Vogelsbergkreis

Erst Kinderwagen, dann Rollator

Vogelsbergkreis (pm). Bessere Chancen, in den eigenen vier Wänden alt zu werden: Es werden deutlich mehr Senioren-Wohnungen im Vogelsbergkreis gebraucht, stellt die IG Bauen-Agrar-Umwelt fest. Andernfalls drohe eine »graue Wohnungsnot«.
26. März 2017, 19:04 Uhr
Redaktion
VB_Senioren_Dusche_220317
Alltagsszene im Alter: Mit dem Rollator zur bodengleichen Dusche gelangen zu können bedeutet ein längeres Leben in den eigenen vier Wänden. (Foto: pm)

Vogelsbergkreis (pm). Bessere Chancen, in den eigenen vier Wänden alt zu werden: Es werden deutlich mehr Senioren-Wohnungen im Vogelsbergkreis gebraucht, stellt die IG Bauen-Agrar-Umwelt fest. Andernfalls drohe eine »graue Wohnungsnot«.

Denn der Vogelsbergkreis wird immer älter. »Im Jahr 2035 werden hier bereits rund 33 700 Menschen leben, die zur Generation 65plus gehören«, sagt Doris Hammes. Die Bezirkschefin der IG BAU Mittelhessen beruft sich dabei auf eine Regional-Untersuchung zur »Wohnsituation im Alter« vom Pestel-Institut in Hannover.

Viele dieser Menschen seien dann auf eine altersgerechte Wohnung angewiesen – ohne Barrieren. »Das bedeutet, dass man keine Treppenstufen mehr gehen muss und mit einem Lift in die Wohnung kommt«, so Hammes. Die Senioren-Wohnungen sollten Türen haben, durch die ein Rollator oder Rollstuhl passe. Ebenso eine schwellenfreie Dusche. Das »Senioren-Sanieren« ganzer Wohnhäuser liege voll im Trend. Im vergangenen Jahr habe die staatliche KfW-Förderbank genau 134 Mal den altersgerechten Umbau von Wohnungen im Vogelsbergkreis unterstützt. Dafür flossen Fördergelder in Form günstiger Kredite oder direkter Zuschüsse.

»Dennoch bleibt noch viel zu tun. Und jede Sanierung lohnt sich. Übrigens nicht nur beim Senioren-Wohnen. Auch junge Familien können davon profitieren: Wo heute ein Kinderwagen durch die extra breite Zimmertür rollt, da passt dann in 40 Jahren auch ein Rollator durch«, sagt Doris Hammes.

Es komme darauf an, rechtzeitig vorzubeugen. Die Bezirksvorsitzende weiter: »Denn es kann nicht sein, dass ältere Menschen nur deswegen ins Heim müssen, weil sie zu Hause keine seniorengerecht ausgebaute Wohnung haben.« Von den gesamten Kosten für den altersgerechten Umbau, die gefördert werden können, zahlt die KfW immerhin bis zu 12,5 Prozent als direkten Zuschuss – maximal 6250 Euro pro Wohneinheit, teilt die IG BAU weiter mit. Mehr Informationen über die KfW-Förderung beim altersgerechten Umbau gibt es für Mieter, Haus- und Wohnungseigentümer im Internet.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,230992

© Giessener Allgemeine Zeitung 2016. Alle Rechte vorbehalten. Wiederverwertung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung