27. Juni 2017, 12:00 Uhr

Feuerwehren

Von Fehlalarm bis Freitodabsicht

276 Aktive sorgen für Sicherheit, sie sind bei Einsätzen extrem gefordert. Dazu gehören gute Ausbildung und gutes Material. In Mücke wurde jetzt Bilanz gezogen.
27. Juni 2017, 12:00 Uhr
Viele Aktive der Mücker Feuerwehren werden mit dem Brandschutzehrenabzeichen bedacht. (Foto: sf)

Das Jahrestreffen der Mücker Feuerwehren fand am Wochenende im Festzelt anlässlich der Feier »200 Jahren Ehrenamt« statt. Gemeindebrandinspektor Martin Schlosser sagte, dass in den zwölf Ortsteilwehren 30 Frauen und 246 Männer aktiv sind. 2016 wurde die Einsatzabteilung mit ihren Ortsteilwehren zu 85 Einsätzen alarmiert. Es wurden 27 Personen gerettet. »Dies ist aus meiner Sicht eine überragende Bilanz«. Es gab viele unterschiedliche Einsätze, darunter zum Beispiel Tierrettungen, aber auch solch tragische wie das Eingreifen in einem Suizid-Versuch mit Gas. Ebenso wurde der Brandschutz gesichert und Veranstaltungen begleitet wie etwa der Faschingsumzug. An Einsatzstunden ohne Übungsdienst wurden 944 geleistet.

2016 hatte die Feuerwehr 50 einsatzbereite Atemschutzgeräteträger. In verschiedenen Lehrgängen bildeten sich die Aktiven weiter. Mücker Kreisausbilder waren bei Bedarf auch an anderen Standorten aktiv. Es erfolgten alle notwendigen Ersatz- und Neuanschaffungen, und Schlosser bilanzierte: »Wir können stolz sagen, dass unsere Geräteträger mittlerweile alle mit neuer Einsatzkleidung ausgerüstet sind. Besonders erwähnenswert ist die Anschaffung des Mehrgasmessgerätes.« Acht Feuerwehrleute haben den großen Führerschein abgelegt, und es wurden neue Alarmpläne umgesetzt. Auch wurde der neue Bedarfsentwicklungsplan erarbeitet.

85 Jugendfeuerwehrleute

Die acht Jugendfeuerwehren haben insgesamt 85 Mitgliedern, sagte Gemeindejugendwartin Michaela Wißner. 80 Kinder sind derzeit in den Kindergruppen gemeldet. Für feuerwehrtechnische Ausbildung wurden 425 Stunden aufgebracht. 280 Stunden wurden in allgemeine Jugendarbeit investiert. Zehn Tage entfielen auf Zeltlager, Freizeit und Fahrten. Eine Gemeinschaftsübung fand in Sellnrod statt. Neben diesen gemeinsamen Aktivitäten fanden in den Ortsteilen eigenständige Veranstaltungen statt. Atzenhain richtete einen Action Day aus. Des Weiteren richteten sie den Osthessencup aus, bei dem die Mannschaft aus Nieder-Ohmen den 2. Platz belegte. Ab diesem Jahr wird es in Höckersdorf und Ober-Ohmen eine Minigruppe geben.

Der Katastrophenschutzzug in Mücke wurde neu strukturiert, berichtete Jürgen Mühlenbeck. Es sei sinnvoll gewesen, die Wehren als Zugeinheit zusammen zuführen. Mücke verfügt über 117 Digitalfunkgeräte, informierte Ralf Winter von der IUK-Abteilung. Marc Filipp berichtete aus dem Bereich des Atemschutzes. Von der Atemschutz AG-werden in der nächsten Woche die neu beschafften Notfallsignalgeber ausgegeben und die Ortsteilwehren unterwiesen. Diese Notfallsignalgeber tragen einen erheblichen Teil zur Sicherheit der Einsatzkräfte im Atemschutzeinsatz bei.

Gemeinde sagt Ausrüstung zu

»Vor einigen Wochen konnten wir hier eine eindrucksvolle Übung erleben. Ich bin der Meinung, dass das neue Konzept gut funktioniert hat und bei der Übung die Zusammenarbeit der Mücker Ortsteile unter Beweis gestellt wurde.« Das sagte Bürgermeister Matthias Weitzel zu den Feuerwehrleuten. Für die Verbesserung der Ausstattung der Feuerwehren sei in den kommenden Jahren erneut einiges vorgesehen. Vieles gehe aber auch nur, weil sich die Vereine und die Mitglieder vor Ort einsetzen. So wurde in Flensungen und Höckersdorf einiges an Eigenleistung der Vereine in den Umbau der Gerätehäuser gesteckt, Ober-Ohmen ist gerade am Umbau der Räume.

Neben den größeren Baumaßnahmen wie der Erweiterung des Stützpunktes werden an einigen Gerätehäusern Tore erneuert, um den modernen Anforderungen Genüge zu tun. Einen breiten Raum bei den Investitionen nimmt die Beschaffung von neuen Fahrzeugen ein. Aktuell wird gerade die Ausschreibung für den neuen ELW vorbereitet. Dabei ist man eine Kooperation mit sechs Kommunen aus dem Landkreis Gießen und der Wetterau eingegangen und hofft, durch die gemeinsame Beschaffung einen Preisvorteil zu erreichen.

Kritik an Landesförderung

Einen Kritikpunkt an der Förderung durch das Land brachte Weitzel an. Schön sei es, dass man die entsprechende Landesförderung bekommt. Allerdings seien die angesetzten zuwendungsfähigen Kosten so niedrig, dass aus der 30 %-Förderung eher eine 15- bis 20 %-Förderung werde. Landrat Manfred Görig lobte die Mücker Wehr als schlagkräftige Truppe. Er versprach auch einen Zuschuss bei der Neuanschaffung der Fahrzeuge, weil sie ja auch überörtlich eingesetzt werden. Kreisjugendwart Jörg Blankenburg lobte die Mücker Jugendwehren, die sehr engagiert seien. Er hofft, dass die viele Arbeit auch Früchte trage und man ausreichend junge Leute aktivieren könne, die die Einsatzabteilungen verstärken.

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