Vogelsbergkreis

Aufatmen muss warten

Vogelsbergkreis (zds). Kein Aufatmen für die 21 070 Menschen oder Firmen, die im Vogelsbergkreis Dieselautos der Schadstoffklassen Euro 1 bis Euro 5 besitzen: Zwar hat das Bundesumweltministerium gemeldet, es habe das Thema Blaue Plakette bis zum Herbst auf Eis gelegt. Das Umweltbundesamt bläst aber trotzdem weiter zum Sammeln für alle, die mittels blauer Umweltzonen rot-gelb-grünen Dieseln die Einfahrt in Stickoxid belastete Stadtzentren verbieten wollen: ‹›Wir halten eine Blaue Plakette, mit der nur noch die Dieselfahrzeuge in die Innenstädte fahren dürften, die die Euro-6-Grenzwerte auch im Fahrbetrieb nicht überschreiten, für die effizienteste Maßnahme,‹' zitiert dpa die Behördenchefin Maria Krautzberger.
21. Mai 2017, 19:32 Uhr
der Redaktion
VB_schadstoff_170816

Vogelsbergkreis (zds). Kein Aufatmen für die 21 070 Menschen oder Firmen, die im Vogelsbergkreis Dieselautos der Schadstoffklassen Euro 1 bis Euro 5 besitzen: Zwar hat das Bundesumweltministerium gemeldet, es habe das Thema Blaue Plakette bis zum Herbst auf Eis gelegt. Das Umweltbundesamt bläst aber trotzdem weiter zum Sammeln für alle, die mittels blauer Umweltzonen rot-gelb-grünen Dieseln die Einfahrt in Stickoxid belastete Stadtzentren verbieten wollen: ‹›Wir halten eine Blaue Plakette, mit der nur noch die Dieselfahrzeuge in die Innenstädte fahren dürften, die die Euro-6-Grenzwerte auch im Fahrbetrieb nicht überschreiten, für die effizienteste Maßnahme,‹' zitiert dpa die Behördenchefin Maria Krautzberger.

In Stuttgart fordert der Verkehrsclub Deutschland an Tagen mit hoher Belastung nun generelle Fahrverbote. Die dortige Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart (eine der größten Deutschlands) plädiert dagegen schon länger für ein anderes Konzept: Umstiegsprämien von alten auf neue Diesel oder Benziner oder Elektroautos. Aber nur, wenn dafür auch alte Diesel verschrottet werden und die Luft sauberer wird.

Beim jetzigen Stand der Dinge gäbe es im Vogelsbergkreis für rund 93,7 Prozent aller Diesel keine blaue Plakette. Und wenn aktuell sogar noch 5567 Menschen mit Diesel-Pkw der Schadstoffklassen Euro 1 bis Euro 3 unterwegs sind, wie die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes für 2016 ausweisen, dann gilt für die, was auch in der Feinstaubhauptstadt Stuttgart gilt. Dort wies Torsten Treiber als Obermeister der Innung darauf hin, dass die Blaue-Plaketten-Idee nicht nur die Besitzer von Dieselfahrzeugen bis Euro 5 jetzt bares Geld kostet, weil der Wert ihrer Pkw bereits durch die Diskussion sinke. Er kritisierte auch, dass alle, die auf den Diesel eindreschen, vollkommen vergessen hätten, wen das träfe: »Menschen, die ältere Pkw fahren, tun dies meistens nicht, um der Umwelt bewusst zu schaden, sondern weil das Haushaltseinkommen begrenzt ist. Wenn die Politik die gestern hochgelobten Umweltdiesel morgen aus dem Verkehr ziehen will, dann geht das nur mit Umstiegsprämien.«

Bei Dieseln sind die Partikel krebserregend und der Stickoxidausstoß ist gesundheitsgefährdend. In beiden Fällen gilt die Faustregel, je älter der Diesel, desto problematischer. Deswegen gibt es unterschiedliche Schadstoffstufen, und bei denen sah die Verteilung zu Jahresanfang und im Vergleich zu 2015 bei uns so aus: Euro 1: 137 Diesel-Pkw (Vorjahr: 161). Euro 2: 1522 Diesel-Pkw (Vorjahr: 1691). Euro 3: 3908 Diesel-Pkw (Vorjahr: 4318). Euro 4: 6399 Diesel-Pkw (Vorjahr: 6778). Euro 5: 9104 Diesel-Pkw (Vorjahr: 8054). Euro 6: 1231 Diesel-Pkw (Vorjahr: 312). Ohne Emissionsgruppe, weil zumeist Oldtimer, sind 85 Diesel-Pkw (Vorjahr: 88). (Grafik: zds)

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,258802

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung