26. Januar 2017, 20:30 Uhr

Kreis fördert 52 Gruppen

Vogelsbergkreis (rs). »Wenn Aktivisten oder Alphatiere gehen, dann kann es mal sein, dass die Aktivitäten ein oder zwei Jahre lang ruhen. Aber die Gruppe kann sich bei Interesse auch wieder fangen und neu organisieren.« Diese Erfahrung hat Silvia Lucas, Sachgebietsleiterin beim Kreisjugendamt für Jugendarbeit und -bildung, in jahrzehntelanger Arbeit gemacht. Grundsätzlich ist sie sehr optimistisch, was Jugendgruppen in Dörfern anlangt, wobei sich diese in unterschiedlichen Formen organisieren. Und Lucas sieht einen bedeutenden Stellenwert von Jugendgruppen für die dörfliche Gemeinschaft. Denn die meisten Gruppen haben eine hohe Außenwirkung, so wie das beim Gaudi-Club unter anderen in Hinblick auf das Brunnenfest der Fall war. In ähnlicher Weise sei das beispielsweise auch im benachbarten Feldatal mit der Freien Jugendinitiative der Fall, deren Mitglieder sich bei Freizeitaktivitäten und beispielsweise dem Bau der Feldahalle in erheblichem Maße eingebracht hätten. Der Kreis sei bestrebt, Jugendgruppen zu fördern, weshalb sich diese Gruppen aber auch als förderfähig bewerben müssten. Derzeit habe man 52 förderfähige Gruppen mit eigenen Räumen in der Förderung. Daneben gebe es viele, die – vielleicht auch ohne einen eigenen Raum – ihr Ding machten, ohne auf Zuschüsse aus zu sein. Das seinen ganz speziell die Burschenschaften, die eine Kirmes ausrichteten. Denn damit ließe sich, wenn auch mit sehr viel Arbeit, ein Gewinn erzielen, zu dem die mögliche Kreisförderung in keinem Verhältnis stehe. Zu dieser Förderung erläutert Lucas, man komme mit den interessierten Gruppen einmal im Jahr zusammen, dann äußerten alle ihre Wünsche. Wenn man beispielsweise bei einem Zuschussbedarf von zusammen 30 000 Euro lande, müsse sie, Lucas, auf den Haushalt verweisen, der nur einige Tausend Euro vorsehe. Das sei aber nicht so tragisch, denn dann beginne eine rege Diskussion, welcher Gruppe was gegeben werden sollte. Und im Gespräch stelle sich manchmal heraus, dass eine Gruppe von dem zu viel habe, was eine andere benötige. So ergebe sich ein sinnvoller Austausch, es würden Anknüpfungspunkte geschaffen.
26. Januar 2017, 20:30 Uhr
Silvia Lucas

Vogelsbergkreis (rs). »Wenn Aktivisten oder Alphatiere gehen, dann kann es mal sein, dass die Aktivitäten ein oder zwei Jahre lang ruhen. Aber die Gruppe kann sich bei Interesse auch wieder fangen und neu organisieren.« Diese Erfahrung hat Silvia Lucas, Sachgebietsleiterin beim Kreisjugendamt für Jugendarbeit und -bildung, in jahrzehntelanger Arbeit gemacht. Grundsätzlich ist sie sehr optimistisch, was Jugendgruppen in Dörfern anlangt, wobei sich diese in unterschiedlichen Formen organisieren. Und Lucas sieht einen bedeutenden Stellenwert von Jugendgruppen für die dörfliche Gemeinschaft. Denn die meisten Gruppen haben eine hohe Außenwirkung, so wie das beim Gaudi-Club unter anderen in Hinblick auf das Brunnenfest der Fall war. In ähnlicher Weise sei das beispielsweise auch im benachbarten Feldatal mit der Freien Jugendinitiative der Fall, deren Mitglieder sich bei Freizeitaktivitäten und beispielsweise dem Bau der Feldahalle in erheblichem Maße eingebracht hätten. Der Kreis sei bestrebt, Jugendgruppen zu fördern, weshalb sich diese Gruppen aber auch als förderfähig bewerben müssten. Derzeit habe man 52 förderfähige Gruppen mit eigenen Räumen in der Förderung. Daneben gebe es viele, die – vielleicht auch ohne einen eigenen Raum – ihr Ding machten, ohne auf Zuschüsse aus zu sein. Das seinen ganz speziell die Burschenschaften, die eine Kirmes ausrichteten. Denn damit ließe sich, wenn auch mit sehr viel Arbeit, ein Gewinn erzielen, zu dem die mögliche Kreisförderung in keinem Verhältnis stehe. Zu dieser Förderung erläutert Lucas, man komme mit den interessierten Gruppen einmal im Jahr zusammen, dann äußerten alle ihre Wünsche. Wenn man beispielsweise bei einem Zuschussbedarf von zusammen 30 000 Euro lande, müsse sie, Lucas, auf den Haushalt verweisen, der nur einige Tausend Euro vorsehe. Das sei aber nicht so tragisch, denn dann beginne eine rege Diskussion, welcher Gruppe was gegeben werden sollte. Und im Gespräch stelle sich manchmal heraus, dass eine Gruppe von dem zu viel habe, was eine andere benötige. So ergebe sich ein sinnvoller Austausch, es würden Anknüpfungspunkte geschaffen.

Lärmmessung am Jugendraum

Als Probleme treten bei Jugendräumen nach den Erfahrungen von Silvia Lucas immer wieder mal Alkoholkonsum und Lärmbelästigung der Nachbarschaft auf. Aber das lasse sich meist wieder in die richtigen Bahnen lenken. Es sei sogar vorgekommen, dass sich Nachbarn unberechtigterweise über zu viel Lärm beschwert hätten. Aktuell habe man diesen Fall gehabt, bei dem Lärmmessungen ergeben hätten, dass sich die Jugendlichen im erlaubten Rahmen bewegten. In Orten mit weniger werdenden Jugendlichen kann es nach Erfahrung von Lucas vorkommen, dass Gruppen nicht aufrechterhalten werden können. »Wenn es in einem Dorf fünf Jugendliche über 14 Jahren gibt, von denen drei keinen Bock auf Jugendgruppe haben, dann geht es eben nicht«, sagte Lucas. Aber in vielen Fällen würden sich die anderen einer Gruppe in einem Nachbarort anschließen. Als positives Beispiel nannte Lucas die Entwicklung in Lautertal, in dem in diesem Jahr noch im letzten Ortsteil ein Jugendraum eröffnet wird. Im Rahmen des IKEK-Programmes (Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept) hätten sich viele Jugendliche beteiligt. Und auch in Mücke gebe es in fast jedem Ortsteil eine intakte Jugendgruppe und einen Raum. Grundsätzlich sieht Lucas nur in den Dörfern die Möglichkeit zu Jugendgruppen, in Alsfeld müsse das Angebot anders ausfallen, in Lauterbach gebe es keines. In Schotten hätten Jugendliche mit Hilfe der Stadt begonnen, sich ein Haus herzurichten. Von einer Besonderheit berichtet Lucas aus dem Schlitzerland: Dort hat sich eine Bauwagenkultur etabliert. Und die Jugendlichen halten bewusst Abstand zu Vertretern des Jugendamtes. Diese Bauwagenkultur sei Gegenstand eines Forschungsprojektes, immerhin hätten die Jugendlichen Kontakt mit den Studierenden zugelassen. Auf das Ergebnis sei sie sehr gespannt. »Man muss die Jugendarbeit fördern, um die jungen Menschen an die Region zu binden«, appelliert Lucas. »Sonst muss man sich nicht wundern, wenn sie die Region später verlassen.« (Foto: Archiv)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Aktivistinnen und Aktivisten
  • Burschenschaften
  • Der Kreis GmbH & Co KG
  • Jugendgruppen
  • Optimismus
  • Rolf Schwickert
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 12 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.