09. Mai 2017, 20:22 Uhr

Lieber loben statt lügen

09. Mai 2017, 20:22 Uhr
Überparteilich: Vorstand der Europa-Union Vogelsberg mit Thomas Mann (r.). (Foto: jol)

Er brennt für Europa, deshalb hat die Europa-Union Vogelsberg mit dem Brüsseler Abgeordneten Thomas Mann ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Und der Politiker enttäuschte nicht, besonders lag ihm der Hinweis am Herzen, dass die EU »die Würde des Menschen bewahrt«. Der Wahlerfolg Trumps und der Brexit mit seiner Lügenkampagne zeigten, wie wichtig Europa ist. Klar grenzt sich der Christdemokrat von Populisten ab, man könne gern streiten, aber ohne Hetzkampagnen.

Die Vogelsberger Europa-Union ist überparteilich, im Vorstand wirken neben Vorsitzendem Stephan Paule (CDU) Eva Goldbach (Grüne) und Patrick Krug (SPD) mit.

Das Interesse am Frieden war Grundlage für die Gründung des EU-Vorläufers, der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft am 25. März 1957. Aus sechs Mitgliedsstaaten sind 28 geworden, wie Paule nach der Eröffnung der Veranstaltung durch ein Saxofon-Trio der Musikschule sagte. Ziel war, nach dem Krieg eine Friedens- und Interessengemeinschaft zu gründen. Das wurde geschafft, »die Gefahr eines Krieges oder einer Hungersnot ist heute nicht mehr gegeben«.

Thomas Mann freute sich, dass in Frankreich ein überzeugter Europäer zum Präsidenten gewählt wurde. Nach einer Phase des Zweifelns an der EU während der Wahlen in Österreich und den Niederlanden sei nun eine pro-europäische Position belohnt worden. Le Pen wolle alle abschieben, die keine Franzosen sind, Macron suche nach einer gemeinsamen Lösung für die EU. »Ich bin heilfroh, dass sich etwas gewendet hat für Europa«, betonte Mann. Und die Bewegung »Pulse of Europe« bringe Mitstreiter auf die Straße.

Dabei verschwieg Mann nicht die Probleme, so ist für ihn vieles an der Politik Orbans in Ungarn kritikwürdig. Trotz der Unterschiede habe die EU zum 60. Jahrestag ein Dokument verabschiedet, das die Gemeinschaft für Frieden und Menschenrechte betont. Dabei gehe es um konkrete Vorhaben wie einen Fonds von 6,3 Milliarden Euro gegen Jugendarbeitslosigkeit. Das sei wichtig, wie er bei einer Diskussion mit »abgehängten« Jugendlichen in Vororten von Paris erfahren hat. Mit Bildung und Jobs könnten Drogenkarrieren verhindert werden.

Zur Zukunft sagte er, man könne sich auf eine EU einigen, die weniger Themen effizienter umfasst oder eine »Super-Union«, die weitere Bereiche übernimmt. Dann müssten Nationalstaaten Kompetenzen abgeben. Die Flüchtlingspolitik habe gezeigt, dass das nicht einfach ist. Inzwischen werden die Südgrenzen gemeinsam geschützt, das sei früher unmöglich gewesen. Die Türkei entwickele sich zur »Erdo-Diktatur« und wende sich von Europa ab.

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