05. Juni 2017, 06:00 Uhr

Abwasserkontrolle

Labor auf Rädern

Die Abwassermeister wissen nie, wann sie kommen: Die Kontrollöre des Regierungspräsidenten, um das Einhalten von Grenzwerten zu kontrollieren. Jetzt machen sie es mit einem neuen Fahrzeug.
05. Juni 2017, 06:00 Uhr
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Von Jutta Schuett-Frank
Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (l.) zeigt die Abwasserprobe im Messglas. Mückes Bürgermeister Matthias Weitzel informiert sich über den neuen Messwagen, der zweimal im Jahr unangemeldet zu Kontrollen kommen wird.

Die Auflagen für die Abwasserreinigung werden immer strenger. Das hat zum einen zur Folge, dass die Kommunen bei ihren Anlagen ständig nachrüsten müssen, um die Grenzwerte einzuhalten, zum anderen gilt es zu überwachen, ob den Vorgaben entsprechend das Abwasser gereinigt wird. Dafür wurde am Dienstag ein neuer Labor-Bus des Regierungspräsidiums Gießen in Dienst gestellt. Das neue Fahrzeug, ein blauer Kleinbus mit ganz vielen Laboreinrichtungen, wurde dieser Tage auf dem Gelände der Kläranlage Nieder-Ohmen zwischen Königsaasen und Burg-Gemünden vorgestellt, mit dabei war auch Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. 220 kommunale Kläranlagen werden nach seinen Angaben von seiner Behörde betreut, sie werden zwei mal im Jahr unangemeldet aufgesucht. Andrea Krapp, Mitarbeiterin des Regierungspräsidiums, ist die Ansprechpartnerin für den Abwasserverband Ohm/Seenbach, dem neben Mücke auch Grünberg angehört.

»Bei den Kontrollen werden die Abwasserbehandlungsanlagen auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft und vom Abwasser Proben entnommen«, informierte RP-Mitarbeiter Achim Jost. Das Laborfahrzeug ist so ausgestattet, dass umfangreiche Messungen möglich sind, Abwasserproben gerichtsfest entnommen und diese gekühlt zu einem staatlichen anerkannten Labor zur Analyse gebracht werden können.

Steigende Anforderungen

Würden die Grenzwerte der Einleiterlaubnisse des Abwassers nicht eingehalten, kann dies weitreichende Konsequenzen für den Betreiber haben. Bei geringen Überschreitungen wird in einem ersten Schritt die Untersuchungshäufigkeit erhöht. Es kann zudem zu einer Anhebung der jährlich zu entrichtenden Abwassergabe kommen. »Die staatlichen Kontrollen sind daher ein wichtiger Bestandteil des Gewässerschutzes und ein wirkungsvolles Instrument, den hohen Stand der Reinigungsleistung unserer Abwasseranlagen aufrechtzuerhalten«, fasste Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich zusammen . Ziel sei es dies weiter auszubauen und künftig weitergehende Anforderungen, wie sie zum Beispiel für die Phosphor- Eliminierung oder Spurenstoff-Eliminierung notwendig würden, zu begleiten und zu überwachsen. Das neue Fahrzeug hat knapp 65 000 Euro gekostet, informierte der Regierungspräsident.

Von der Gemeinde Mücke waren bei der Vorstellung des neuen Fahrzeuges Bürgermeister Matthias Weitzel, Sabine Bork, die Geschäftsführerin des Abwasserverbandes Ohm/Seenbach, und Abwassermeister Ernst Michael Semmler anwesend.



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