16. März 2017, 17:00 Uhr

Paul-Simpson-Project

Ein stimmgewaltiger Abend

Erstaunlich, was ein Duo in einer kleinen Kirche akkustisch rausholen kann - und das auch noch für einen guten Zweck. Die Flüchtlingsinitiative hatte Jennifer Simpsons und Bernd Paul eingeladen.
16. März 2017, 17:00 Uhr
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Von Hannelore Diegel
Jennifer Simpson und Bernd Paul begeisterten mit Musik und Gesang im Rahmen des Paul-Simpson-Project-Konzerts die Gäste am Samstag in der Kirche. (Foto: eva)

»War das nicht ein tolles Konzert? Diese Stimme…«, das meinte Rainer Lindner, der Sprecher der Gemündener Flüchtlingsinitiative, nach dem Abend mit dem Paul-Simpson-Project in der evangelischen Kirche in Nieder-Gemünden. Schon als er das Paul-Simpson-Project zum ersten Mal während des Musikfestivals Grünberg Folk gehört habe, sei er von der Stimmgewalt Jennifer Simpsons und dem magischen Gitarrenspiel von Bernd Paul begeistert gewesen, sagt Lindner, dem es gelungen war, das Musikerduo im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Gemündener Flüchtlingsinitiative für ein Konzert zu engagieren.

Die Flüchtlingsinitiative, die Lindner als eine »nette fröhliche Truppe im Alter von 15 bis 80 Jahren«, die ihre Arbeit aus Spenden finanziert, beschreibt, würde sich gemäß dem Motto »Helfen Sie uns beim Helfen« über eine Verstärkung des Teams sehr freuen. »Wir freuen uns über jeden, der helfen will. Den Umfang bestimmt jeder selbst.«

Gleich der erste Song steigt ins Thema der weltweiten Veränderungen mit Flucht, Rassismus und Krieg ein, kündigte Jennifer Simpson den Neil-Yong-Song »After the gold rush« an. Vielleicht gebe es ja irgendwann die Option, dass die Menschheit einen anderen Planeten besiedelt.

Egal, ob das durch Simon und Garfunkel bekannte traditionelle englische Volkslied »Scarborough Fair«, der Beatles-Song »Eleanor Rigby«, »Amazing Grace« oder Eigenkompositionen bis hin zu christlichen Songs oder Volksliedern wie »Am Brunnen vor dem Tore«, das »ein bisschen bluesgewürzt« dargebracht wurde, das Duo überraschte mit einer großen Bandbreite.

Die Gäste genossen die über 20 Lieder, die das Duo während des rund zweistündigen Konzertes einfühlsam und doch voller Dynamik präsentierte. Jennifer Simpsons einmalige Stimme und das virtuose Gitarrenspiel von Bernd Paul und teilweise auch dessen zweite Gesangsstimme, setzten Glanzlichter und vermittelten das Gefühl, ein ganzes Orchester stehe auf der Bühne.

Jennifer Simpson dankte der Flüchtlingsinitiative für ihr Engagement und meinte: »Leute wie ihr brauchen wir mehr.« Sollte danach Leonard Cohens »Hallelujah« den Abschluss bilden, so erstritt sich das Publikum mit langanhaltenden stehenden Ovationen erfolgreich eine Zugabe, die Jennifer Simpson und Bernd Paul mit dem amerikanischen Hit von Ben E. King »Stand by me« erfüllte.

Das Paul-Simpson-Project-Konzert war zweifellos ein Erlebnis für alle, die dabei sein konnten. Dies drückte Rainer Lindner im Namen der Gäste mit seinem Dank an Jennifer Simpson und Bernd Paul aus.

Gleichzeitig machte Lindner auf die kommende Veranstaltung der Flüchtlingsinitiative, einen Vortrag von Sandra Hammamy, am 21. April, um 20 Uhr, im ev. Gemeindesaal in Nieder-Gemünden aufmerksam. Die Medien sind momentan voll von Berichten über die Gießener Dozentin, die für Sea-Watch im Mittelmeer kreuzt. Sea-Watch ist eine gemeinnützige Initiative, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden im Mittelmeer verschrieben hat. Von Jennifer Simpson und Bernd Paul war zu hören, dass ihr nächstes Konzert am kommenden Sonntag, dem 19. März, um 18 Uhr, in der St.-Marienkirche in Großen-Buseck stattfindet.



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