29. Mai 2017, 07:45 Uhr

Schwestern-Demo

Pflegekräfte fordern mehr Personal und Geld

Zu wenig Personal für eine gute Pflege mindert die Lebensqualität der Betroffenen im und am Krankenbett. Deswegen forden Pflegekräfte in Alsfeld bessere Arbeitsbedingungen und Entlohnung.
29. Mai 2017, 07:45 Uhr
Gemeinsam für bessere Bedingungen in Pflegeberufen eintreten, das fordert Matthias Körner bei der Kundgebung. (Foto: jol)

Kaum eine Krankenschwester oder Altenpflegerin arbeitet über das 50. Lebensjahr hinaus, in deutschen Krankenhäusern sterben jährlich bis 15 000 Menschen an Krankenhauskeimen, die mit mehr Zeit für Händedesinfektion zu bekämpfen wäre. Gegen solche Zustände und für bessere Pflege machten sich am Samstag über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Demonstration auf dem Alsfelder Marktplatz stark.

Etwas enttäuscht über den unerwartet geringen Zuspruch betonte Organisator Ingo Schwalm, dass die Pflege-Fachkräfte am Thema dranbleiben. Denn die Probleme seien offenkundig. So berichtete Kerstin Röhrhoff von Verdi Osthessen, dass in Krankenhäusern 162 000 Fachkräfte für Pflege fehlen. Die Arbeitsbedingungen seien so schwierig, das der Nachwuchs fehlt. Denn der Mangel an Personal führt dazu, dass die Arbeit in Krankenhaus, Seniorenheim oder Behinderteneinrichtung oft nur zu schaffen sei, wenn Pflegerinnen (meist Frauen) Überstunden dran hängen. Am Wochenende klingelt dann oft das Telefon, weil ein Kollegin krank ist und vertreten werden muss.

Das Personal halte den Betrieb »oft auf Kosten der eigenen Gesundheit am Laufen«. »Wir brauchen attraktive Arbeitsbedingungen,« fordert Röhrhoff. Dazu gehört auch, dass Gehälter gezahlt werden, »von denen man anständig leben kann«. Krankenpfleger Schwalm ergänzte, dass er jeden Monat einen Kollegen an Therapeuten vermitteln muss. Die neuen Pflegestärkungsgesetze hätten keine Verbesserung für Pflegeberufe bewirkt. Die Altenpflege sei noch weniger attraktiv, dort würden 600 bis 800 Euro weniger als im Krankenhaus verdient.

Matthias Körner vom DGB Mittelhessen forderte ebenfalls mehr politischen Druck. Nur wenn sich die Menschen zusammenschließen, können sie etwas in der Politik und gegenüber den Arbeitgebern erreichen. Das Verbot der Kinderarbeit und die 40-Stunden-Woche seien erkämpft worden. Um mehr Geld für die Pflegekräfte zu haben, reiche es, den Arbeitgeberanteil der Krankenversicherung wieder auf das Niveau der Arbeitenden zu heben.

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