Vogelsbergkreis

Lebenszeit im Stau

Immer mehr Pendler im Kreis: Zuletzt verließen 41 Prozent aller Berufstätigen auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen des Landkreises – 16 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Die IG BAU Mittelhessen beruft sich auf eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Danach zählt der Vogelsbergkreis rund 16 300 sogenannte Auspendler. Die Gewerkschaft nennt den Trend »alarmierend«. Immer mehr Menschen müssten immer weitere Strecken zur Arbeit zurücklegen – und verbrächten immer mehr Lebenszeit im Stau.
19. Mai 2017, 20:23 Uhr
Redaktion
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Viel Zeit verbringen Berufspendler auf der Straße und im Stau. (Foto: Archiv)

Immer mehr Pendler im Kreis: Zuletzt verließen 41 Prozent aller Berufstätigen auf dem Weg zur Arbeit die Grenzen des Landkreises – 16 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Die IG BAU Mittelhessen beruft sich auf eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Danach zählt der Vogelsbergkreis rund 16 300 sogenannte Auspendler. Die Gewerkschaft nennt den Trend »alarmierend«. Immer mehr Menschen müssten immer weitere Strecken zur Arbeit zurücklegen – und verbrächten immer mehr Lebenszeit im Stau.

»Seit Jahren hält das Angebot bezahlbarer Wohnungen nicht mit dem Bedarf Schritt. Wir haben gerade in den größeren Städten eine gute Entwicklung bei den Arbeitsplätzen, aber für die Menschen wird es immer schwieriger, sich dort auch eine Wohnung zu leisten«, sagt Hammes. Strecken von über 50 Kilometern bis zum Betrieb seien mittlerweile gang und gäbe. Dies belaste nicht nur die Umwelt, sondern auch die Nerven und die Gesundheit der Betroffenen. Allerdings ist das für den Kreis einzuschränken, viele Berufstätige fahren nur wenige Kilometer über die Kreisgrenze hinaus zu ihrem Arbeitsplatz. Die IG BAU fordert ein Umdenken in der Wohnungspolitik. »Die öffentliche Hand muss mehr investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen. « Es würden mehr Sozialwohnungen und mehr bezahlbare Mietwohnungen gebraucht. Das dürfte aber an den Wünschen vieler Landbewohner vorbeigehen, die lieber im Eigenheim wohnen als in einer engen Stadtwohnung. Um Berufspendler zu entlasten, müsse mittelfristig die Verkehrsinfrastruktur ausgebaut werden. »Wir brauchen bessere Schienennetze und mehr Radwege. Aber auch bei Straßen und Brücken ist der Nachholbedarf groß.«

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,258401

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