19. März 2017, 20:40 Uhr

Stürme werden heftiger

19. März 2017, 20:40 Uhr
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Von Dieter Graulich
Vorsitzender Wilhelm Wild überreichte Rainer Schleuning den Waldbauernbrief und ehrte Harald Nickel für 25 Jahre Vorstandsarbeit, Peter Kraus gratulierte (von links). (Foto: au)

Mit 52 Mitgliedern hat die Forstbetriebsvereinigung Streitbachtal (FBV) ein Mitglied weniger wie im Vorjahr. Geringfügig verändert hat sich dadurch auch die Waldfläche mit einer Abnahme von 0,1376 Hektar auf 84,4749 ha, teilte Vorsitzender Wilhelm Wild bei der Hauptversammlung im Gemeinschaftshaus Feldkrücken mit. Wild bat bei Eigentumsübergang auf neue Besitzer, immer auf die Mitgliedschaft in der FBV hinzuweisen.

2016 bezeichnete er für die Privatwaldbesitzer der FBV Streitbachtal als ein »normales« Jahr. Der Sturm »Egon« habe die Waldbauern verschont. Einige Mitglieder hätten aber den Borkenkäfer in ihren Beständen gehabt. Der Harvester sei wieder im Einsatz gewesen.

Vor genau zehn Jahren sorgte Orkan »Kyrill« bundesweit für 20 Millionen Festmeter (fm) Sturmholz. In Hessen waren es sechs Millionen, davon eine Million im Vogelsbergkreis und 500 000 fm im Forstamt Schotten. Diese Informationen gab Revierleiter Peter Kraus. Es folgte 2008 Orkan »Emma«, ein Jahr später ein großer Käferbefall und 2010 mit »Xyntia« und »Doris« zwei Orkane. Auch in den Folgejahren blieben die Waldbesitzer nicht von Kalamitäten verschont. Kein positives Bild erhielten die Kleinprivatwaldbesitzer bei der Klimaprognose bis zum Ende des Jahrhunderts. So erhöhe sich die Jahresdurchschnittstemperatur um mindestens 2 Grad, das bringe trockene Sommer. Der Niederschlag werde stärker im Winter und Stürme werden häufiger und heftiger.

Auch 2016 geht als sehr warmes Jahr in die Geschichte ein. Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,6 Grad gehörte es zu den sieben wärmsten Jahren

Kraus wies auf die Jungbestandspflege hin. Gerade die Kulturen nach 1990 und ähnlich alte Erstaufforstungen seien in einem dringend pflegebedürftigen Alter. Mischbestände müssten gepflegt werden. Versäumte Pflege sei in der Regel mit Nachteilen wie Stabilitäts- und Qualitätsverlust verbunden. Grundlegende Änderungen bestehen bei der Forstlichen Förderung. So ist das Forstamt nicht mehr Einreichungsstelle. Es werde keine Eigenleistung mehr angerechnet, der Kontrollzeitraum sei länger und als naturschutzfachliche Anforderung werden mehr Laubholz und weniger »Fremdländer« gefordert.

Bei einem Volumen von 2,53 fm erzielte ein Bergahorn bei einer Versteigerung auf einem der drei Wertholzplätze in Hessen, einer davon nahe der Pfefferhöhe Alsfeld, einen Rekorderlös von 19600 Euro. Der Durchschnittserlös stieg bei dieser Baumart auf 876 Euro/fm. Das Höchstgebot bei Eiche bezifferte Kraus auf 2340 Euro/fm und bei der Schwarznuss mit 1919/fm. Vogelsberger Holz lege nach dem Verkauf oft weite Wege zurück, so von Helpershain bis Vietnam.

Für 25-jährige Vorstandsarbeit überreichte Wild ein Präsent an Harald Nickel. Rainer Schleuning erhielt den Waldbauernbrief.



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