07. Juli 2017, 19:49 Uhr

Magdalena Pitzer übergibt Amt in jüngere Hände

07. Juli 2017, 19:49 Uhr
Landrat Görig verabschiedet die langjährige Gleichstellungsbeauftragte Magdalena Pitzer (r.). Ihre Nachfolgerin ist Kreisbeigeordnete Stephanie Kötschau. (Foto: pm)

Frauen steht doch heute die Welt offen, sie können alles werden – sogar Kanzlerin. Alles gut also? Die Frauenbewegung hat ihr Ziel erreicht? Die Gleichstellungsbeauftragten sind längt überflüssig? »Nein«, sagt Magdalena Pitzer ganz energisch, »die braucht es weiterhin.« Sie muss es wissen, sie hat diese Funktion seit 2012 beim Kreis ausgeübt. Die ehrenamtliche Kreisbeigeordnete kümmerte sich zudem um die Bereiche Migration, Integration und Inklusion. Jetzt übernimmt Stephanie Kötschau diese Aufgabe.

Landrat Manfred Görig würdigte die Arbeit Pitzers bei einem Treffen im Kreishaus. »Wir können es uns nicht leisten, auf gut ausgebildete Frauen zu verzichten – egal ob im Handwerk oder in der Chefetage«. Magdalena Pitzer habe dazu beigetragen, ein Bewusstsein für Gleichstellung zu schaffen. Viele Aktionen hat Pitzer begleitet in den vergangenen Jahren: »One Billion Rising« etwa oder »Rote Karte gegen Gewalt« oder »Die Hälfte des Himmels«.

Hinter diesen Titeln verbergen sich Ausstellungen, Präventionstheater in den Grundschulen und Kindergärten oder die große Frauen-Tanzaktion. Der Tenor ist immer gleich: »Keine Gewalt gegen Frauen.« Magdalena Pitzer hat zudem in zahlreichen Gremien und Handlungsfeldern mitgearbeitet. »Ganz wichtig ist, dass man gut vernetzt ist«, sagt sie im Rückblick. »Nur so kann man etwas erreichen.«

Auf ihre eigene Anregung hin wurde Pitzers Arbeitsfeld schon Anfang 2015 um das neue Handlungsfeld Migration/Integration erweitert – schon wenige Monate später stand dieser Bereich im Mittelpunkt. Mit der Flüchtlingswelle entstand gleich die Arbeitsgruppe »Der runde Tisch der runden Tische«. Auch da geht es wieder um Vernetzung, in diesem Fall um die von Haupt- und Ehrenamt. »Das sollte man im ländlichen Raum weiterverfolgen. Es ist wichtig, dass die Ehrenamtlichen nicht allein gelassen werden«, sagt die Fachfrau.

Im Bereich Migration hat die langjährige SPD-Politikerin Aufbauarbeit geleistet, ansonsten hat sie sich eher in einer Lotsenfunktion gesehen. Wenn ihr in ihren regelmäßigen Sprechstunden Probleme geschildert wurden, öffnete sie die richtige Tür für die Betroffenen, stellte den entsprechenden Kontakt her oder bot ihre Mithilfe an.

Und dabei hat sie immer wieder erfahren: Die Frauenbewegung hat einige Prozesse in Gang gesetzt und erleichtert, aber überflüssig ist sie längst nicht, Gleichstellungsbeauftragte sind wichtig. »Gerade die jüngeren Jahrgänge werden das merken, wenn sie eine Familie gründen wollen, wenn es nämlich um die Frage geht, wer zu Hause bleibt.« Und dann ist noch viel zu tun, was gerechte und gleiche Bezahlung von Mann und Frau angeht. »Die reinen Frauenberufe sind noch immer schlechter bezahlt«, sagt Pitzer und nickt ihrer Nachfolgerin aufmunternd zu: Auf Stephanie Kötschau kommt also viel Arbeit zu.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Ehrenamtliches Engagement
  • Frauenbewegung
  • Kreisbeigeordnete
  • Migration
  • Vogelsbergkreis
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen