31. Mai 2017, 12:00 Uhr

Mitfahrbörse

Bei Aufleuchten Mitfahrgelegenheit

Die Leute werden älter, die Lebensmittelmärkte weniger. Wie kommen Menschen ohne eigenes Fahrzeug zum Einkaufen? In Romrod zeigt ein neues Projekt einen Lösungsweg.
31. Mai 2017, 12:00 Uhr
Fairfahrt bringt in Romrod Fahrer und Mitfahrende zusammen. (Foto: jol)

Damit kommt die Oma aus Ober-Breidenbach in den Rewe-Markt Romrod und wieder zurück. Ein spannendes Modellprojekt läuft derzeit in der 2800-Einwohner-Stadt, bei dem Autofahrer mit Menschen elektronisch zusammenkommen, die eine Mitfahrgelegenheit brauchen. Davon erhofft sich der Vogelsbergkreis Erkenntnisse, wie die Mobilität im Flächenkreis besser gesichert werden kann, wie Landrat Manfred Görig sagte.

Macher von »Fairfahrt« sind vier Studenten, drei davon stammen aus dem Vogelsberg. Jonathan Waschkewitz und Andreas Stein stellten das einfach gehaltene System vor. Fahrer und Mitfahrende melden sich zunächst unter »www.fairfahrt.de« an, Mitfahrende erhalten einen Chip oder eine kleine Karte. Mit Karte oder Chip können sie sich an den Stationen in den Ortsteilen und im Rewe-Markt Romrod eine Mitfahrgelegenheit suchen. Sie legen Chip oder Karte auf die grüne Fläche und wählen den Zielort aus. An den Stationen sind grüne Leuchten angebracht, die aufleuchten, wenn jemand auf eine Mitfahrt wartet. Autofahrer können dann einfach fragen, ob sie ihn mitnehmen sollen. Der Mitfahrwunsch wird auch auf das Mobiltelefon von angemeldeten Autofahrern übermittelt.

Im Rewe-Markt Romrod hängt ein Monitor, der anzeigt, ob eine Person auf Mitnahme wartet. Dabei geht es den Machern um ein Mehr an Kommunikation, man kann Einkäufe und Arztbesuche erledigen »und lernt dabei noch nette Menschen kennen«, sagte Waschkewitz. Das Konzept hat den Kreis auf Anhieb überzeugt, wie Landrat Görig erläuterte. Denn in dem großen Kreis mit seinen 186 Ortschaften kann der Weg zum Einkaufen oder zu Verwandten kaum mit dem Bus abgedeckt werden. Deshalb erprobt der Kreis mit einem Bundeszuschuss von 332000 Euro Modellprojekte, wie Vogelsberger ohne eigenes Auto mobil bleiben. Schwierigkeiten zeigten sich bei einem Versuch mit Elektroautos, die in einigen Dörfern ausleihbar waren. Es dauere seine Zeit, bis sich die Menschen an ein neues Angebot gewöhnt haben, das zeigte sich auch beim Anruf-Sammel-Taxi AST, das nicht von allen angenommen wurde.

 

Meist sind es nur kurze Fahrten

 

Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg ergänzte, dass Menschen ohne eigenes Auto viele Fahrten über Verwandte und Nachbarn abdecken. Aber der Nachbar ist nicht immer verfügbar, deshalb sei ein solches Modellprojekt wichtig. Meist gehe es um Fahrten zwischen Ortsteilen und dem Grundversorgungszentrum Romrod. Das Projekt sei deutschlandweit einzigartig. In den vergangenen drei Wochen haben die Fairfahrt-Macher im Rewe-Markt für die Teilnahme geworben und 100 Anmeldungen erreicht.

Der Pressetermin zeigte, wie wichtig Unterstützer für ein innovatives Vorhaben sind. Sponsoren ermöglichten die Anschaffung der Mobilitätsstationen in den Ortsteilen, die je rund 2500 Euro kosten. Das unterstützen die Energiegenossenschaft Vogelberg, OVAG Energie, Raiffeisenbank Kirtorf, Rewe-Markt Scharmann, Schlosserei Fischer, Sparkasse Oberhessen und VR Bank HessenLand. Info: www.fairfahrt.de.

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