06. Juni 2017, 20:04 Uhr

Kirche nur noch zu erahnen

06. Juni 2017, 20:04 Uhr
Heinrich Seim erläutert vor der Harbertshäuser Wüstung die Geschichte des Ortes mit einer regional bedeutsamen Kirche. (Fotos: Gelhardt)

Ausgesprochen guten Zuspruch fand der Auftakt der 800-Jahr-Feier von Erbenhausen. An einem Spaziergang zu den zwei Schwester-Orten Helbertshausen und Harbertshausen nahmen über 100 Interessierte teil. Die Geschichte der drei Orte hängt eng zusammen, wie Geschichtsforscher Heinrich Seim anhand der beiden Wüstungen aufzeigte. Die Entstehung der drei Orte kann in der karolingischen Zeit zwischen 750 und 900 angenommen werden. Darauf deuten Tonscherben hin. Eine Datierung mit einer alten Urkunden ergibt keine Klarheit, ob Erbenhausen 800 Jahre oder 1100 Jahre alt ist.

Seim erinnerte daran, wie Menschen um diese Zeit herum lebten. Krankheiten wie die Pest, Kriege und die nachlassende Fruchtbarkeit der gerodeten Waldböden bestimmten die Lebensbedingungen.

Die Siedlungen umfassten im ausgehenden Mittelalter teilweise nur acht Häuser. Etwas größer war Harbertshausen, so war die Kirche in der Regin von Bedeutung. Es sollen in dem Ort sogar Priester ausgebildet worden sein, sagte Seim. Noch heute sind die Grundmauern des Gotteshauses erkennbar. Seim erläuterte den Aufbau eines Rennofens, dessen Ausmaße ermittelt wurden. In einem solchen Schachtofen aus Stein und Lehm wurde Eisenerz mit Holzkohle zu Eisen reduziert. Seim machte deutlich, dass Eisengewinnung darauf hindeutet, wie wichtig der Ort an einem alten Verkehrsweg war.

Am Harbertshäuser Teich lud Pfarrer Christoph Schulze-Gockel zum Gottesdienst ein. In der Predigt nahm er Bezug zur Spurensuche, die gerade bei Geschichtsinteressierten hohen Stellenwert genießt. Der Erbenhäuser Chor und Heinrich Dörr am Akkordeon umrahmten den Gottesdienst.

Auf landwirtschaftlichem Gerät kehrte man zurück nach Erbenhausen. Einen Stopp legte die große Gruppe am Himmelsborn ein, der Quelle, aus der laut alten Sagen die Kinder stammen. Entlang dem Haferbach ging es in den Ort, wo die Landfrauen ein Kuchenbuffet vorbereitet hatten.

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