05. Mai 2017, 12:00 Uhr

Wirtschaft

Aus dem Keller zur innovativen Top-Firma

Aus kleinsten Anfängen »im Keller« hat der Erfinder und Entwickler Sinan Koc seine Firma in Mücke aufgebaut. Jetzt will er expandieren.
05. Mai 2017, 12:00 Uhr
Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak (l.), Bürgermeister Matthias Weitzel und Andrea Ortstadt (Wirtschaftsförderung beim Landkreis) im Gespräch mit Geschäftsführer Sinan Koc (r.). (Foto: pm)

»Man kann in allen Abteilungen spüren, dass hier Talente erkannt und gefördert werden.« Das sagte Vizelandrat Jens Mischak im Gespräch mit Sinan Koc, dem Geschäftsführer der Somack Fertigungstechnik GmbH. Zu den rund 15 Unternehmen im Gewerbegebiet Gottesrain zählt seit 2013 auch das zwei Jahre zuvor gegründete Unternehmen Somack. »Die zentrale Lage ist top«, sagt Geschäftsführer Koc. »Mit dem schnellen Internet einschließlich Glasfaser zum Unternehmen dauert es jetzt nicht mehr lange«, erläuterte Mischak – worüber sich der Unternehmer sehr freute.

Vier Mitarbeiter der Firma sind Auszubildende, »die bei uns gefördert werden; sie sind keine billigen Arbeitskräfte«, sagt Sinan Koc. Sein Kommentar zum Mangel an Fachkräften: »Wenn man gute Leute haben will, dann muss man sie am besten selber ausbilden.«

Innovative Technik, hohe Dynamik, bis ins Detail durchgeplante Ablaufprozesse und eine gute Kooperation mit der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) kennzeichnen das junge Unternehmen. Genauso wichtig ist dem Firmenchef der »menschliche Faktor«, die Wertschätzung und die »Lust auf Leistung«.

Wenn Arbeit richtig organisiert werde, dann könne man »Selbstvertrauen tanken« – und dann werden die Produkte gut und die Kunden zufrieden. Der Verkauf von Präzisionsteilen aus Metall und Kunststoff und Fertigungsanlagen im Bereich Sondermaschinenbau, Lasertechnik und Kunststoffschweißen sowie von Prüfständen erfolgt inzwischen in alle Welt. Beeindruckt zeigte sich Mischak auch von der sehr hohen Wertschöpfungsquote von 92 Prozent. Das bedeutet: praktisch alles, was zur Fertigung der bestellten Produkte benötigt wird, wird selbst entwickelt – Koc: »Wir haben das ganze Knowhow im Haus« – zusammengestellt – und alles »Made in Germany«. Variantenreich, perfekt durchgeplant nach einem Baukastenprinzip sind Wünsche schnell und nachhaltig umsetzbar, so Geschäftsführer Koc. An jedem Tag laute die Frage: »Was kann ich besser machen?« Und: »Sie müssen von dem überzeugt sein, was sie tun.«

Dass der Unternehmer demnächst erweitern möchte (und muss), verwundert nicht. »Wir werden alle Möglichkeiten wohlwollend prüfen«, sagte Bürgermeister Weitzel.

Beim Übergang Schule-Beruf will der Unternehmer Koc verstärkt auf die Schulen zugehen, um für die Attraktivität technischer Berufe zu werben. Überdies sei das Verständnis für die konkrete Praxis in vielen Schulen leider nicht besonders ausgeprägt. Da werde er nicht locker lassen. Elektroniker, Industriemechaniker, Produktdesigner und Zerspanungsmechaniker kann man/frau bei Somack lernen. »Das ist sehr anspruchsvoll – und eine riesige Entwicklungschance für Abgänger aller Schulformen«, so Koc.

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