27. April 2017, 17:00 Uhr

Stadtentwicklung

Wieder Bier brauen im alten Brauhaus?

Die Schwächen der Stadt sind erkannt, die Stärken von Homberg auch. Der Arbeitskreis Innenstadtentwicklung sieht viel Potenzial, das entwickelt werden kann.
27. April 2017, 17:00 Uhr
Das alte Brauhaus ist ein echtes Schmuckstück in Homberg. Es könnte aber noch weiter aufgewertet werden, findet der Arbeitskreis Innenstadtentwicklung. (Foto: Archiv)

Man brauche das Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, Homberg sei eine tolle Stadt, ist die einhellige Auffassung im Arbeitskreis. Jetzt soll ein Aktionsplan helfen, das auch nach draußen zu vermitteln. Und das möglichst zügig. Denn vieles gehe ihm zu langsam und teilweise würden Konzepte dann einfach in der Schublade verschwinden und vergessen werden, kritisierte Schwarz. »Vor Jahren gab es zum Beispiel schon Beschwerden darüber, dass die Brunnen in der Stadt nicht laufen. Und heute funktionieren sie immer noch nicht.«

In der Diskussion verwies er auf die Idee der Umnutzung der alten Grundschule in der Friedrichstraße für barrierefreies Wohnen. Auch dieser Vorschlag sei in der Versenkung verschwunden, »obwohl wir seit dem Bürgerentscheid wissen, dass die Menschen das wollen. Wir müssen das jetzt auch umsetzen«, lautet seine Forderung.

Hierauf antwortete Bürgermeister Claudia Blum, das Konzept sei nicht in der Versenkung verschwunden. Die städtischen Gremien werden sich demnächst damit beschäftigen, es liegen Anträge dazu vor. Katja Metz schlug vor, bis zu einer neuen Nutzung vielleicht darüber nachzudenken, die alte Turnhalle für Feiern zu vermieten.

Touristiker Hartmut Kraus verwies auf das Konzept, das die Firma ift schon vor einigen Jahren erstellt hat. Vieles daraus könne man übernehmen, weil es zu den aktuellen Ideen im Arbeitskreis passt. Dann könne man sich auch die Arbeit sparen, die schon einmal gemacht wurde. »Hier steht alles schon drin«, sagte er und hielt das etliche Seiten starke Konzept hoch.

Widerspruch kam von Dr. Almut Bick von der Stadt, denn das ift-Konzept beziehe sich nur auf den Bereich Tourismus. Der Arbeitskreis Innenstadtentwicklung zielt aber nicht nur auf Gäste von außerhalb ab, sondern auch auf die Einwohner und deren Lebensqualität. Zudem sei vieles aus dem touristischen Konzept bereits umgesetzt.

Eine neue Marketingstrategie soll jetzt ebenfalls entwickelt werden, um auf das Angebot in der Stadt aufmerksam zu machen. Die Gewerbetreibenden setzen auf eine weitere Verbreitung des vor einigen Monaten eingeführten »Ohmtalers« und wollen ihre Internetseite »Homberg er-leben« weiter bekannt machen.

Wichtig sei es, vormalige Gaststättenbetreiber darauf hinzuweisen, Schilder abzuhängen, wenn es das Lokal nicht mehr gibt. Das führe sonst zu Verwirrung. Wiederum wurde bemängelt, dass Übernachtungsmöglichkeiten und weitere gastronomische Angebote fehlen. Almut Bick verwies indes auf etliche Ferienwohnungen, die nicht ausgelastet sind. Hier könne es teilweise sein, dass sie nicht dem heutigen Standard entsprechen, gab Hartmut Kraus zu bedenken. Ein Hotel wird niemand bauen, darüber war man sich in der Runde einig.

Und auch für neue Gastronomieangebote ist es nicht leicht. So hat ein Lokal mit mexikanischen Spezialitäten wieder schließen müssen, obwohl die Besitzerin kreative Ideen hatte. Allerdings seien die Räume gerade im Winter sehr klein gewesen.

Dass es funktionieren kann, darauf verwies Friedrich Plitzko angesichts der Bäckerei Dickel in Nieder-Ofleiden mit ihrem neuen Geschäft. Dort brumme der Laden, »da ärgert es mich fast, das wir so was Tolles nicht hier haben«. Gegenrede von Rainer Schwarz: »Das haben wir doch hier, Nieder-Ofleiden zählt doch zu Homberg!«

Als weitere positive Beispiele wurden die Firma Jantosca-Catering und die Eventscheune in Dannenrod (Gasthaus Lina Jakob) genannt. Man sei also insgesamt gar nicht so schlecht aufgestellt.

Doch nicht immer kommt alles, was die Ohmstadt zu bieten hat, bei jedem auch an. Katja Metz machte das angesichts der fehlenden Wertschätzung vieler Bewohner für ihr Städtchen deutlich, die war eindeutig als Schwäche erkannt worden. »Wenn ich das manchmal höre, da blutet mir das Herz«, meinte sie. Ihr Ehemann, mit dem sie das bekannte Textilgeschäft betreibt, versucht zu beruhigen. Man dürfe die typischen »Facebook-Nörgler« nicht zum Maßstab nehmen.

Auch Christiane Helm hob darauf, dass die Ohmstadt viele schöne Ecken hat, die oft verkannt werden. Dazu zählt sie unter anderem die Brauhausgasse. Daraus ließe sich noch viel mehr machen. Eventuell könne sich die Stadt beteiligen, um das Risiko für Private etwas abzumildern, solche Beispiele aus anderen Kommunen gebe es schon.

Hartmut Kraus regte gar an, zu überlegen, das Brauhaus wieder zum Brauhaus zu machen, dabei verwies er auf den Trend für kleine lokale Biersorten. Allerdings werde es schwierig, dafür einen Investor zu finden. Beate Tribula wünscht sich ebenfalls, dass wichtige zentrale Plätze in der Innenstadt wieder belebt werden. Das gelte zum Beispiel für den Platz unterhalb des Rathauses. Neue Bänke könnten helfen, dass sich dort Menschen treffen. So könnte der vorhandene Bauernmarkt als geselliger Treff noch ausgebaut werden.

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