21. Juli 2017, 19:25 Uhr

Grüne beklagen Einfallslosigkeit

21. Juli 2017, 19:25 Uhr

»Mücke steht vor der Entscheidung zwischen einer neuen unverbrauchten Kraft oder der nun schon seit Jahrzehnten dauernden organisierten Einfallslosigkeit«, sagt Fraktionssprecher Dr. Ornik, der zusammen mit seiner Partei eine Bewertung der jüngsten Gemeindevertretersitzung vornahm.

Die SPD-Fraktion sei seit der letzten Wahl »noch eine Ebene tiefer gesunken«. Mittlerweile werde sie durch den FW-Fraktionsvorsitzenden vollständig vertreten, der zusammen mit dem Bürgermeister versuche, die Anträge der Opposition zu zerreden, ohne selbst eigene bessere Vorschläge vorzulegen. Alles nach dem Motto, dass die demokratische Pflichtübung im Parlament ohnehin das Regieren nur störe.

So betrachteten Zeuner und Weitzel aktive Maßnahmen der Gemeinde im Naturschutz als überflüssig, sogar dann, wenn sie vom Land bezahlt werden. Es sei ihrer Meinung nach eine Privatangelegenheit Einzelner oder von Naturschutzgruppen. Wer Blumensamen streuen will, könne ihn ja bei der Gemeinde abholen. Das halten die Grünen angesichts des dramatischen Rückgangs von Insekten (über 80%) und Arten »für eine zynische naturfeindliche Haltung«.

Auch ein Gesamtkonzept für die künftige kommunale Entwicklung in Mücke gebe es nicht. Der noch amtierende Bürgermeister reagiere eher auf den »gefühlten Bedarf« mit dem einen oder anderen Baugebiet. Doch er verweigere sich der Aufgabe, den tatsächlichen Bedarf zu erheben und die zunehmende Problematik der Alterung der Gesellschaft und deren Auswirkung auf die Entwicklung der Kommune abzubilden.

Zunehmend ältere Menschen brauchten keinen weiteren Ausbau der Randgebiete, sondern den Erhalt oder die Schaffung von Zentren mit Ärzteversorgung und sozialen Kontakten. Das spreche dafür, bei der Baufortentwicklung die Verkehrssituation, die Altersstruktur, das soziale Umfeld, die Einkaufsmöglichkeiten und ärztliche Versorgung zu berücksichtigen.

Bei der Frage einer Waldruhestätte habe es vonseiten des Bürgermeisters eine klare Absage gegeben. Sei es vor Jahren noch die offensichtlich falsche Begründung gewesen, dass laut Forstamt kein geeignetes Grundstück existiere, »so war dieses Mal davon die Rede, dass das gefundene Grundstück zu steil abfällt«. Der aus dem Forstbereich kommende Gegenkandidat von Weitzel habe diese Aussage als falsch entlarvt.

Der Bahnhof könnte eine attraktive Anlaufstelle für Pilger, Senioren, Radfahrer und Familien werden. Dazu wäre es notwendig, sich Gedanken über eine künftige Nutzung zu machen, um dann Investoren zu suchen. Der Vorschlag der CDU, eine Pilgerherberge, also eine Übernachtungsmöglichkeit auf niedrigem Leistungsniveau für Pilger auf dem Lutherweg zu schaffen, sei eine gute Idee, um Chancen zu nutzen.

»Vielleicht wären die Herberge und ein kleines Café im mittelalterlichen Stil ein interessantes Konzept und eine Herausforderung für einen Investor.« Der alte Güterbahnhof in Alsfeld sei ein gutes Beispiel, dass Ähnliches andernorts geht. In Mücke dagegen setzten Weitzel und Zeuner auf ein Archiv der Gemeinde, obwohl Dokumente schon lange digital archiviert werden. Einen Bahnhof brauche man dafür nicht.

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