

Heute wird zunächst der Kirmesbaum vor der Feldahalle aufgestellt, und um 18 Uhr folge man einer sehr alten Tradition indem die Kirmes ausgegraben wird. Der DiscoAbend am Freitagabend mit dem DiscoTeam »Power Play Eventtechnics«, der unter dem Motto »Wünsch dir was, dann hörst du das« steht, verspricht viel Stimmung und gute Musik. Am Samstag geht die Kirmes mit einem gemütlichen Dorftreffen weiter. Es wird ab 12 Uhr frischer Salzekuchen in geselliger Stimmung im Biergarten vor der Feldahalle angeboten. Leider wurde dafür eine alte Tradition, das »Ständchenspielen« mit dem Posaunenchor und den Kirmesburschen geopfert. Direkt im Anschluss soll es mit der ersten »Fealler Wasn« weitergehen. Dazu sorgt die »Partyband Meilenstein« für Oktoberfeststimmung in der Feldahalle. Diese Veranstaltung findet wohl in der Öffentlichkeit guten Anklang. Schneider berichtete, dass sich zur »Fealler Wasn« schon etliche Gruppen angemeldet haben.

Traditionsgemäß geht es am Kirmessonntag mit einem Festgottesdienst, musikalisch begleitet vom ev. Posaunenchor, los. Nach dem Gottesdienst findet der Frühschoppen mit Fassbieranstich und mit den Original Antrifttaler Musikanten statt. Zwischendurch wird es erstmalig ein Kirmes-Tauziehen geben, wobei verschiedene, kurzfristig gefundene Gruppen ihre Kräfte messen können. Den Siegern winken Preise in Form von »Flüssigkeiten«. Für das leibliche Wohl wird ein Mittagessen und auch Kaffee und Kuchen angeboten.

Nach den drei Festtagen wird am Montagabend die Kirmes wieder von den Kirmesburschen beerdigt, um dann im kommenden Jahr, vor der neuen Kirmesveranstaltung, wieder ausgegraben zu werden.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos